Geruch

Gestank in Essen: Verursacher erklärt, wie es dazu kam

Über das Gewerbegebiet Ostviertel in Essen zog am Dienstagabend ein übler Gestank. Die Feuerwehr konnte den Verursacher ausfindig machen.

Über das Gewerbegebiet Ostviertel in Essen zog am Dienstagabend ein übler Gestank. Die Feuerwehr konnte den Verursacher ausfindig machen.

Foto: Hans Blossey (Archivbild)

Essen.  Ein übler Geruch hat sich am Dienstagabend über Essen ausgebreitet. Der Verursacher des Gestanks war der Feuerwehr bereits bekannt.

Mieser Gestank am späten Dienstagabend in Essen: Dutzende Anrufer aus den Stadtteilen Huttrop und Bergerhausen hatten sich bei Feuerwehr und Polizei über eine massive Geruchsbelästigung beschwert. Am Ende konnte die Feuerwehr die Quelle der Belastung ermitteln.

Es stank unangenehm faulig nach einer Mischung aus gekochtem Kohl und faulen Eiern, berichteten Anwohner der Feuerwehr. Mit Messfahrzeugen von Feuerwehr und Landesumweltamt (LANUV) machten sich Kräfte auf die Spur. „Die Einsatzkräfte bestätigten einheitlich, dass sie „nasometrisch“ üble Gerüche wahrnehmen könnten“, berichtete die Feuerwehr am Mittwochmorgen.

Gestank in Essen entstand bei einem Industrieunternehmen

„Zunächst kamen die Anrufe aus Stadtteilen südlich der Elisenstraße, später waren eher nördliche Stadtteile betroffen“, teilte die Feuerwehr mit. Die wusste schließlich, wo sie genauer suchen musste: „Da es in der Vergangenheit bereits ähnliche Vorfälle gab, kontaktierte gegen 21.15 Uhr ein Führungsfahrzeug einen Betrieb in der Elisenstraße“. Der entpuppte sich als Volltreffer.

Der Gestank kam aus einer Produktionsanlage der Firma CarboTech auf dem Gelände der früheren Zeche Königin Elisabeth an der Elisenstraße. Seit 60 Jahren stellt CarboTech Aktivkohle her und reaktiviert verbrauchte Aktivkohle, erklärt Julian Strotmann, Geschäftsführer für den Bereich Produktion und Technik auf Nachfrage dieser Zeitung. Die Anlage sei abgeschaltet gewesen, weil in einem Staubfilter ein Filtersack gerissen war: „Die Anlage besteht aus etwa 200 jeweils sechs Meter langen Schläuchen. Wenn einer davon reißt, tauschen wir zur Sicherheit alle aus“, sagte Strotmann.

Freigesetzte Stoffe sind laut Unternehmen völlig ungefährlich

Der Gestank, der bei den Arbeiten aus der Filteranlage entwich, sei durch Schwefelsäureverbindungen in der Aktivkohle entstanden, erklärte Strotmann und sei „vollkommen ungefährlich“, versicherte er. Im Jahr 2018 habe es einen ähnlichen Zwischenfall gegeben, bestätigte Strotmann: „Wir werden regelmäßig durch die Bezirksregierung Düsseldorf angefragt, wenn es irgendwo in Essen stinkt“, sagte Strotmann. „Aber in den meisten Fällen sind wir nicht die Ursache“.

Laut Feuerwehr Essen waren die Arbeiten an dem Filter gegen zwei Uhr in der Nacht beendet. Der Geruch habe sich dann langsam verflüchtigt. Das Unternehmen CarboTech gehörte früher zur Ruhrkohle AG und war zu dieser Zeit die Forschungsanstalt des Unternehmens. Seit 1974 wird in dem Unternehmen auch alte Aktivkohle recycelt, die als Adsorptionsmittel unter anderen in Chemie, Medizin und bei der Abwasserbehandlung verwendet wird. (dae)

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