Stadtpark geräumt

Ordnungskräfte angegriffen: Verstöße gegen Corona-Regeln

Im Stadtgarten mussten die Ordnungskräfte - hier ein Archivbild - am Sonntag massiv werden.

Im Stadtgarten mussten die Ordnungskräfte - hier ein Archivbild - am Sonntag massiv werden.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen.  Um das Corona-Kontaktverbot durchzusetzen, musste die Stadt Essen den Stadtpark räumen. An anderer Stelle wurden Ordnungskräfte angegriffen.

Wachleute der Essener Servicegesellschaft RGE am Eingang, Ordnungsamts-Mitarbeiter an der Regattatribüne und an den abgesperrten Parkplätzen und am Uferweg Patrouillen der Zentralen Ausländerbehörde (ZAB) - falls jemand vorgehabt haben sollte, die Corona-Regeln zu missachten, wäre er an den beliebten Ausflugspunkten am Baldeneysee damit am Sonntag nicht weit gekommen. So blieb es hier am Sonntag entspannt.

Ganz anders im Stadtgarten, der am Sonntag sogar kurzzeitig ganz geräumt wurde. „Viele Besucher hielten sich nicht an das Kontaktverbot“, berichtet Stadtsprecherin Silke Lenz. 80 Personen habe man auf das aktuelle Grillverbot hinweisen müssen, dieses wurde dann untersagt. Weitere Hot-Spots waren laut Silke Lenz das Ruhrufer in Steele, der Krupp-Park in Altendorf sowie der Schlosspark Borbeck.

Corona: Am Altenessener Markt griff eine Gruppe von 20 Personen den Ordnungsdienst an

Im Laufe des Samstags gab es darüber hinaus einen Vorfall auf dem Altenessener Markt. „Eine Gruppe von etwa 20 Personen wurde durch den Ordnungsdienst angesprochen und auf das Kontaktverbot hingewiesen. Daraufhin wurden vier Mitarbeiter tätlich angegangen.“ Die herbeigerufene Polizei nahm eine Person fest, weitere Tatverdächtige konnten ermittelt werden. „Entsprechende Strafanzeigen folgen.“

Oberbürgermeister Thomas Kufen war nach einem Besuch im Lagezentrum erstaunlicherweise dennoch nicht unzufrieden: „Trotz des frühlingshaften Wetters halten sich die allermeisten Essenerinnen und Essener an die Auflagen der Kontaktsperre im öffentlichen Raum“, erklärte er im Netzwerk Facebook.

Corona: Ordnungskräfte schritten am Baldeneysee unnachsichtig ein

Um dem Geltung zu verschaffen, verstanden die Beamten auch am Baldeneysee keinen Spaß, schritten beispielsweise unnachsichtig ein, wenn sie eine Dreiergruppe sahen, bei der es sich ganz offenkundig nicht um eine Familie handeln konnte. Und auch kleine Picknicks auf den Wiesen der Wassersportclubs wurden freundlich aber bestimmt beendet.

Die Komplett-Sperrung der großen Parkplatzfläche vor der Regattatribüne sorgte wohl einerseits für einen etwas geringeren Andrang an Spaziergängern an diesem See-Abschnitt, andererseits verleitete sie Dutzende Autofahrer, ihre Fahrzeuge oberhalb der Fläche am Rand der Freiherr-von-Stein-Straße abzustellen. Die Verkehrsaufseher sparten nicht mit Knöllchen – wenn man so will ein kleiner, unfreiwilliger Beitrag für die Kosten, die die Absperrungen der Stadt verursachten.

Am Samstag war besonders Haus Scheppen ein Corona-Brennpunkt

Während es nach Ansicht des OB und auch nach Augenschein der Reporter dieser Zeitung es am Sonntag am See also eher entspannt zuging, hatten die Einsatzkräfte der Stadt und die abkommandierten Landesbeamten vom ZAB am Samstagmorgen alle Hände voll zu tun, um die verschärften Corona-Auflagen und insbesondere die Kontaktsperre durchzusetzen.

Unverbesserliche hatten an einigen Abschnitten am Baldeneysee immer wieder ihre eigenen Regeln aufzustellen versucht. So wurden die Absperrungen rund ums Haus Scheppen am Südufer zum Teil eigenmächtig entfernt, um den beliebten Motorrad-Treffpunkt weiter nutzen zu können. Die Stadt besserte nach, brachte die Beschilderung und die Barrieren wieder an.

Zunächst wurden laut Stadt am Regattaturm die Absperrungen schlicht ignoriert

Seit Samstag Mittag wurden die Sperren dann zusätzlich von Personal bewacht, so Stadtsprecherin Lenz: „Diejenigen, die dennoch durchfahren wollten, wurden entsprechend aufgeklärt und belehrt.“ Ähnlich aus dem Ruder lief die Situation zunächst auf dem Parkplatz am Regattaturm: Auch dort, so Lenz, sei die Absperrung vielfach schlicht ignoriert worden. Erst als die Stadt mehr Kräfte in den Einsatz schickte, leerte sich der Parkplatz.

Probleme machte auch der Andrang auf der Stichstraße vor dem Seaside-Beach. Auch dort musste die Stadt mit Personal und Material nachbessern.

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