Folkwang-Oper

Folkwang-Uni: quicklebendiger „Sommernachtstraum“ in Essen

Szene aus Benjamin Brittens „Midsummer Night's Dream“ an der Folkwang Universität der Künste.   

Szene aus Benjamin Brittens „Midsummer Night's Dream“ an der Folkwang Universität der Künste.  

Foto: Léontine Brunaux.

Essen.  Folkwang-Uni bringt Benjamin Brittens „Midsummer Night’s Dreams“ auf die Bühne. Studenten überzeugen mit Ehrgeiz und glühender Spielfreude.

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Shakespeares „Sommernachtstraum“ hat es der Folkwang Universität offensichtlich angetan. Im Rahmen ihrer traditionellen „Winter-Oper“ präsentierten die Studenten diverser Ausbildungsdisziplinen anlässlich des 90. Geburtstags der Universität vor zwei Jahren Henry Purcells barocke Adaption des beliebten Shakespeare-Stoffs. In diesem Jahr steht mit Benjamin Brittens Vertonung des „Midsummer Night’s Dreams“ eine modernere Version aus dem Jahre 1960 auf dem Programm.

An der dreistündigen Produktion sind nahezu alle Bereiche aus den Fächern Gesang, Musiktheater, Physical Theatre, Tanz und natürlich den Instrumentalklassen beteiligt. Bereits die Koordination der vielen Sparten stellt hohe organisatorische Anforderungen an das Team, von den musikalischen und szenischen Ansprüchen ganz zu schweigen. Auch wenn Britten Shakespeares Stück in eine weitgehend leichtfüßige, in ihrer Transparenz Mendelssohn nahe stehende Musik ohne romantisierte Pathetik tauchte, haben die Ausführenden doch einen dreistündigen Kraftakt zu leisten, dessen Strapazen man ihnen nicht anmerken darf.

Stück zeigt den Ehrgeiz und die glühende Spielfreude der Studenten

Dass nahezu alle Sängerinnen und Sänger den feinen, leichten Tonfall der Musik über die gesamte Distanz ohne Ermüdungserscheinungen sicher trafen, obwohl Regisseur Anthony Pilavachi auf ein bewegungsintensives, quicklebendiges Spiel Wert legt, spricht für den hohen Ausbildungsstand des Instituts, aber mehr noch für den Ehrgeiz und die glühende Spielfreude der Studenten. Wobei Pilavachi auch nicht mit Humor geizt, doch selbst in den Handwerker-Szenen auf banale Plattitüden verzichtet.

Eindrucksvolle Gesamtleistung des Ensembles

Der filigrane Parlando-Ton der meisten Rollen fordert den Solisten eine hohe Dosis an Stilgefühl, Intonationssicherheit und rhythmischer Präzision ab. Es wäre angesichts der eindrucksvollen Gesamtleistung ungerecht, einzelne Solisten herauszustellen. Das gilt natürlich auch für die Musiker im Orchester, die Brittens feine klangliche Schattierungen und Effekte unter der Leitung von Wolfram-Maria Märtig überzeugend zum Ausdruck bringen und den Sängern sicheren Halt bieten.

Die schlichten, aber Shakespeare-nahen und vollkommen ausreichenden Dekorationen und Kostüme von Alexandra Tivig unterstreichen die konzentrierte, gleichwohl lockere und agile Personenführung des Regisseurs. Der begeisterte Beifall für die ebenso anspruchsvolle wie hochwertig ausgeführte Produktion war mehr als berechtigt.

Letzte Vorstellung, 11. Dezember, 19.30 Uhr, Neue Aula in Werden (Klemensborn 39). www.folkwang-uni.de).

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