Evakuierung

Bombe in Essen-Altenessen: Blindgänger ist gesprengt

Bei Sondierungsarbeiten in einer Kleingartenanlage in Essen-Altenessen wurde die Bombe entdeckt.

Bei Sondierungsarbeiten in einer Kleingartenanlage in Essen-Altenessen wurde die Bombe entdeckt.

Foto: Mike Filzen / Feuerwehr

Essen.  Ein Blindgänger ist am Donnerstag in Essen-Altenessen entdeckt worden. Die Weltkriegsbombe musste gesprengt werden.

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Jahrzehnte lang hatte eine britische Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg unter einem Kleingarten in Essen-Altenessen gelegen, offenbar direkt im Boden unter einem Gemüsebeet. Am Donnerstagmittag wurde der Blindgänger bei Sondierungsarbeiten entdeckt – und musste am Ende sogar gesprengt werden.

Sprengmeister Frank Stommel vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Düsseldorfer Bezirksregierung blieb keine andere Wahl, als er entdeckte, dass der Aufschlagzünder sich verformt hatte. Der Blindgänger musste mit 40 Tonnen Sand bedeckt und schließlich kontrolliert gesprengt werden.

Bombenentschärfung – Verstopfte Straßen in Essen-Altenessen

Währenddessen staute sich der Verkehr am Nachmittag und frühen Abend rund um den Fundort – zunächst musste die Altenessen Straße gesperrt werden, weil sie im Evakuierungsbereich lag. Kurz vor der Entschärfung mussten die Einsatzkräfte schließlich auch die Gladbecker Straße dicht machen. Autofahrer suchten Schleichwege, verstopften Nebenstraße und behinderten die Einsatzkräfte, die mit ihren Fahrzeugen nur noch schwer durch die Straßen rund um den gesperrten Bereich kamen.

Insgesamt waren laut Stadt rund 5100 Anwohner von dem Bombenfund betroffen, davon mussten rund 1300 Bürger ihre Wohnungen verlassen. Zwei Anwohner weigerten sich zunächst: Im Fall eines renitenten Anwohners schaltete die Stadt die Polizei ein. Im zweiten Fall hatte die Person offenbar Angst die Wohnung zu verlassen und konnte von den Mitarbeitern des Ordnungsamtes beruhigt werden.

Insgesamt waren rund 200 Einsatzkräfte vor Ort

Über 30 Anwohner fanden zwischenzeitlich einen Unterschlupf in der Betreuungsstelle an der Station des Malteser Hilfsdienstes, Hilgerstraße 19. Insgesamt waren rund 200 Einsatzkräfte vor Ort – die Zahl sei so hoch, weil unter anderem sehr viele Sperrstellen rund um den Fundort der Bombe besetzt werden mussten, erklärte Stadtsprecherin Jasmin Trilling. Auch an der Telefonhotline der Stadt hatten die Mitarbeiter viel zu tun: 250 Anrufer meldeten sich mit Fragen rund um die Evakuierung und Entschärfung.

Entwarnung gab es schließlich erst gegen 18.15 Uhr: Der Sprengmeister hatte die Bombe erfolgreich gesprengt, die Sperrstellen wurden nach und nach wieder geöffnet und der Verkehr konnte wieder fließen.

Auf dem Gelände der Kleingartenanlage des Gartenbauvereins Bernetal an der Ellernstraße laufen laut Stadt die Arbeiten der Emschergenossenschaft an der Berne. Im Rahmen dieser Arbeiten wurde der Blindgänger bei der Sondierung entdeckt. Es war der 14. Bombenfund auf Essener Stadtgebiet in diesem Jahr.

So haben wir über Evakuierung und Entschärfung berichtet 

18.18 Uhr: Die Sprengung ist erfolgreich abgelaufen. Die Sperrungen werden nun nach und nach aufgehoben.

18.03 Uhr: „Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Die Sprengung steht kurz bevor“, sagt Stadt-Sprecherin Jasmin Trilling.

