Wohnungsbau

Essen: Politik legt neue Flächen für Wohnungsbau fest

Die Bürgerinitiative „Finger weg von Freiluftflächen“ konnte trotz Protestes nicht verhindern, dass an der Raadter Straße in Haarzopf gebaut werden soll.

Die Bürgerinitiative „Finger weg von Freiluftflächen“ konnte trotz Protestes nicht verhindern, dass an der Raadter Straße in Haarzopf gebaut werden soll.

Foto: Foto: KERSTIN_KOKOSKA

Essen.  SPD und CDU haben festgelegt, welche Freiflächen in Essen bebaut werden sollen. Vom Bürgerforum „Wo wollen wir wohnen“ blieben nur sieben übrig.

„Wo wollen wir wohnen?“ Diese Frage stellte die Stadt 420 Essener Bürgern im November 2018 beim gleichnamigen Bürgerforum in der Messe Essen. Mehr als ein Jahr danach hat der Ratsausschuss für Stadtplanung und Bauordnung einen Schlussstrich unter das Beteiligungsverfahren gezogen. Mit den Stimmen von SPD und CDU legte das Gremium sieben Flächen fest, die bebaut werden sollen.

Es handelt sich um Flächen an der Alleestraße 22 in Freisenbruch, an der Bonifaciusstraße 187 in Schönebeck, an der Dinnendahlstraße in Huttrop und an der Stauderstraße/Emscherstraße in Altenessen.

Mitglieder der Haarzopfer Bürgerinitiative trugen aus Protest grüne Westen

Ferner sollen Wohnungen auf dem ehemaligen Sportplatz an der Serlostraße in Altendorf entstehen sowie an der Raadter Straße/Eststraße in Haarzopf. Letzteres stößt auf entschiedene Ablehnung der Bürgerinitiative „Finger weg von Freiluftflächen“. Zahlreiche, mit grünen Westen bekleidete Mitglieder der Initiative wohnten der Abstimmung im Planungsausschuss bei.

Grüne und Linke hatten sich in eigenen Anträgen vergebens gegen Wohnungsbau an der Raadter Straße ausgesprochen. Die Fläche liege nicht im Landschaftsschutzgebiet, deshalb spreche aus Sicht der SPD nichts gegen eine Bebauung, so der Vorsitzende des Planungsausschusses, SPD-Ratsherr Thomas Rotter.

Die Linken hätten gerne auch eine Bebauung an der Serlostraße verhindert. Anwohner wünschten dort lieber eine Grünfläche, so Ratsherr Wolfgang Freye. Durchdringen konnte die Linke damit nicht.

SPD und CDU wollten am Verfahren des Bürgerforums festhalten

Einstimmig wies der Ausschuss hingegen den Vorschlag der Planungsverwaltung zurück, weitere 13 Flächen als potenzielles Baugebiet genauer zu untersuchen, obwohl sie beim Bürgerforum nicht als „sehr gut“ oder „gut“ geeignet eingestuft worden waren. „Wir wollten von dem vorher festgelegten Verfahren nicht abweichen“, erläuterte Uwe Kutzner, planungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, die Beweggründe, dem Vorschlag nicht zu folgen.

Das Bürgerforum sei keinesfalls gescheitert, betonte der Sprecher. „Den Versuch war es wert“, soviel kann Thomas Rotter (SPD) dem Bürgerforum abgewinnen.

Es sei richtig gewesen, die Bürger frühzeitig mitzunehmen, betont Kutzner. Ob man noch einmal Ortsunkundige in Kleingruppen entscheiden ließe, sei dahingestellt. Diese hatten 28 Flächen aus rund 100 ausgewählt. Am Ergebnis, aber auch am Verfahren hatte sich Kritik vor Ort entzündet.

Sobald der Rat der Stadt das Votum des Planungsausschusses bestätigt hat, werden die sieben ausgeguckten Flächen in das Bauleitprogramm der Verwaltung aufgenommen. Offen bleibt, wann und wo die ersten Häuser hochgezogen werden.

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