Universitätsviertel

Der letzte Schandfleck am Univiertel weicht Studentenbuden

Abbruch-Charme in bester Lage: Seit Jahren gammelt „Schimmis Garage“, wie es auf einem Schild heißt, vor sich hin, jetzt soll die letzte Bruchbude an der Nordseite der Friedrich-Ebert-Straße einem Komplex mit Studentenwohnungen weichen.

Abbruch-Charme in bester Lage: Seit Jahren gammelt „Schimmis Garage“, wie es auf einem Schild heißt, vor sich hin, jetzt soll die letzte Bruchbude an der Nordseite der Friedrich-Ebert-Straße einem Komplex mit Studentenwohnungen weichen.

Foto: André Hirtz

Essen.   Alles strahlt im Univiertel, nur eine Schrottimmobilie fällt aus dem Rahmen. Bald aber soll der letzte Schandfleck 105 Studentenwohnungen weichen.

Schicke Wohnungen und moderne Bürobauten, ein großzügiger Grünstreifen, dazu das Hörsaalzentrum und seit neuestem auch die Zentrale der Funke Mediengruppe – das Universitätsviertel wäre ein Vorzeige-Quartier par excellence, gäbe es da nicht „Schimmis Garage“: eine versiffte Schrottimmobilie an der Nordseite der Friedrich-Ebert-Straße, die nicht nur Planern und Ortspolitikern seit langem ein Dorn im Auge ist. Jetzt aber soll auch der letzte Schandfleck einem Neubau weichen: 105 Studentenwohnungen füllen die Lücke.

Eine Nachricht, die allerorten Begeisterung auslösen würde, herrschte einstweilen nicht noch eine gehörige Portion Skepsis vor. Denn Anläufe, die heruntergekommene Ecke in der nördlichen Innenstadt aufzumöbeln, gab es schon länger. Als die zuständige Bezirksvertretung vor zweieinhalb Jahren die Stadt seufzend aufforderte, „gemeinsam mit dem Inhaber der Immobilie“ doch endlich eine Neubebauung voranzutreiben, teilten die Planer den staunenden Ortspolitikern mit, entsprechende Pläne gebe es doch längst.

Bis Ende des Jahres könnte der Komplex stehen

Denn kurz vor Weihnachten 2015 war im Planungsamt der Bauantrag für den Neubau eines Komplexes mit 80 Wohnungen und einem Laden im Erdgeschoss eingetrudelt. Das Vorhaben kam allerdings nie so recht von der Stelle, wurde von den Eigentümern ruhend gestellt, wieder aufgegriffen und sollte überarbeitet werden. Zwingen konnte man dazu allerdings niemanden. Und so ruhte still der See, bis an Weihnachten 2018 erneut eine Bauvoranfrage einging.

Nun geht es nicht mehr darum, das alte Gebäude zu sanieren, sondern größtenteils abzureißen und neu zu bauen. Und zwar schneller als mancher sich das vorzustellen vermag: „Bis Ende diesen Jahres“, sagt jetzt Olaf Bade, Deutschland-Manager des mittelständischen niederländischen Baukonzerns „Jan Snel“, könnte der Komplex mit 105 Studentenwohnungen stehen.

Modulweise bauen, wenn nötig im Drei-Schicht-Betrieb

D a s s dies funktioniert, hat „Jan Snel“ zuletzt in Amsterdam unter Beweis gestellt, und w i e es funktioniert in einem Video auf der Internet-Plattform Youtube demonstriert: Die kleinen Studenten-Buden entstehen in Modulbauweise auf eigenem Terrain, notfalls im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr, und werden dann per Tieflader an Ort und Stelle gebracht. 55 davon stehen beim Familienbetrieb „Jan Snel“ in der Garage.

800 Studentenwohnungen wuchsen binnen 324 Tagen in Amsterdam aus dem Boden, und so ähnlich will man auch an der Friedrich-Ebert-Straße vorgehen, wenn Schimmis Garage erst einmal abgerissen ist. Nach einem gefühlten Jahrzehnt des Schrottimmobilien-Daseins wollen sich hier viele aber erst freuen, wenn der Bagger kommt.

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