Wirtschaftswachstum

Die Konjunkturaussichten in Essen trüben sich deutlich ein

Ein Arbeiter beim Schweißen (Archivbild). Die Unternehmen in Essen blicken skeptischer in die Zukunft.

Ein Arbeiter beim Schweißen (Archivbild). Die Unternehmen in Essen blicken skeptischer in die Zukunft.

Foto: Ingo Otto / Ingo Otto / Funke Foto Services

Essen.  Die IHK hat turnusmäßig die Essener Unternehmen zu ihrer Geschäftslage befragt. Beim Blick in die Zukunft überwiegen nun die Pessimisten.

Die seit Jahren guten Wirtschaftsaussichten in Essen erhalten nun auch einen Dämpfer. In der am Donnerstag veröffentlichen Herbstumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Essen, geben sich die Unternehmen deutlich zurückhaltender bei ihrer Einschätzung, wie sich ihre Geschäfte in den kommenden Monaten entwickeln werden. Erstmals seit 2013 überwiegen gar die pessimistischen Stimmen.

So erwarten laut IHK 17 Prozent der befragten Unternehmen im IHK-Bezirk mit den Städten Essen, Mülheim und Oberhausen einen günstigeren Verlauf ihrer Geschäfte; 22 Prozent befürchten eine Verschlechterung. „Damit erhält der Saldo zum ersten Mal seit Anfang 2013 wieder ein negatives Vorzeichen“, teilte die Kammer mit. In der Stadt Essen selbst sieht es mit 20 zu 22 Prozent zwar etwas günstiger aus, aber auch hier überwiegen die Skeptiker. Anfang des Jahres urteilten die Unternehmen noch deutlich positiver: 31 Prozent glaubten damals, die Geschäfte würden sich besser entwickeln, und nur 8 Prozent erwarteten Rückgänge.

Konjunkturklimaindex in Essen rutscht deutlich ab

Die skeptischere Erwartung der Betriebe spiegelt sich auch im Konjunkturklimaindex der IHK Essen deutlich wider. Mit 110 Punkten gibt der Index spürbar nach und liegt 14 Punkte unter dem Wert vom Jahresbeginn. „Diese Entwicklung betrachten wir natürlich mit Sorge. Allerdings waren die Umfrageergebnisse in den vergangenen Jahren auch ausgesprochen gut. Wir nähern uns langsam wieder dem Normalmaß“, sagte die stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführerin, Veronika Lühl. Wichtig sei jetzt, dass die Politik „keine neuen Stolpersteine in den Weg legt und die Wirtschaft zum Taumeln bringt. Neue Regulierungen oder eine Erhöhung von Steuern und Abgaben sind die falschen Wegweiser“, betonte Lühl.

Aus Sicht der IHK drücken die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und China aber auch der immer noch ungeklärte Brexit auf die Stimmung der Unternehmen auch in Essen. „Dennoch sehen wir Anzeichen, dass es nach einer kleinen Delle wieder aufwärts gehen kann“, so Lühl. Dazu zählt die IHK beispielsweise eine stabile Investitionsneigung oder die tendenziell positiven Beschäftigungsabsichten, die die Unternehmen in der Umfrage geäußert haben.

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