Kunst im öffentlichen Raum

Die Brehminsel in Werden bekommt eine neue Löcherbach-Figur

Der Betrachter nimmt sich eher klein aus neben den Skulpturen von Roger Löcherbach: hier Barbara Schröder neben „Musica“ und „Herold“.

Der Betrachter nimmt sich eher klein aus neben den Skulpturen von Roger Löcherbach: hier Barbara Schröder neben „Musica“ und „Herold“.

Foto: P.T.

Essen-Werden.  Der Künstler Roger Löcherbach soll im Herbst mit der Anfertigung des „Schiffers“ beginnen. Seine großen Figuren prägen markante Punkte in Werden

Seine Figuren sind echte Hingucker: Mit mehreren Metern Höhe überragen die Holzskulpturen von Roger Löcherbach locker den menschlichen Betrachter.

Jüngst wurde eines seiner monumentalen Kunstwerke im Landschaftspark Duisburg-Nord installiert: eine Frau und ein Mann, die sich umschlungen halten. Ein anderes Paar des Fischlaker Künstlers steht in seiner Heimatnähe auf dem Platz der Werdener Feintuchwerke: „Herold“ und „Musica“. Und auf der Brehminsel soll es bald ebenfalls eine neue Figur, gefertigt aus einem Baumstamm, geben, berichtet die Werdener Löcherbach-Förderin Barbara Schröder.

Die Skulpturen vor der Basilika wurden nachbearbeitet

Wir treffen die 75-Jährige vor der Basilika, wo das Figurenpaar die Aufmerksamkeit auf der Grünfläche auf sich lenkt. Das Holz ist seit der Aufstellung 2016 merklich nachgedunkelt. Die Skulpturen seien abgebeizt und mit einer schützenden Lasur überzogen worden, berichtet Barbara Schröder, die damals einiges in Bewegung setzte, um die Finanzierung des Werkes zu sichern.

Neben Flohmarktaktionen und Spendensammlungen rührte sie über Jahre hinweg immer wieder die Werbetrommel bei Politikern und potenziellen Geldgebern. Eine Stiftung und die Sparkasse Essen finanzierten schließlich den Löwenanteil. Das Ziel, die Werke eines im Stadtteil ansässigen Künstlers im öffentlichen Raum zu zeigen, war erreicht.

Die Tiere symbolisieren die vier Honnschaften

Und mehr noch: Der Werdener Bürger- und Heimatverein engagierte Löcherbach, um die vier Honnschaften, die in Werden-Land noch erhalten geblieben sind, symbolisch darzustellen. Eine Kuh für Heidhausen („Kuh-Heiidsen“), ein Pferd für Holsterhausen („Päd-Holsterhusen“), ein Ferkel für Fischlaken („Ferkes-Fischlaken“) und eine Ziege für Hamm („Hippen-Hamm“) stehen seit Oktober 2017 auf der Grünfläche Am Schwarzen.

Die Idee kam bei der Begehung des Baumpfades

Nun ist Barbara Schröder wieder am Zuge. Als sie im Sommer 2018 an einer Führung über den Baumpfad auf der Brehminsel teilnahm, kam ihr die Idee für einen weiteren Standort von Löcherbach-Figuren. „Auf dem Spielplatz gibt es das vor vier Jahren aufgestellte Spiel-Schiff in Form einer Ruhr-Aake und auch zwei Pferde“, erklärt Schröder. „Direkt daneben steht eine erkrankte Platane, die gekappt werden musste.“ Als ihr Blick auf den Stumpf fiel, dachte sie an den Fischlaker.

Eine Skizze gibt es schon

Der war ebenfalls begeistert und fertigte die Skizze eines Schiffers an, die er aus dem vier Meter hohen Holz vor Ort anzufertigen gedenkt. Die Zeichnung wurde in der Sitzung der Bezirksvertretung IX im Juni dieses Jahres vorgelegt und stieß auf Zustimmung der Politiker – nicht nur, weil sie zum Ensemble passt, sondern weil die Finanzierung des Holzkunstwerkes gesichert ist.

Ausreichende Spenden (im vierstelligen Bereich) wurden nämlich vom Geschichts- und Kulturverein Werden akquiriert. „Die Kulturstiftung Essen und das Förderprogramm Heimat des Landes NRW haben wir mobilisiert“, konkretisiert Barbara Schröder.

Die Arbeiten sollen im Oktober beginnen

Wann kann Roger Löcherbach nun in Aktion treten? Nach Absprache mit Grün und Gruga soll der Künstler in Ruhe an dem Baumstumpf arbeiten können, wenn die Holzbrücke zur Brehminsel gegen eine Stahlkonstruktion ausgetauscht wird. „Das wird wohl im Oktober sein“, informiert die Werdenerin. Die es gern gehabt hätte, wenn der Entstehungsprozess von Spaziergängern beobachtet werden könnte. Doch: „Die Baustellenabsicherung dafür wäre zu kostspielig.“

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