Bildung

Essens Privatschulen nehmen deutlich mehr Schüler auf

Freut sich auf die neue Schule: Clara (10) stellt sich am BMV-Gymnasium bei Schwester M. Ulrike vor.

Freut sich auf die neue Schule: Clara (10) stellt sich am BMV-Gymnasium bei Schwester M. Ulrike vor.

Foto: Arend

Essen.   Das Don Bosco-Gymnasium in Borbeck, das BMV-Gymnasium in Holsterhausen und die Sekundarschule des Bistums in Stoppenberg bilden mehr Klassen.

Alle sind sie an ihre Grenzen gegangen, wo es geht, wurde aufgestockt: Essens private Schulen haben als Konsequenz aus der starken Nachfrage an ihren Schulen am großen Anmeldetag am vergangenen Samstag die Kapazitäten aufgestockt. Für das Don Bosco-Gymnasium der Salesianer in Borbeck hatte dies Schuldirektor Lothar Hesse bereits vor dem Wochenende angekündigt. In der Tat folgte der Orden seiner Argumentation, bei 148 Jungen und Mädchen, die im Sommer an der „Penne“ an der Theodor-Hartz-Straße starten wollen, mit vier Klassen zu starten: „Die Entscheidung ist gefallen, wir werden pro Klasse 30 oder 31 Kinder aufnehmen.“ Knapp 30 Kinder wird Hesse enttäuschen müssen: „Wir werden spätestens bis Ende der Woche alle informiert haben.“

Das BMV-Gymnasium bildet sechs Eingangsklassen

Auch am BMV-Gymnasium in Holsterhausen werden angesichts der 182 Anmeldungen sechs Klassen gebildet, jeweils mit 28 oder 29 Kindern. Alle Klassen werden gemischt sein, da es für eine reine Mädchen-Klasse nur sechs Bewerberinnen gab. In den Klassen wird es dennoch einen deutlichen Überhang an Mädchen geben. Nur ein Drittel werden Jungen sein, „es dauert immer eineinhalb Generationen, bis sich das an einem ehemaligen Mädchengymnasium ausgependelt hat“, sagt Schulleiterin Schwester M. Ulrike.

An der Sekundarschule geht das Bistum an die Grenzen

An die Grenzen des Machbaren geht das Ruhrbistum in seinem Stoppenberger Schulzentrum. „Wir müssen an der Sekundarschule eine siebte Klasse bilden, um wenigstens ein wenig den Dampf rauszunehmen“, sagt Schuldezernentin des Bistums, Eva Lingen. Denn am Samstag zählte die Sekundarschule sagenhafte 282 Anmeldungen – für jetzt 175

Schulplätze. „Wir müssen 107 Jungen und Mädchen absagen, das sind schon harte Entscheidungen.“ Denn da die Sekundarschule Haupt- und Realschule vereint, sind die Noten nicht allein ausschlaggebend. „Wir hatten eigentlich gehofft, dass wegen der Umstellung auf das Abitur nach neun Jahren zum Sommer der Andrang etwas zurückgeht“, sagt Lingen. Doch offensichtlich sei die Schulform, die es so in Essen nur in Stoppenberg gibt, so beliebt, dass sich das Bistum kaum retten könne vor Nachfragen. Immerhin: Zu den 123 katholischen und 32 evangelischen Jungen und Mädchen kommen noch 16 muslimische Kinder hinzu, „die sich ganz bewusst für uns entschieden haben“, sagt Lingen.

Die Oberstufe läuft voll

Ein Haus weiter, am Gymnasium am Stoppenberg, wird es trotz der 126 Anmeldungen bei 90 bis 93 Plätzen bleiben, weil vor allem die Oberstufe mit den Übergängen von der Sekundarschule dramatisch vollläuft, „und wir hier einfach keinen Raum mehr frei haben“, sagt Eva Lingen. Auch das Mariengymnasium in Werden wird bei den angekündigten zwei reinen Jungen- und zwei reinen Mädchen-Klassen bleiben. Bei 122 Anmeldungen wird es in Werden deshalb nur ein dutzend Absagen geben.

>>>>> EIN SCHÖNER TAG IM SCHULJAHR

  • Für Schwester M. Ulrike ist es immer „ein schöner Tag im Schuljahr“: So viele Kinder mit ihren Erwartungen und Hoffnungen, denen sie an diesem Tag begegnet: „Viele haben sich vorher Gedanken gemacht, das merkt man in den Gesprächen, alle haben sich sehr bewusst für das BMV entschieden.“ So wie Kajsa Meiler mit ihrer Mutter Nicole. Sie hat selber das BMV besucht und sehr gute Erinnerungen: „Ich gehe regelmäßig zu den Ehemaligen-Treffen.“ Obwohl sie in Überruhr leben, will das Mädchen den langen Schulweg auf sich nehmen. „Das BMV war uns wichtig, weil die Schule christliche Werte vermittelt und den Kindern eine klare Struktur bietet.“
  • Am Gymnasium in Stoppenberg geht es am Samstagmorgen ruhig zu: Die Schule hat lange Erfahrung mit dem Tag, die Abläufe sind eingespielt. Tatjana und Alexey Andreev haben ihre zehnjährige Tochter Kerstin angemeldet, die Familie ist russisch-orthodox, die christliche Orientierung ist ihnen wichtig: „Uns hat aber auch das handwerkliche Angebot gefallen.“ Für Kerstin ist die Sache klar: „Meine Freunde haben sich hier auch angemeldet, wir wohnen nicht weit, die Schule ist toll.“
  • Für Direx Rüdiger Göbel steht immer die Frage im Mittelpunkt, „ob das Kind zu uns passt, wie sein Sozialverhalten ist und seine außerschulischen Aktivitäten aussehen.“ Die Religion ist nicht zentral entscheidend: Zu den etwa 80 katholischen Kindern kommen 27 evangelische, sieben orthodoxe, ein chaldäisches und zwei muslimische Kinder, dazu ein Hindu und acht Kinder, die noch nicht getauft sind: Daraus wird die neue Schülerschaft gebildet.

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