Maskenfund

Corona: Essener setzt Gasmaske des Großvaters instand

Ein bisschen furchterregend sieht die Gasmaske aus, die Hans Bovermann aus Essen-Fulerum auf dem Dachboden gefunden hat.   

Ein bisschen furchterregend sieht die Gasmaske aus, die Hans Bovermann aus Essen-Fulerum auf dem Dachboden gefunden hat.   

Foto: Bovermann

Essen-Fulerum.  Fulerumer findet bei der Suche nach einer Atemschutzmaske das Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg. Für den Notfall liegt die Maske jetzt im Auto.

Auf der Suche nach einer hochwertigen Atemschutzmaske in Corona-Zeiten wurde Hans Bovermann (73) aus Essen-Fulerum im Handel nicht fündig – wohl aber in einer Truhe auf seinem Dachboden. Dort fand er neben anderen Erinnerungsstücken eine Gasmaske, die sein Großvater aus dem Zweiten Weltkrieg mitgebracht hatte. Bovermann reinigte die Maske und hat sie jetzt im Auto liegen – um sich im Notfall schützen zu können.

Der Großvater sei trotz der Teilnahme an zwei Weltkriegen sehr alt geworden

Sein Großvater sei 1892 geboren worden und habe beide Weltkriege mitgemacht, Anfang der 1980er Jahre sei er verstorben. „Trotz der beiden Kriege und der Gefangenschaft ist er sehr alt geworden“, so Bovermann.

„Ich dachte erst, dass die Maske vielleicht aus dem Ersten Weltkrieg stammen könnte, in dem ja Giftgas eine große Rolle spielte. Aber dann habe ich das Jahr 1938 als Herstellungsjahr entdeckt und konnte sie zeitlich dem Zweiten Weltkrieg zuordnen“, berichtet der Fulerumer. Eine solche Maske sei damals wohl so etwas wie eine Lebensversicherung gewesen, weiß Bovermann aus Erzählungen. Sein Großvater sei Sammler gewesen, habe vieles aufbewahrt – so auch diese Maske.

Er habe die Maske dann sorgfältig gereinigt und instandgesetzt, so der Fulerumer. Sie bestehe aus festem Leder, starkem Tuch und die Filter seien aus Leichtmetall. Trotz des hohen Alters sei sie in einem recht ordentlichen Zustand und seiner Einschätzung nach funktionstüchtig. „Vielleicht werde ich sie später einem Museum schenken“, sagt der 73-Jährige.

Die Suche nach einer modernen Schutzmaske geht weiter

„Im Supermarkt habe ich sie noch nicht aufgesetzt. Es ist nicht auszuschließen, dass vor allem ältere Damen beim Anblick der Gasmaske in Ohnmacht fallen. Das wäre mir dann doch peinlich“, sagt Hans Bovermann. Solange er aber keine moderne hochwertige Schutzmaske bekomme, werde er die alte Gasmaske auf jeden Fall einsatzbereit im Auto mitführen – falls er irgendwo nur mit Maske eintreten dürfe. Bovermann: „Diese Maske hat im Krieg Menschenleben gerettet, warum sollte sie das nicht auch in Friedenszeiten tun?“

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