Kommentar

Kulturpolitiker sollten freie Szene mehr bedenken

Wieviel ist der ehemaligen Kulturhauptstadt der Erhalt ihrer freien Szene wert? Essen täte gut daran, ihre Mittel gerechter zu vergeben.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Essen insgesamt und Rüttenscheid besonders können sich einer vielfältigen Kulturlandschaft rühmen, die zahlreiche Bühnen auf engem Raum bieten. Allein zwischen dem Südviertel und Holsterhausen sind in den vergangen Jahren und Jahrzehnten viele freie Spielstätten entstanden, die allesamt ihre Nische und ihr Publikum gefunden haben. Beispiele gefällig? Rü-Bühne, Theater Courage, das Theater Essen-Süd, das Sago-Theater und eben auch das Katakombentheater sind allesamt Beleg für eine große Vielfalt auf kleinem Raum.

Sie alle haben gemeinsam, dass der Idealismus groß, das Budget aber viel zu klein ist. Veraltete Bühnentechnik, unterbezahltes Personal und das große Ringen um die zu knapp bemessenen Kultur-Fördertöpfe bestimmen den Alltag all dieser kleinen Häuser. Eine ehemalige Kulturhauptstadt muss sich die Frage gefallen lassen, ob das im Jahr 2018 noch zeitgemäß ist. Vor allem den Kulturpolitikern dieser Stadt sollte daran gelegen sein, mehr Gerechtigkeit zu schaffen und die freie Szene endlich großzügiger zu bedenken. Hier will sich kein Theater die Taschen voll machen. Lenkt niemand ein und muss das Katakombentheater tatsächlich schließen, hätte die Stadt Essen einen großen interkulturellen Botschafter verloren.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben