Bleaching

Endlich weiße Zähne: Was Bleaching kann und was nicht

Übliche Prozedur beim Profi-Bleaching: Das auf die Zähne aufgetragene Bleichmittel wird mit einem speziellen Licht bestrahlt, damit es besser wirken kann.

Übliche Prozedur beim Profi-Bleaching: Das auf die Zähne aufgetragene Bleichmittel wird mit einem speziellen Licht bestrahlt, damit es besser wirken kann.

Foto: Getty

Ruhrgebiet.   Für den Traum vom perfekten weißen Lächeln wird einiges in Kauf genommen. Ein Überblick über Chancen und Gefahren der Bleaching-Methoden.

Hollywoodstars machen es vor. Wenn sie in die Kameras lächeln, kann es nicht schaden, eine Sonnenbrille zur Hand zu haben. Weil das Blitzlicht so blendet, aber auch, weil ihre Zähne so strahlend weiß sind. Angeboren ist der perfekte Glanz in den meisten Fällen nicht. Viele helfen nach und hellen ihre Zähne auf. Beim Bleaching werden die Zahnoberflächen mit chemischen Mitteln gebleicht. Eine Methode, die auch für Menschen ohne Star-Status interessant sein kann.

Kaum ein Zahn erscheint von Natur aus so weiß wie ein makelloser Gletscher. Zahntechniker unterscheiden zwischen etlichen verschiedenen Farbnuancen. Hinzu kommt, dass sich die Farbe der Zähne im Laufe des Lebens verändert. „Die oberste Schicht nutzt sich ab, und die darunter liegende zweite Schicht erscheint dunkler“, sagt Prof. Mozhgan Bizhang, Oberärztin in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Witten/Herdecke.

Wein, Kaffee oder Tee hinterlassen ihre Spuren am Gebiss

Genuss- und Nahrungsmittel wie Rotwein, Kaffee oder schwarzer Tee hinterlassen bei ihrer Reise durch den Mund ihre Spuren am Gebiss. Und jetzt haben wir noch nicht über das Rauchen gesprochen, das es ebenfalls nicht gut mit den Zähnen meint.

„Vieles, das sich an der Zahnoberfläche ablagert, bekommt man mit regelmäßigen professionellen Zahnreinigungen wieder hin“, sagt die Expertin. Doch an manchen Punkten stößt auch die Profireinigung an ihre Grenzen: wenn die Ursache für die Verfärbung im Inneren des Zahns liegt. Das könne, so Bizhang, beispielsweise eine kleine Einblutung nach einer Wurzelbehandlung sein. In diesem Fall müsse der Zahnarzt den Zahn öffnen, ein Medikament einbringen und wieder verschließen.

Strenge Beschränkungen für frei erhältliche

Bleaching-Mittel in Deutschland

Und spätestens an dieser Stelle zeigt sich, warum Experten wie die Wittener Professorin dringend davor warnen, auf eigene Faust zu versuchen, die Zähne aufzuhellen. „Wie soll der Laie erkennen, welche Ursache hinter der Verfärbung steckt? Auch Karies sieht wie eine Verfärbung aus, deshalb sollte unbedingt ein Zahnarzt entscheiden, ob und wie sich die Zähne weißer machen lassen“, sagt Mozhgan Bizhang.

Um gesundheitliche Risiken so gut es geht auszuschließen, sind seit einigen Jahren in Deutschland nur noch Bleaching-Mittel frei erhältlich, die maximal 0,1 Prozent Wasserstoffperoxid enthalten. Das ist vielleicht gut für die Zähne, aber schlecht für die eigenen Erwartungen. „Das Ergebnis kann enttäuschend sein. Man stellt kaum eine Veränderung fest.“ Mit einem Bleaching beim Profi, also beim Zahnarzt, sei man auf der sicheren Seite. Zum einen kann er feststellen, ob sich die Zähne für eine Aufhellung eignen und wenn ja, welche Methode es sein sollte.

Es gibt Schienen, Streifen oder Mittel, die direkt auf die Zähne aufgepinselt werden. Und zwar so, dass Zahnhals und Zahnfleisch geschont werden. In einigen Fällen wird das Bleichmittel auf den Zähnen mit speziellen Lampen bestrahlt, um besser einwirken zu können.

Kosten für das Bleaching: bis zu 1000 Euro

Beim Profi-Bleaching in der Zahnarzt-Praxis kann die Konzentration des Wasserstoffperoxids bei bis zu 38 Prozent liegen – und damit um ein Vielfaches höher als bei den frei verkäuflichen Mitteln. „Aber man sollte nicht immer und immer wieder die Zähne bleichen. Der Zahn braucht auch Ruhe“, sagt Bizhang. Und das Portmonee womöglich ebenfalls. Die Krankenversicherung übernimmt die Kosten nicht — und sie liegen, je nach Praxis, bei bis zu 1000 Euro. Für Hollywoodstars ist das natürlich kein Argument.

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