Essen. Das Leseprojekt des Burggymnasiums in Essen nimmt Form an und reagiert damit auf die zuletzt veröffentlichte Pisa-Studie

Mit einem groß angelegten Projekt will das Burggymnasium dafür sorgen, dass die Schülerinnen und Schüler stärker zum Lesen angeregt werden. Zum Projekt zählen unter anderem regelmäßige Besuche von Autoren. So war neulich erst Timm Milan am Burggymnasium zu Gast, der aus seinem Buch „Geheimnis Nr. 32“ vorlas.

Auch andere Maßnahmen sollen nach Angaben von Lehrer Frank Marzinzik dabei helfen, dass Kinder wieder mehr Spaß am Lesen bekommen.

Lesestunden im Unterricht mit selbst gewählten Büchern

Die Kinder der fünften Klasse werden dabei in der Stadtbibliothek in den Umgang mit Büchern und Büchereien eingeführt. Auch Lesestunden in der Schule, bei denen die Kinder während der Unterrichtszeit selbst gewählte Bücher lesen können, sollen in Zukunft Teil dieses Projekts sein. Damit reagiert die Schule auf die kürzlich veröffentlichte Pisa-Studie: „Lesen muss wieder zum Alltag und zur Gewohnheit werden. Das ist jetzt so ein ,Wenn-nicht-jetzt-wann-dann-Moment‘“, erklärt Marzinzik.

Dazu kommen Lesungen wie die von Timm Milan am Donnerstag. Diese sollen bald regelmäßig an der Schule veranstaltet werden.

Begonnen hatte es mit der Eröffnung der Schülerbibliothek 2022, diese bietet eine Vielzahl an Literatur für Kinder und Jugendliche und werde gut angenommen, wie Marzinzik ausführt, der sich auch in der Bibliothek engagiert. „Die Kinder nutzen die Bibliothek gerne, um in den Pausen einfach mal runterzukommen oder in kleinen Gruppen zusammenzusitzen.“

Manche Kinder wollten nachher wissen, wie man ein Buch schreibt

Es sei nicht mehr selbstverständlich, dass den Kindern zu Hause noch vorgelesen wird. Darum sei es, wie Marzinzik erklärt, „für die Kinder auch mal ganz gut, wenn jemand das Lesen von außen reinbringt“.

Beim Besuch des Autors Timm Milan lauschten Kinder aus der sechsten Klasse der vorgetragenen Passage. Für Timm Milan, übrigens nur sein Künstlername, war schon immer klar, dass er Autor werden wollte. Darum freut es ihn umso mehr, wenn er Kinder zum Lesen und selbst schreiben ermuntern kann: „Ein Kind kam heute nach der Lesung zu mir und wollte ein paar Tipps, wie man ein Buch schreibt“, berichtet er hinterher.

Die Bemühungen der Schule scheinen zu fruchten, was sich auch in der Lesung zeigte. „Als ich wusste, dass die Lesung kommt, habe ich mir schnell das Buch gekauft“, berichtet eine Schülerin begeistert. Die Schülerinnen und Schüler stellten nicht nur kluge Fragen über das Buch, sondern wollten auch etwas über den Schreibprozess und das Leben des Buchautors erfahren.

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