Baukosten

Bürgerhaus Oststadt: Baukosten steigen auf 4 Millionen Euro

Inzwischen ist auch von außen lesbar, dass das Bürgerhaus Oststadt ein beispielhafter Bau ist: Darauf weist die Aufschrift über dem Eingangsbereich hin.

Inzwischen ist auch von außen lesbar, dass das Bürgerhaus Oststadt ein beispielhafter Bau ist: Darauf weist die Aufschrift über dem Eingangsbereich hin.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Essen-Freisenbruch.  Die Kosten der Generalsanierung im Bürgerhaus Oststadt erhöhen sich erneut: auf vier Millionen Euro. Sie lagen anfangs bei 1,4 Millionen Euro.

Ein weiteres Mal soll sich die Summe für die Sanierung der Bürgerhauses Oststadt erhöhen: Vier Millionen Euro sollen die Arbeiten an dem Haus kosten, das für viele Menschen Anlaufstelle ist für Sprach- oder Sportkurse, für Theater- oder Karnevalsaufführungen, Ausstellungen oder Buchausleihe. Beliefen sich die Sanierungskosten zunächst auf 1,4 Millionen Euro, stiegen sie wegen des Denkmalschutzes bereits auf 3,3 Millionen Euro. Grund für die erneute Steigerung sind unter anderem weitere Asbestfunde und die erforderliche Generalsanierung der WC- und Duschanlagen.

Das 1976 eröffnete Haus ist ein wichtiger Treff, gelegen in Freisenbruch nutzen zahlreiche Besucher aus den großen Siedlungen im Bergmannsfeld und Hörsterfeld das breite Bildungs-, Integrations- und auch Freizeitangebot. Auf dem rund 10.000 Quadratmeter großem Grundstück befinden sich unter dem Dach des Bürgerhauses auch die Stadtteilbibliothek und ein Second-Hand-Laden, kommen die Awo-Gruppe und die Kinder der jüngst eröffneten Kita-Gruppe zusammen.

Neuordnung der Fluchtwege, Beseitigung von Schadstoffen, Sicherung im Außenbereich

Zu den im Laufe der Jahre dringend erforderlichen Arbeiten gehörten von Anfang an die Neuordnung der Fluchtwege, die Beseitigung von Schadstoffen und die Sicherung des Außengeländes, das zuletzt etwa für Sommerfeste nicht mehr genutzt werden durfte, da die Brüstungen Sicherheitsstandards nicht mehr erfüllten. Übergangsweise wurde der Bereich mit einem Bauzaun abgesperrt.

Schließlich wurde das vom Architekten Friedrich Mebes entworfene Bürgerhaus dann unter Denkmalschutz gestellt. Und da die anstehenden Arbeiten auch Eingriffe in die geschützte Substanz bedeuteten, musste das mit den Zuständigen vom Institut für Denkmalschutz abgesprochen werden. Es folgten Untersuchungen, Proben wurden genommen, Gebäudeteile geöffnet. Das bedeute auf der Ausgabenseite erst Mehrkosten von 1,9 Millionen Euro.

Die Erhöhung der Baukosten hat laut Stadt vielfältige Gründe

Nun hätten weitere Untersuchungen, zusammen mit den neuen Anforderungen des Brandschutzes und den denkmalpflegerischen Aspekten laut Stadt dafür gesorgt, dass die Pläne grundlegend überarbeitet werden müssen. Demnach kommen weitere Maßnahmen im Zuge der Generalsanierung hinzu, die die Kosten jetzt um 2,6 Millionen auf vier Millionen Euro erhöhen.

Die Erhöhung der Baukosten hat laut Stadt vielfältige Gründe. So haben die Verantwortlichen im Haus große Mengen asbesthaltige Spachtelmassen und Fugenkitt, PCB-haltige Anstriche und Mineralwollfasern gefunden. Sämtliche mit diesen Schadstoffen kontaminierten Baustoffe müssen entfernt werden, da sie Nutzer oder beteiligte Firmen während der Sanierung gefährden könnten.

Sämtliche Abhangdecken müssen demontiert werden

Die WC- und Duschanlagen müssen nun generalsaniert, der Zugang muss barrierefrei umgebaut werden. Bei der Deckensanierung fallen Arbeiten an der Beleuchtungstechnik inklusiv der Verkabelung an, die komplett erneuert werden muss. Und mit Blick auf die nun anstehende Schadstoffbeseitigung müssen sämtliche Abhangdecken demontiert und nach den Arbeiten denkmalgerecht wieder hergestellt werden.

Da die Brand- und die Einbruchmeldeanlage dem erforderlichen Stand der Technik nicht mehr entsprechen, steht auch für diese im Zuge des neuen Brandschutzkonzeptes eine Erneuerung an. „Der Aufzug hat das Ende seiner Funktionszeit erreicht“, heißt es zudem von der Verwaltung. Ein neuer Aufzug soll die barrierefreie Erschließung des Gebäudes nach den heutigen Standards ermöglichen. Mit dem Aufzug sollen die beiden Ebenen der Bibliothek verbunden werden.

Holzpergola am Dachüberstand

Im Außenbereich wird es zudem Arbeiten am Eingang geben. Dort müssen Graffiti entfernt und die Glastür muss denkmalgerecht wiederhergestellt werden. Die nachträglich dem Gebäude zugefügte und mittlerweile marode Überdachung vor der Außen-WC-Anlage wird abgerissen. Denkmalaspekte müssen auch berücksichtigt werden, wenn die Holzverkleidungen repariert werden und eine Holzpergola am Dachüberstand wieder angebracht wird. Für die Ausstattung der öffentlichen und Verwaltungsbereiche mit WLAN stellt die Bezirksvertretung Mittel zur Verfügung.

Die Stadt wiederum plant für die Dauer der Sanierung auf dem Gelände Container für einen Seminar-, einen Büroraum und WCs aufzustellen, die gekauft werden. Die Container werden als zentrale Anlaufstelle für die Besucher des Bürgerhauses dienen. So werde sichergestellt, dass während der Sanierung ein Basisbetrieb aufrechterhalten werden könne, teilt die Stadt mit. Die Kursangebote werden soweit möglich ausgelagert.

Rat entscheidet über die Baukostenerhöhung am 30. Oktober

Die Sanierungsmaßnahme soll im Januar 2020 mit der Schadstoffbeseitigung starten. Bislang sind dafür 3,3 Millionen Euro vorgesehen. Die Fortsetzung der Maßnahme sei damit zunächst gesichert. Um die weiteren baulichen Mängel beseitigen zu können, muss ein Beschluss über die Mehrkosten in Höhe von 700.000 Euro getroffen werden: Diese Entscheidung steht in der Sitzung des Rates am 30. Oktober an.

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