Unglück

Silo-Unfall in Gevelsberg: Bergung mehr als 18 Stunden

Ein Silozug kippte aus ungeklärten Gründen auf die Seite. Der Auflieger des Sattelzuges fiel auf einen geparkten Daimler Benz, die Zugmaschine stürzte auf einen vorbeifahrenden Ford.

Ein Silozug kippte aus ungeklärten Gründen auf die Seite. Der Auflieger des Sattelzuges fiel auf einen geparkten Daimler Benz, die Zugmaschine stürzte auf einen vorbeifahrenden Ford.

Foto: Alex Talash

Gevelsberg.   Warum der Silozug auf die Straße kippte, bleibt unklar. Die verletzte Frau konnte das Krankenhaus bereits verlassen

Es war nicht nur ein spektakulärer Einsatz, den die Einsatzkräfte mit dem umgefallenen und tonnenschweren Silo-Fahrzeug zu bewältigen hatten, es war auch ein außergewöhnlich langer. Die Sperrung wurde erst am Donnerstagmorgen gegen 7 Uhr aufgehoben. Mehr als 18 Stunden nach dem Unfall.

Doch von Anfang an, und so wie es die Polizei später in ihrem Einsatzbericht schreibt: „Ein 64-jähriger Bochumer fuhr am Mittwochmittag mit seiner Sattelzugmaschine und Siloauflieger auf der Straße Am Sinnerhoop. An einer Firma hielt er an, um seine Kreideladung abzuliefern. Während des Abpumpens kippte der Zug samt Anhänger um und stürzte auf die Fahrbahn. Dabei begrub er einen geparkten Daimler Benz, das Führerhaus kippte auf einen vorbeifahrenden Ford Focus einer 54-jährigen Hagenerin.“ Am Tag danach steht fest: Die Fahrerin wurde durch den Zusammenstoß leicht verletzt und konnte das Krankenhaus bereits wieder verlassen.

Feuerwehreinsatzleiter Peter Dietrich spricht von einem großem Glück, dass nichts schlimmeres passiert ist. Wie es letztlich zum Unfall gekommen ist, das werde wohl nicht mehr geklärt werden, sagt Polizeisprecherin Sonja Wever auf Anfrage. Auch zum Schachschaden konnte die Behörde noch keine Angaben machen, geht aber bei beiden Fahrzeugen von einem Totalschaden aus. Der Vorfall an sich wird als Verkehrsunfall mit Personenschaden betrachtet und in diesem Zusammenhang steht immer eine fahrlässige Körperverletzung im Raum, erklärt Sonja Wever.

Polizei und Feuerwehr sicherten bis in den späten Abend die Unglücksstelle, gegen 22.30 Uhr wurden sie in den Feierabend geschickt. Für den Abschleppdienst Schmidt aus Gevelsberg war da aber noch längst nicht Schluss. Erst gegen 7 Uhr konnte die Straße wieder frei gegeben werden, am Nachmittag holte das Unternehmen seinen Laster ab und benötigte auch dabei Hilfe.

Die Bergung des Sattelzuges gestaltete sich schwieriger als erwartet, vor allem auch, weil das Silo schwerer als angenommen war. Ein zweiter Kran musste geordert werden und war gegen 19.30 Uhr da. Als das Gespann wieder aufgerichtet war, musste er dennoch weiter gesichert werden, „weil er Schlagseite hatte und wieder drohte zu kippen“, erklärt Dietrich. Ein Abtransport war aus Sicherheitsgründen nicht möglich, also musste eine Firma gefunden werden, die die Kreide aus dem Silo abpumpt. Das geschah in der Nacht. Bis dahin musste der Kran das tonnenschwere Gespann sichern. Gegen 7 Uhr morgens, als Peter Dietrich zur Einsatzstelle fuhr, sah er, wie die Straße gerade wieder freigegeben wurde.

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