Stadtplanung

Bebauung Icktener Bachtal: IG appelliert an Essener Stadtrat

Damit das Areal des ehemaligen Tennisclubs Blau-Weiß Ickten bebaut werden kann, muss der regionale Flächennutzungsplan geändert werden. Bislang ist dies Landschaftsschutzgebiet.

Damit das Areal des ehemaligen Tennisclubs Blau-Weiß Ickten bebaut werden kann, muss der regionale Flächennutzungsplan geändert werden. Bislang ist dies Landschaftsschutzgebiet.

Foto: Reiner Worm

Essen-Kettwig.  Im Rat wird über eine Änderung des Regionalen Flächennutzungsplanes entschieden und damit auch über eine mögliche Bebauung des Icktener Bachtals.

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„Wir bitten alle Fraktionen und Mitglieder des Rates dringend darum, zu beschließen, keine Umwidmung des Landschaftsschutzgebietes am Icktener Bach (ehemaliger Tennisplatz) vorzunehmen“, heißt es in einem Schreiben der Interessengemeinschaft Ickten. Der Rat trifft sich am Mittwoch, 11. Dezember, zur letzten Sitzung in diesem Jahr – und auf der Tagesordnung steht das Thema Icktener Bachtal.

War das Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung (ASP) am 5. Dezember noch mit dem Verweis auf Beratungsbedarf bei SPD und CDU nicht besprochen worden, so wird es nun wohl zu einer Entscheidung darüber kommen, ob das Areal der ehemaligen Tennisanlage demnächst bebaut werden darf. Und da die CDU bekanntermaßen für dieses Projekt sei, könnte nun die SPD das Zünglein an der Waage sein, so die IG Ickten.

Vernetzung mit anderen Bürgerinitiativen für Erhalt von Grünflächen

„Laut Hörensagen hat sich die SPD bei einer Fraktionssitzung mit den Stimmen des Nordens mehrheitlich für die Änderung des Regionalen Flächennutzungsplanes ausgesprochen“, teilt Gunter Zimmermeyer, Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) Ickten, mit. „Damit würde das Landschaftsschutzgebiet in Ickten in Bauland umgewidmet und unser Kampf um den Erhalt wäre verloren.“

Doch aufgeben wollen er und seine Mitstreiter noch nicht. Schon einmal, im September 2018, haben sie vor dem Essener Rathaus ihre Banner ausgepackt und demonstriert. Nun haben sie sich mit den anderen Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaften im Stadtgebiet vernetzt. „All diese Bürger wollen Freiflächen erhalten und bestehende Landschaftsschutzgebiete schützen. Das ist ein gemeinsames Ziel“, sagt Zimmermeyer.

Icktener wollen wieder Flagge zeigen vor dem Rathaus

Im Zuge dieser Welle erhoffen sich die Icktener ein Umdenken der Ratsmitglieder – und wollen auch am heutigen Mittwoch wieder Flagge zeigen vor dem Rathausgebäude. „Klar, nicht alle Mitglieder des Rates werden das sehen oder sich umstimmen lassen. Aber wir wollen zeigen, dass wir auch nach dem Beschluss den Kampf fortsetzen wollen.“

Zimmermeyer möchte auch Oliver Kern, OB-Kandidat der SPD für die Kommunalwahl, gern beim Wort nehmen, der sich für den Erhalt von Grünzügen ausspreche. „Wir würden es anprangern, wenn sich der OB-Kandidat in unseren Augen unglaubwürdig macht.“

Fraktion Die Linke bleibt bei ihrem Nein

„Wir sind gespannt auf die Entscheidung der SPD-Ratsfraktion“, sagt auch Ratsherr Wolfgang Freye, Vertreter der Fraktion Die Linke im Planungsausschuss. „Sie hat erst im Oktober den Grundsatzbeschlusses gefasst, keine Bebauung in Landschaftsschutzgebieten zuzulassen.“

Demnach müsste die SPD gegen die Änderung des Regionalen Flächennutzungsplans stimmen. Die Ratsfraktion Die Linke bleibe jedenfalls bei ihrem Nein. Es werde ein großer Aufwand getrieben, der in keinem Verhältnis zum mageren Ergebnis von gerade einmal 25 Wohnungen stehe. „Nach unserer Kenntnis gibt es auch keinen Interessenten, der dort bauen will.“

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