Bombe

Bombenfund in Essen: Anwohner behindern Evakuierung

Bereits am vergangenen Donnerstag wurde ein Blindgänger an der Bertha-Krupp-Realschule in Essen-Frohnhausen entschärft.

Bereits am vergangenen Donnerstag wurde ein Blindgänger an der Bertha-Krupp-Realschule in Essen-Frohnhausen entschärft.

Foto: Kerstin Kokoska/Archivbild

Essen.   Schon wieder ist eine Bombe an der Bertha-Krupp-Realschule in Essen entdeckt worden – und erneut haben Anwohner die Entschärfung verzögert.

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Erneut ist ein Blindgänger an der Bertha-Krupp-Realschule in Essen-Frohnhausen entdeckt worden. Die britische Fünf-Zentner-Bombe mit Aufschlagzünder, die an der Kerckhoffstraße 43 lag, wurde gegen 14.20 Uhr entschärft.

Für Ärger bei den Einsatzkräften sorgten unbelehrbare Anwohner, die ihre Wohnungen nicht verlassen wollten. Und: Als der Evakuierungsbereich bereits geräumt und die Bahnstrecke gesperrt war, liefen Anwohner zurück in die Gefahrenzone – und verzögerten so die Entschärfung. „Das Ordnungsamt hat bereits angekündigt, dass es dieses Mal Bußgelder verhängt“, so Trilling. Bis zu 1000 Euro können den Anwohnern drohen, die sich nicht an die Ansagen der Einsatzkräfte halten. Das Ordnungsamt werden nun alle Vorfälle genau prüfen.

Ingesamt waren rund 5250 Anwohner von dem Bombenfund betroffen. Über 90 Menschen fanden einen Unterschlupf in der Betreuungsstelle in der Gehörlosenschule Rheinisch-Westfälisches Berufskolleg Essen. 26 Krankentransporte wurden durchgeführt. Rund 160 Einsatzkräfte von Feuerwehr, der Polizei, der RGE, der Ruhrbahn, der Deutsche Bahn, des Ordnungsamtes sowie der entsprechenden Hilfsorganisationen im Einsatz.

Die Stadt Essen hat diese Karte mit den Sperrstellen veröffentlicht:

So haben wir über den Einsatz berichtet:

14.20 Uhr: Die Bombe wurde erfolgreich entschärft.

13.50 Uhr: Die Evakuierung ist nun endlich abgeschlossen. Sprengmeister Frank Stommel beginnt mit der Entschärfung.

13.14 Uhr: Anwohner sorgen weiterhin für Ärger. Laut Stadt-Sprecherin Jasmin Trilling sind mehrere Anwohner zurück in den eigentlich schon geräumten Evakuierungsbereich gelaufen. Momentan gebe es drei Einsätze. Damit verzögert sich der Zeitpunkt der Entschärfung weiter. Ärgerlich sei auch, dass der Bahnverkehr bereits umgeleitet werde, während die Einsatzkräfte nun dafür sorgen müssen, dass die unbelehrbaren Anwohner den Gefahrenbereich verlassen. „Das Ordnungsamt hat bereits angekündigt, dass es dieses Mal Bußgelder verhängt“, so Trilling. Bis zu 1000 Euro können den Anwohnern drohen, die sich nicht an die Ansagen der Einsatzkräfte halten.

13.04 Uhr: Nun ist auch der äußere Bereich rund um den Fundort zugezogen. Auch die Busse und Bahnen der Ruhrbahn sowie der Deutschen Bahn können nun nicht mehr in diesem Bereich fahren.

12.57 Uhr: Auch die Ruhrbahn ist von dem Bombenfund betroffen: Auf den Linien 101, 106, 109, 145 und 196 kann es zu Haltestellen-Ausfällen kommen.

12.52 Uhr: Die Deutsche Bahn teilt mit: Auf der Linie RE2 zwischen Essen und Düsseldorf kommt es zu Teilausfällen. Die Züge der Linie RE42 werden zwischen Gelsenkirchen und Duisburg über Essen-Altenessen umgeleitet. Die Züge der Linie RE1 und RE6 werden zwischen Dortmund Hbf und Duisburg Hbf über Oberhausen Hbf, Essen-Altenessen, Gelsenkirchen Hbf und Herne umgeleitet.

Auf der Linie S3 kommt es zu Teilausfällen zwischen Essen Hauptbahnhof und Oberhausen Hauptbahnhof. Auch bei der S9 gibt es – zwischen Steele Ost und Bottrop Teilausfälle.Die Züge der Linie S1 aus Richtung Solingen Hbf enden und beginnen in Mülheim(Ruhr)Styrum. Aus Richtung Dortmund Hbf enden und beginnen die Züge in Essen Hbf.

