Bürgerwehren

200 Essener protestieren gegen Marsch der „Huttroper Jungs“

Begleitet von der Polizei machten die „Huttroper Jungs" den gleichnamigen Essener Stadtteil unsicher.

Begleitet von der Polizei machten die „Huttroper Jungs" den gleichnamigen Essener Stadtteil unsicher.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen.  Begleitet von Protesten und unterstützt von ihrem Steeler Pendant „spazierten“ die „Huttroper Jungs“ durch den gleichnamigen Essener Stadtteil.

Rund 100 „Spaziergänger“ der selbsternannten „Huttroper Jungs“ haben bei ihrem ersten Treffen am Mittwochabend den gleichnamigen Essener Stadtteil unsicher gemacht. Unterstützt wurde die rechte Truppe von den „Steeler Jungs“, die von den Behörden inzwischen als Bürgerwehr eingestuft und vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

Denen, die durch ihr Treffen am Wasserturm und mit einem kurzen Marsch durchs Quartier einmal mehr den Eindruck erwecken wollten, der Staat habe sein Gewaltmonopol verloren, weshalb man sich legitimiert fühle, selbst für Sicherheit und Ordnung zu sorgen, standen etwa doppelt so viele Protestler gegenüber, die dem Aufruf des Bündnisses „Essen stellt sich quer“ gefolgt waren. Darunter, so Bündnissprecher Christian Baumann, waren auch viele Anwohner, die deutlich machten, dass sie keine Bürgerwehr in ihrem Stadtteil wollen.

Die Polizei mobilisierte starke Kräfte für einen möglichst störungsfreien Ablauf und war nicht nur in Huttrop, sondern vorsorglich auch zum wiederholten Male in Steele präsent. Die „Steeler Jungs“ verlagerten ihren Donnerstags-Spaziergang allerdings kurzerhand nach Huttrop, um gemeinsam mit der dortigen Truppe vom Wasserturm über die Spichernstraße und zurück zu ziehen.

Vorsorglich wurde mehr als eine Protestveranstaltung angemeldet

Weil bis zum Schluss unklar blieb, wo sich die Rechten aus Steele einfinden werden, wurden im Vorfeld gleich mehrere Gegenveranstaltungen organisiert: Während „Essen stellt sich quer“ am Huttroper Wasserturm auflief, traf sich die Bewegung „Steele bleibt bunt“ im Kulturforum in Steele. Auch die Unterstützer von „Aufstehen gegen Rassismus“ hatten bei der Polizei zunächst eine Versammlung für Steele angemeldet, unterstützten dann aber die Kundgebung am Wasserturm. Sie alle hatten eine gemeinsame Botschaft, die hüben wie drüben dieselbe war: „Wir wollen keine Bürgerwehr, weder in Steele noch in Huttrop oder sonst wo.“

Nach Angaben der Polizei, die bemüht war, die Einschränkungen für Verkehr und Handel klein zu halten, blieben die Aufmärsche friedlich.

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