Ruhrbahn

Der neue Super-Elektrobus kommt in Essen gut an

Am Rathaus startete am Freitag der neue Super-Elektrobus zur Premierenfahrt in Essen. Mit dabei: Ruhrbahn-Vorstand Uwe Bonan (links) und Oberbürgermeister Thomas Kufen (rechts)

Am Rathaus startete am Freitag der neue Super-Elektrobus zur Premierenfahrt in Essen. Mit dabei: Ruhrbahn-Vorstand Uwe Bonan (links) und Oberbürgermeister Thomas Kufen (rechts)

Foto: André Hirtz

Essen.   Der neue Super-Elektrobus, der wie eine Tram aussieht, kommt in Essen gut an. Die Ruhrbahn lobt das Design. Bald können auch Fahrgäste mitfahren.

So sieht der Bus der Zukunft aus: Fast bis zum Boden reichende Seitenscheiben, hohe Decken, die Seitenwände am mittleren Durchgang und die Sitzbänke transparent. Der Fahrgastraum wirkt viel heller und größer. „Ein echter Hingucker. Richtig futuristisch“, schwärmt der Essener Ruhrbahn-Vorstand Uwe Bonan. Auf der ersten Fahrt vom Rathaus zum Zollverein fällt dieser fast 19 Meter lange schwarze Super-Bus sofort jedem auf. Denn das Fahrzeug der spanischen Firma Irizar sieht aus wie eine Straßenbahn, die Gummireifen sind halb verdeckt. Doch das Wichtigste steckt im Motorraum: der elektrische Antrieb, der so viel Power hat, dass er 155 Fahrgäste über 200 Kilometer weit und bis zu 80 Stundenkilometer schnell mit einer Batterieladung transportieren kann.

Das ist auch der Grund,warum Oberbürgermeister Thomas Kufen bei der ersten Premierenfahrt des großen Elektro-Busses „Irizar ie-tram“ in Essen am Freitag mit dabei sein wollte. Er unterstützt ausdrücklich das Mammutprojekt der Ruhrbahn, eines Tages nur noch abgasfreie Busse im Essener und Mülheimer Linienverkehr einzusetzen und damit einen eigenen Beitrag für bessere Luft auf den Straßen zu leisten. „Ich freue mich, dass die Ruhrbahn sich so innovativ engagiert“, berichtet er im Testfahrzeug, das im Fahrbetrieb leiser als andere Busse, bei der Anfahrt sogar fast geräuschlos ist.

In drei Jahren sollen die ersten E-Busse in Essen fahren

„Wir wollen Erfahrungen sammeln“, betont Ruhrbahn-Vorstand Bonan. Deshalb werde dieser Bus im Betriebshof Schweriner Straße und auf den Probefahrten zwei Wochen lang auf Herz und Niere gecheckt. Schon im Vorjahr stand ein über sechs Meter kürzeres Model hier auf dem Prüfstand. Ein zweiter, den Änderungswünschen angepasster Prototyp wird in diesem Herbst nochmal in Essen seine Runden drehen. „Danach werden wir entscheiden, wie es weiter geht“ , kündigt Bonan an. Setzt die Ruhrbahn in Zukunft nur auf den Elektromotor oder auf die Brennstoffzelle?

Möglicherweise wird es auf beides hinauslaufen. Ladestationen an Endhaltestellen wird es wohl doch nicht geben, Die Elektrobusse sollen hier vielmehr über Nacht in den Ruhrbahn-Betriebshöfen aufgeladen werden. Daher bräuchte die Ruhrbahn auch mehr Batteriekapazitäten in den Bussen.

Frühestens 2022 oder 2023 (später als zuerst geplant), so Bonan, werden in Essen die ersten abgasfreien Busse im Linienverkehr eingesetzt. Bis 2030 soll die Umstellung der Flotte auf „Zero Emission“ (Null Emission) abgeschlossen sein. Betroffen sind 230 Busse in Essen und rund 50 in Mülheim. Und die Kosten? „Wir rechnen noch“, sagt Uwe Bonan. Die Ruhrbahn ist hier vor allem auf Fördergelder angewiesen. Abgasfreie Busse sind doppelt so teuer wie normale Diesel-Busse.

Elektro-Superbus kostet rund 700.000 Euro

So kostet nach Angaben von Ferrostaal, Kooperationspartner von Irizar, der kürzere E-Bus des spanischen Herstellers rund 500.000 Euro, der Gelenkbus „Irizar ie-tram“ etwa 700.000 Euro – allein von diesem Modell werden bald rund hundert Exemplare in den beiden französischen Städten Amiens und Bayonne sowie in Barcelona fahren.

Hier in Essen haben Fahrgäste an drei Tagen Gelegenheit, auf normalen Linien-Zusatzfahrten im neuen Super-Elektrobus mitzufahren, und zwar am 13., 15. und 18. März auf der Linie 196 um 5.55 Uhr früh ab Hauptbahnhof zur Hafenverwaltung. Zurück geht es um 6.32 Uhr zum Hauptbahnhof und um 7.05 Uhr weiter zur Schweriner Straße. Um 7.33 Uhr wieder Start von der Schweriner Straße, um 7.50 Uhr weiter ab Hauptbahnhof, um 8.25 Uhr Ankunft Hafenverwaltung.

>>>MEINUNG DER FAHRGÄSTE GEFRAGT

  • Die Ruhrbahn will wissen, ob mehr Essener umsteigen, wenn die Fahrzeuge abgasfrei sind. Dafür bereitet das Unternehmen eine Reihe von Bürger- und Kundenbefragungen (online und im Fahrzeug) vor und startet damit im Testbus.
  • „Wir führen ein zeitgemäßes Instrument zur Bürgerbeteiligung ein, dass neben einer besseren Kundenorientierung der Ruhrbahn Gelegenheit gibt, frühzeitig Trends aufzuspüren und in unternehmerisches Handeln zu übersetzen“, erklärt Ruhrbahn-Marketingleiter Nils Hoffmann.

Neuer E-Bus der Ruhrbahn in Essen ist in der Testphase
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