Motorradrennfahrer starb 2018

Straßenzusatzschild in Ennepetal erinnert an Ralf Waldmann

Informationen über Ralf Waldmann sind nun unter dem Straßenschild für die Wiemerhofstraße am Rande des Doppelkreisels in Voerde zu lesen. Mit dem Zusatz wird an den erfolgreichen Motorradrennfahrer aus Ennepetal erinnert, der 2018 plötzlich und unerwartet starb.

Informationen über Ralf Waldmann sind nun unter dem Straßenschild für die Wiemerhofstraße am Rande des Doppelkreisels in Voerde zu lesen. Mit dem Zusatz wird an den erfolgreichen Motorradrennfahrer aus Ennepetal erinnert, der 2018 plötzlich und unerwartet starb.

Foto: Hans-Jochem Schulte / WP

Ennepetal.  An der Wiemerhofstraße, an der sein Elternhaus steht, erinnert ein Schild an Ralf Waldmann, den erfolgreichen Motorradrennfahrer aus Ennepetal.

Damit Ralf Waldmann nie vergessen wird: Unter dem Straßenschild „Wiemerhofstraße“ in Höhe des Doppelkreisels in Voerde hat Bürgermeisterin Imke Heymann im Beisein vieler Menschen, darunter Waldmanns Lebensgefährtin Heike Teschner, Weggefährten aus dem Motorsport und der Lokalpolitik ein Zusatzschild zur Erinnerung an das Motorrad-As aus Ennepetal enthüllt.

Auf diesem ist zu lesen: „In dieser Straße steht das Elternhaus von Ralf Waldmann, einem der erfolgreichsten Motorradrennfahrer Deutschlands. Ab 1986 fuhr er in verschiedenen Hubraumklassen in der Motorradweltmeisterschaft und errang bei 169 Starts 20 Siege. 50 Mal fuhr er in seiner Karriere auf das Podium. 1996 und 1997 wurde er in der 250-ccm-Klasse Vizeweltmeister. Obwohl er nie Weltmeister wurde, ist er einer der bedeutendsten deutschen Fahrer der WM-Geschichte. Ralf Waldmann verstarb viel zu früh am 10. März 2018!“

Die Bürgermeisterin dankte der Lebensgefährtin Waldmanns, Heike Teschner, die am Donnerstagabend nach der Enthüllung viele Hände schütteln musste und immer wieder – manchmal mit Tränen kämpfend – erzählte, wie gerne Ralf zum Elternhaus zurückkam. In diesem Haus an der Wiemerhofstraße wurde viel vom Motorradsport erzählt. Hier begann für Ralf Waldmann die Motorradbegeisterung, und in diesem Haus starb er, als er die Heizung reparierte und sein Herz versagte im Alter von 51 Jahren.„Als sich die Nachricht in unserer Stadt wie ein Lauffeuer verbreitete, war es, als ob für einen Moment die Zeit still gestanden hat“, sagte Bürgermeisterin Imke Heymann. „Es verstarb nicht nur einer der erfolgreichsten deutschen Motorradrennfahrer und der bekannteste Sportler in der Geschichte Ennepetals, sondern auch ein Freund, ein Nachbar, ein Mitschüler und ein geschickter Handwerker, der im Betrieb seines Vaters angepackt hat.“

Freunde, Bekannte und Fans dabei

Zur Enthüllung gekommen war auch Lutz Martschinke, der mit Ralf Waldmann die Grundschule besuchte. Martschinke erzählte im Gespräch mit dieser Zeitung, wie sie nachmittags mit einem motorisierten Go-Kart auf dem Schulhof Rennen fuhren. „Ralf stand immer hinten drauf.“ Schöne Erinnerungen an Ralf Waldmann haben auch Udo Semmler und Udo Heringhaus vom ehemaligen Jugendmotorsportclub Ennepetal. Von der Enthüllung des Schildes waren beide sehr beeindruckt. Waldemar Okulla war aus Menden gekommen, um bei der Enthüllung dabei zu sein. Der Waldmann-Fan hatte über Facebook Kontakt zu Heike Teschner aufgenommen.

Am Rande der Versammelten stand ein Mann mit einer Blume in der Hand. Wie sich herausstellte, war es Ansgar Feldhues aus der Grafschaft Bentheim. Feldhues, in der Szene als „Hörni, der Monteur“ bekannt, bastelte einige Zeit mit Ralf Waldmann an Porsche Carreras herum, wie er dieser Zeitung erzählte. Er komme regelmäßig nach Ennepetal, um auf das Grab von Ralf Waldmann auf dem Voerder Friedhof Blumen zu legen. So auch am Donnerstag. Nach der Enthüllung ließ Ansgar Feldhues noch einen druckfrischen Kalender des Motorsport-Magazins „Top Speed“ für das Jahr 2020 herumgehen. Er enthält Bilder aus der Karriere von Ralf Waldmann. Übrigens: Vom Verkaufserlös geht ein großer Teil an die Evangelische Stiftung Loher Nocken.

Heike Teschner erzählte, wie Ralf Waldmanns Vater Karl-Erich verhindern wollte, dass sein Sohn Motorsportler wird. „Eines Tages ging der Vater morgens in seine Werkstatt. Da stand ein Rennmotorrad und dahinter ein Pokal.“ Ralf hatte heimlich an einem Rennen teilgenommen und sofort gewonnen. Vater Karl-Erich, der in Ennepetal als Installateurmeister und als begeisterter Jäger bekannt war und selbst dem Motorsport frönte, war so beeindruckt und förderte schließlich die beginnende Karriere seines Sohnes.

Legendärer Sieg in Donington Park

Bürgermeisterin Imke Heymann schilderte auch noch den Sieg Ralf Waldmanns, durch den er „unsterblich wurde“. „Es war am 9. Juli 2000 das Rennen in Donington Park, das Waldmann zur Legende werden ließ. Trotz trockener Piste startete Ralf auf Regenreifen. Er hatte einen Tipp bekommen. Seine WM-Konkurrenten wählten alle Slicks. Von Platz 6 gestartet lag er nach 14 Runden aussichtslos zurück und stand kurz vor einer Überrundung. Zu diesem Zeitpunkt hätte niemand mehr auch nur einen Cent auf Waldmann gesetzt. Und dann begann es zu regnen, der Himmel tat seine Schleusen auf. Runde um Runde kämpfte sich Waldmann nach vorn. Die anderen Fahrer mussten in die Box zum Reifenwechseln. In der letzten Runde, in der allerletzten Kurve, überholte er den bis dahin führenden Olivier Jacque und siegte hauchdünn mit 0,3 Sekunden Vorsprung.“

Das Zusatzschild solle, so Heymann, immer an Waldmann erinnern. Der Standort lasse auch Platz zum Gedenken.

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