Anschlag von Halle

400 Essener setzen Zeichen der Solidarität an Alter Synagoge

Die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung legten auf der großen Treppe der Alten Synagoge Blumen nieder und entzündeten Kerzenlichter. Dann folge eine Schweigeminute, nebenan läuteten die Kirchenglocken.

Die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung legten auf der großen Treppe der Alten Synagoge Blumen nieder und entzündeten Kerzenlichter. Dann folge eine Schweigeminute, nebenan läuteten die Kirchenglocken.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen.  Kerzen, Blumen und eine Schweigeminute: 400 Essener versammelten sich Donnerstag– am Abend nach dem Anschlag von Halle – vor der Alten Synagoge.

Gut 400 Essener sind Donnerstagabend auf die Straße gegangen, um der Opfer des antisemitischen Anschlags von Halle zu gedenken. Auf die große Treppe der Alten Synagoge stellten sie Kerzen auf und legten Blumen nieder. Dann folgte eine Schweigeminute.

Zu der Veranstaltung an der Alten Synagoge hat die Caritas des Bistums Essen aufgerufen, um ein Zeichen für Toleranz und gegen Antisemitismus zu setzen. „Ich bin bestürzt über die Gewalt, die für uns auch ein Spiegel der politischen Situation in Deutschland ist“, so Sabine Depew, Direktorin der Caritasverbandes für das Bistum Essen. Die Initiative zu dieser Veranstaltung ging von dem angehenden Islamwissenschaftler Ahmad A. Omeirate aus, der auch Mitarbeiter der Caritas im Bistum Essen ist.

Bereits um 19 Uhr versammelten sich mehrere Hundert Menschen zur einer Gedenkveranstaltung auf dem Willy-Brandt-Platz. Aufgerufen hatte die Initiative „Aufstehen gegen Rassismus“. „Wir solidarisieren uns mit den Opfer des Terroranschlags von Halle und wollen ein starkes Zeichen setzen gegen Rechtsterrorismus, Antisemitismus und anti-muslimische Ressentiments“, sagte ihr Sprecher Nicolas Stuhlfauth.

Eine der 400 war die Essenerin Marion Masthoff. Ergriffen berichtet sie vom Zug durch die Essener Innenstadt zur Synagoge: „Ein einzigartig berührendes Bild, was an Fahnen und Transparenten dort entfaltet wurde: die Israelische Fahne neben der kurdischen, Spruchbänder von ‘Essen-stellt-sich-quer’, den Jusos, den Grünen, „Omas gegen Rechts“, Caritas.“

Vor der Synagoge verteilten Caritas-Leute Kerzen, der Pfarrer der Altkatholischen Kirche nebenan ließ die Glocken läuten. „Dann ein zaghaftes Shalom-Lied, das viele mitsangen“, sagt Marion Masthoff. und fügt hinzu: „“Die Friedlichkeit, die Gemeinsamkeit dieser Situation hat nicht nur mich sehr berührt.“

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