12.42 Uhr: Mittlerweile gibt es laut Stadt zwei Anwohner, die sich weigern, ihre Wohnungen zu verlassen. In beiden Fällen wurde die Polizei hinzugezogen. An einer Sperrstelle bestand ein Autofahrer darauf, unbedingt in den Gefahrenbereich fahren zu wollen. Auch dies sorgte für einen Polizeieinsatz. Stadtsprecherin Jasmin Trilling appelliert an die Bürger: „Je schneller alle kooperieren, desto schneller werden wir fertig.“

12.14 Uhr: Die Strecke der Deutschen Bahn muss laut Stadt während der Entschärfung gesperrt werden. Auch bei der Bombenentschärfung am vergangenen Donnerstag war dies der Fall: S-Bahnen pausierten, der Fernverkehr wurde umgeleitet. Auch die Ruhrbahn kann in der Zeit nicht in dem Bereich fahren.

Derweil sind die Sperrstellen am inneren Bereich zugezogen worden. Rund 50 Anwohner befinden sich in der Betreuungsstelle. Bislang wurden 20 Krankentransporte durchgeführt.

12.09 Uhr: Einsatz für die Essener Polizei: Weil ein Anwohner seine Wohnung nicht verlassen will, mussten die Mitarbeiter der Stadt die Polizei zur Hilfe holen, erklärte eine Stadtsprecherin. Bereits am Donnerstag gab es Ärger mit etlichen Anwohnern, die ihre Wohnungen nicht verlassen wollten. Feuerwehr-Sprecher Mike Filzen schrieb am Donnerstag dazu bei Facebook: „Solches Verhalten verlängert den Einsatz von immerhin rund 200 Einsatzkräften und führt dazu, dass alle anderen Betroffenen mit entsprechend zeitlichem Verzug wieder in ihre Wohnungen zurück dürfen. Deshalb die ausdrückliche Bitte: Folgen Sie in solchen Situationen unverzüglich den Anweisungen der Einsatzkräfte. Dann können die notwendigen Maßnahmen so rasch wie möglich umgesetzt werden. Zu Ihrem eigenen und dem Wohle aller Essener Bürger. Dankeschön.“

11.05 Uhr: Der erste Evakuierungsdurchgang läuft, die Mitarbeiter des Ordnungsamtes machen Lautsprecherdurchsagen. Laut Stadt sind insgesamt 160 Einsatzkräfte vor Ort.

10.47 Uhr: Die Stadt hat eine Betreuungsstelle für die betroffenen Anwohner eingerichtet. Diese befindet sich in der Gehörlosenschule Rheinisch-Westfälisches Berufskolleg Essen (Kerckhoffstraße 100, Zugang über Curtiusstraße 32).

10.16 Uhr: Laut Stadt wird Frank Stommel vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf die Fünf-Zentner-Bombe entschärfen.

10.01 Uhr: Laut Stadt liegen im Evakuierungsbereich: das städtische Gymnasium Alfred Krupp Schule, die Dependance der Gervinusschule an der Diegardtstraße 10, das Friedrichsbad, das Kinder- und Familienzentrum Bärenhöhle, die Kita Stadtpiraten, die Kita Phantasia, das Markus-Haus Essen und eine Außenstelle des Amtes für Soziales und Wohnen an der Freytagstraße 29 betroffen.

9.58 Uhr: Anwohner im Umkreis von 250 Metern um den Fundort des Blindgängers müssen ihre Wohnungen verlassen. Im Bereich von 250 bis 500 Metern rund um den Fundort sollen sich die Anwohner während der Entschärfung in ihren Wohnungen aufhalten, am besten in Räumen, die von der Bombe abgewandt liegen. In beiden Bereich sollten die Bürger vorsorglich ihre Fahrzeuge von den Straßen entfernen.

9.55 Uhr: Die Stadt Essen hat ein Info-Telefon für Bürger eingerichtet. Die Telefonnummer lautet: (0201) 123 88 88.

9.30 Uhr: Bereits am vergangenen Donnerstag war an der Bertha-Krupp-Realschule eine Fünf-Zentner-Bombe entschärft worden.Der Blindgänger wurde in einer Baugrube an der Schule entdeckt. Dort sollen Pavillons für mehr Schüler entstehen. Von der Entschärfung am Donnerstag waren insgesamt 5250 Anwohner betroffen.

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