17.54 Uhr: Die Vorbereitungen für die Sprengung liegen laut Stadt in den letzten Zügen. Unterdessen herrscht in Altenessen Stau auf vielen Straßen.

17.15 Uhr: Weil sich der Einsatz zieht, suchen sich immer mehr Autofahrer Schleichwege rund um den Gefahrenbereich und verstopfen die Wege für die Einsatzkräfte. Die Stadt bittet alle Autofahrer, den Bereich großräumig zu umfahren.

16.51 Uhr: Bei der Untersuchung des Zünders hat Sprengmeister Frank Stommel gerade festgestellt, dass der Zünder verformt ist. Darum muss die Bombegesprengt werden. Dafür wird der Blindgänger mit 40 Tonnen Sand bedeckt.

16.35 Uhr: Die Evakuierung ist abgeschlossen.

16.22 Uhr: Endspurt bei der Evakuierung: Der zweite Evakuierungsdurchgang läuft derzeit.

15.39 Uhr: Der erste Evakuierungsdurchgang läuft immer noch. Derzeit wollten laut Stadt zwei Anwohner ihre Wohnungen nicht verlassen. In einem Fall hat die Stadt bereits die Polizei eingeschaltet und diese konnte schnell helfen. In dem anderen Fall ist die Person eher ängstlich und die Mitarbeiter des Ordnungsamtes reden nun gut zu.

20 Krankentransporte sind bislang gemeldet, neun davon sind noch offen.

14.54 Uhr: Nun wird auch der äußere Bereich nach und nach abgesperrt. So will die Stadt den Verkehrsfluss besser steuern, denn auf der Altenessener Straße staut es sich bereits. Gleichzeitig laufen noch Evakuierungen im inneren Bereich weiter.

14.22 Uhr: Der innere Bereich wird nun abgeriegelt. Niemand darf die Gefahrenzone betreten oder befahren. Damit wird auch die Altenessener Straße gesperrt. Später muss auch die Gladbecker Straße gesperrt werden.

„Wir bitten ortskundige Autofahrer den Bereich zu umfahren“, sagt Stadtsprecherin Jasmin Trilling.

13.20 Uhr: Das Ordnungsamt beginnt nun damit, die Kleingärtner zu informieren, dass sie ihre Parzellen verlassen müssen. Die Mitarbeiter des Amtes müssen dazu jeden Kleingarten ansteuern und schauen, ob sich dort Menschen aufhalten.

13.00 Uhr: Im inneren Bereich (250 Meter um den Fundort) sind laut Stadt 1372 Personen gemeldet, im äußeren Bereich (500 Meter) 3824 Bürger. Im äußeren Bereich befinden sich laut Stadt unter anderem drei Kitas und ein Seniorenheim. Der U-Bahnhof Bäuminghausstraße wird erst kurz vor der Entschärfung gesperrt. Dazu sollen noch weitere Informationen folgen.

12.58 Uhr: Bei der Bombe handelt es sich laut Stadtsprecherin Jasmin Trilling um eine britische Fünf-Zentner-Bombe mit Aufschlagzünder.

12.47 Uhr: Die Stadt Essen hat eine Betreuungsstelle eingerichtet. Diese befindet sich an der Station des Malteser Hilfsdienstes an der Hilgerstraße 19. Eine Bürgerhotline zum Bombenfund ist eingerichtet und ab sofort unter 0201-1238888 erreichbar. Ein Betreuungsplatz für alle, die ihre Wohnung verlassen müssen, wird derzeit eingerichtet.

12.33 Uhr: Die ersten Maßnahmen sind angelaufen. Alle Anwohner im Bereich von 250 Metern um den Fundort müssen ihre Wohnungen verlassen. Anwohner im Bereich von 500 Metern um den Fundort, müssen während der Entschärfung in ihren Wohnungen bleiben.

Die Anwohner werden über Lautsprecherdurchsagen und von den Mitarbeitern des Ordnungsamts, der Feuerwehr und der Polizei vor Ort informiert. Erst wenn alle Anwohner evakuiert sind, kann die Entschärfung der Bombe beginnen.

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