Christuskirche

Südturm in Schwelm ist nun spannungsfrei

Baukirchmeister Hans-Joachim Fettke informiert am Tag des Denkmals über den Stand der Sanierung der Christuskirche.

Baukirchmeister Hans-Joachim Fettke informiert am Tag des Denkmals über den Stand der Sanierung der Christuskirche.

Foto: Laura Dicke / WP

Schwelm.  Die Ev. Kirchengemeinde Schwelm nutzt den Tag des offenen Denkmals, um über den Stand der Sanierung der Christuskirche zu informieren.

Im Frühjahr dieses Jahres ist die erste Bauphase der Sanierung der Schwelmer Christuskirche gestartet. Zum Tag des Denkmals am vergangenen Sonntag wagten die Beteiligten und interessierte Bürger und Bürgerinnen nun auf die aktuellen Fortschritte, kommende Probleme und neue Ziele.

Der Tag des Denkmals begann für die Evangelische Gemeinde mit einem Baustellen-Gottesdienst in der Christuskirche, abgehalten von Margret Bicks und Pfarrer Rainer Schumacher. Danach ging es zum Schlemmen in das gegenüberliegende Gemeindezentrum. Das Team der Aktion „Schwelm isst für die Türme“ hat wieder zugunsten der Sanierungsarbeiten den Kochlöffel geschwungen. Für Kindern gab es außerdem noch eine Rallye rund um die Christuskirche, bevor gegen Mittag das wichtigste Thema des Tages im Mittelpunkt stand: Die Sanierungen der Christuskirche. Dafür erklärte Baukirchmeister Hans-Joachim Fettke, welcher die Sanierung betreut, die aktuellen Arbeiten und aufkommende Probleme in einem offenen Vortrag für interessierte Bürger und Bürgerinnen.

„Zurzeit laufen nur Untersuchungen am Mauerwerk, den Fugen und den Rissen. Erst danach können wir entscheiden, wie es weiter geht“, berichtete Hans-Joachim Fettke. Zur Stabilisierung des Südturms wurden bereits im April dieses Jahres 60 Bohrungen rund um den Turm gemacht, um eine feste Verbindung zwischen Turnfundament und Boden herzustellen. Dadurch wurde der Südturm stabilisiert. „Momentan sind keine Spannungen mehr erkennbar“, erzählte Hans-Joachim Fettke. Das Auseinanderdriften der Türme hat aber auch weitreichende Schäden am Mauerwerk verursacht, die zurzeit vielfach untersucht werden und den nächsten Schritt der Sanierungsarbeiten darstellen.

„Die Probleme sind zum einen der Mörtel und die Fugen, das Abschalen beziehungsweise Abbrechen der Steine und Verzierungen und die entstandenen Risse in den Sandsteinen“, erklärte Hans-Joachim Fettke. Da die gesamten Wände der Kirche aus drei Schichten bestehen, zwischen denen ein Hohlraum ist, können die Fugen nicht einfach verdichtet werden. Außerdem wurden bereits vor Jahren einige Fugen neu aufgefüllt, jedoch sind dabei die Hohlräume nicht berücksichtigt worden. „Wir müssen wissen, ob und wie viel Mörtel schon in den Hohlraum durchgedrungen ist“, so Fettke. Die Risse in den Sandsteinen sind durch die Spannung des Südturms entstanden und können aufgrund der Größe auch nicht einfach gefüllt werden. Hier müssen die Steine durch eine Vernagelung oder Verdübelung mit der Mittelwand verankert werden. „Wir untersuchen zurzeit, wie eine solche Bohrung durch die Steine möglich ist. Ob das Mittelmauerwerk hält, ist dann eine weitere Frage“, sagte Fettke. Neben dem Südturm, der Hauptaugenmerk bei dem ersten Sanierungsabschnitt ist, ist auch die Rosette am Eingangsportal ein weiteres Problem.

Fördermittel des Bundes

Das Langzeitprojekt für die Sanierung ist besonders kostspielig und für die Gemeinde alleine niemals zu bewältigen. Für den ersten Bauabschnitt erhielt die Gemeinde bereits knapp 300.000 Euro durch das Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes. Für den zweiten Abschnitt wurde ein weiterer Zuschuss von 500.000 Euro zugesichert. Jedoch müssen dafür beide Bauabschnitte separat verlaufen und nicht wie gedacht unmittelbar hintereinander. Somit planen die Beteiligten zurzeit mit einer Fertigstellung des ersten Bauabschnitts im Sommer des kommenden Jahres. Der zweite Bauabschnitt, der die Arbeiten an am weniger sanierungsbedürftigen Nordturm im Blick nimmt, soll dann im Frühjahr 2020 beginnen.

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