Verwirrung

Will Robert Schiborr Bürgermeister in Schwelm werden?

Robert Schiborr (40) auf dem Bürgerplatz in Schwelm. Der Gevelsberger Stadtrat der SPD überlegt, als Schwelmer Bürgermeisterkandidat für die Kommunalwahl 2020 anzutreten..

Robert Schiborr (40) auf dem Bürgerplatz in Schwelm. Der Gevelsberger Stadtrat der SPD überlegt, als Schwelmer Bürgermeisterkandidat für die Kommunalwahl 2020 anzutreten..

Foto: Stefan Scherer / Stefan Scherer / WP

Schwelm/Gevelsberg.  Der Gevelsberger SPD-Ratsherr und Künstler Robert Schiborr hat angekündigt in Schwelm Bürgermeister werden zu wollen. Was steckt dahinter?

Die wenigen Zeilen, die Robert Schiborr am Samstag, 7. September, um 14.56 Uhr auf Facebook veröffentlichte, schlagen seitdem enorme Wellen in Schwelm: „Ich werfe meinen Hut in den Ring und möchte 2020 gerne Bürgermeister von Schwelm werden:) Ich freue mich auf eure Unterstützung :) Liebe Grüße Robert!“

Die Schwelmer sind verwirrt. Eine Blödelei? Ernst gemeint? Falls ja, warum will ein Gevelsberger SPD-Ratsherr im Schwelmer Rathaus das Zepter schwingen? Selbst die etablierten Parteien in der Kreisstadt, die sich aktuell über mögliche Kandidaten und Bündnisse mit Blick auf die Kommunalwahl austauschen, diskutierten über den 40-jährigen Künstler und wie ernst er zu nehmen sei. Die Redaktion fragte nach.

Keinen hohen Hürden zu nehmen

„Dieser Post hat für viel mehr Wirbel gesorgt, als ich jemals vermutet hätte“, beginnt er. „Ursprünglich hatte ich dies als reine Satire, als Aktionskunst gedacht“, fährt er fort und erklärt, dass die Nachricht auf Facebook ein Teil seiner Marketingkampagne für bevorstehende Ausstellungen in Schwelm sei. Doch die Reaktionen der vielen Menschen, die die Satire nicht erkannt hätten, hätten ihn zum Nachdenken bewegt. „Viele rieten mir, den Plan tatsächlich zu verfolgen.“ Die Hürden, um in Schwelm für das Bürgermeisteramt zu kandidieren, sind nicht besonders hoch. Etwas mehr als 150 Unterschriften von Schwelmer Bürgern muss jemand zusammen bekommen, um gewählt werden zu können.

Schiborr ist aktuell sogar noch in ein öffentliches Amt gewählt. Er ist Teil der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Gevelsberg, dort jedoch seit mindestens zwei Jahren nicht mehr aktiv. „Von der SPD, in die ich 1997 eingetreten bin, ist nichts mehr übrig“, nennt er einen Grund dafür, dass er zwar sein Mandat noch hält, sich aber nicht mehr an der Gremienarbeit beteiligt. Mit Gevelsberg habe er in vielen Belangen abgeschlossen: „Hätte ich nicht eine derart schöne Künstlerwohnung, ich wäre längst nach Schwelm gezogen.“ Dort verbringe er seine Freizeit, sei gut vernetzt, mit der Stadt vertraut. All dies habe dazu geführt, dass er nun ernsthaft überlege, politisch in Schwelm tätig zu werden. „Eine definitive Entscheidung gibt es aber erst im kommenden Jahr.“

Kontakt zu den Grünen

Fifty-Fifty stünden die Chancen, dass er für das Bürgermeisteramt kandidiere, etwa 70 zu 30, dass er anderweitig für ein politisches Amt in Schwelm antrete. „Auch ein Engagement in der Kreispolitik schließe ich nicht aus.“ Ausgeschlossen sei für ihn nur, dass dies unter dem SPD-Banner geschehe. „Ich Schwelm habe ich Kontakt zu den Grünen. Ich mag, dass bei ihnen noch etwas der Geist der 68er weht“, sagt Schiborr.

Die größten Baustellen in Schwelm sieht er im Zustand der Schulgebäude, und er beurteilt den Rathausneubau aus finanzieller Sicht als Fehler. Die Kultur sei sein Steckenpferd, aber in viele andere Dinge müsse er sich noch einarbeiten, gibt Robert Schiborr zu Protokoll. Die Schwelmer würden in jedem Fall von ihm hören – auf Facebook, im echten Leben, satirisch aber auch durchaus ernst gemeint.

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