Soziales Projekt

Energie-Riese Eon hilft jungen Menschen in Essen

Ortstermin in Holsterhausen: Eon-Chef Johannes Teyssen (m.) schaut sich die neu eingerichtete Wohnung für das Projekt „Begleitetes Wohnen“ an und ist zufrieden. Links: Caritasdirektor Björn Enno Hermans, rechts Verena Schnitzler (CSE), Leiterin der Ambulanten Erziehungshilfe.

Ortstermin in Holsterhausen: Eon-Chef Johannes Teyssen (m.) schaut sich die neu eingerichtete Wohnung für das Projekt „Begleitetes Wohnen“ an und ist zufrieden. Links: Caritasdirektor Björn Enno Hermans, rechts Verena Schnitzler (CSE), Leiterin der Ambulanten Erziehungshilfe.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen.  Eon hat das Projekt „Begleitetes Wohnen“ mitangestoßen für junge Erwachsene in Essen, die bei Pflegefamilien oder in Heimen gelebt haben.

Als Chef des Energie-Riesen Eon muss Johannes Teyssen dringende Herausforderungen wie etwa die Energiewende meistern. Und obwohl sein Terminplan sehr eng getaktet ist, nahm er sich Donnerstagmorgen beim Ortstermin in Holsterhausen viel Zeit für ein neues soziales Projekt. Eines, das er zusammen mit Caritasdirektor Björn Enno Hermans (Caritas- SkF-Essen) angestoßen hat. Es nennt sich „Begleitetes Wohnen“ und hat dieses Ziel: Jungen Erwachsenen, die Heim- oder Pflegekinder waren oder schlimmstenfalls auf der Straße gelebt haben, soll im eigenen Apartment der meist holprige Start in die Selbstständigkeit erleichtert werden. Doch der Mangel an solchen Wohnungen ist groß.

Ihr gemeinsamer Appell richtet sich deshalb an große Wohnungsgesellschaften ebenso wie an private Hauseigentümer in Essen – ihr Anliegen: Um das Projekt weiter auszubauen, werden dringend kleine Wohnungen mit ein bis zwei Zimmern sowie Küche und Bad benötigt.

Eon finanziert das Projekt „Begleitetes Wohnen“ mit 100.000 Euro

„Unsere Zielgruppen haben auf dem Essener Wohnungsmarkt allein kaum Chancen, eine günstige und bezahlbare Wohnung zu finden“, sagt Björn Enno Hermans. Der Hintergrund: Heim- und Pflegekinder seien mit Erreichen der Volljährigkeit häufig auf sich gestellt. Sie fallen aus der gesetzlichen Jugendhilfe und müssen auf eigenen Beinen stehen. Ämter aufzusuchen, Vorstellungsgespräche zu führen, sich um eine Wohnung zu bewerben – das sei für viele junge Leute ein Kulturschock, berichten die Essener CSE-Experten.

Der Essener Energiekonzern hat das Projekt „Begleitetes Wohnen“ mit einem komfortablen Zuschuss von 100.000 Euro ausgestattet. Geld, das insbesondere in die Ausstattung und Renovierung von Wohnungen fließt oder zur Zahlung der Miete eingesetzt werden kann. Die ersten beiden Wohnungen sind schon eingerichtet, eine ist bereits von einer jungen Frau bezogen worden. Das Dachgeschoss-Apartment ist 39 Quadratmeter groß und sehr hell, es ist unterteilt in Wohn-, Schlaf- und Essbereich mit einer nagelneuen Ikea-Küchenzeile.

Konzernchef Johannes Teyssen legt ein Bekenntnis zu Essen ab: „Hier sind wir zu Hause“

Der Eon-Chef lobt die schlichte, aber trotzdem gemütliche Einrichtung und legt ein Bekenntnis zu Essen ab.

Inzwischen haben 2000 Eon-Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in der Essener Eon-Zentrale, immer mehr würden auch nach Essen ziehen. „Essen ist als Sitz der Konzernzentrale die wichtigste Stadt unseres Unternehmens, hier sind wir zu Hause.“

In dieser Stadt angekommen zu sein bedeute auch, kulturelle, karitative, innovative und soziale Initiativen finanziell zu fördern. Teyssen weist auch darauf hin, dass Montanstädte wie Essen oder Gelsenkirchen nach der Ära von Kohle und Stahl eine geschichtliche Bürde zu tragen hätten und dabei oft allein gelassen worden seien.

Verena Schnitzler leitet bei CSE die Ambulante Erziehungshilfe und tritt eventuellen Bedenken von Hauseigentümern und Vermietern entgegen. Nicht der junge Erwachsene, sondern CSE trete als Vermieter auf. „Somit sind Mietausfälle und andere finanzielle Risiken ausgeschlossen.“ Auch bei der Auswahl der Mieter werde man sorgfältig vorgehen.

Die Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen würden mehrmals wöchentlich aufgesucht und dabei unterstützt, das Leben in der ersten eigenen Wohnung zu organisieren und eine berufliche Perspektive zu entwickeln. Björn Enno Hermans ist dankbar für das soziale Engagement des Eon-Chefs: „Das Projekt ist sinnvoll und hilft uns weiter.“

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