Glatteis

Glatteis verursacht in Essen 79 Unfälle und unzählige Stürze

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Die Feuerwehr musste auch zur A40 ausrücken. In Essen und Mülheim  ereigneten sich insgesamt 120 Verkehrsunfälle, die durch Glatteis verursacht wurden.

Die Feuerwehr musste auch zur A40 ausrücken. In Essen und Mülheim ereigneten sich insgesamt 120 Verkehrsunfälle, die durch Glatteis verursacht wurden.

Foto: ANC-News

Essen.   An so viele Glatteisunfälle in kurzer Zeit können sich weder Polizei noch Feuerwehr in Essen erinnern: Die Einsatzkräfte waren im Dauereinsatz.

Das Blitzeis hat Essen am Wochenende besonders heftig erwischt: Die Feuerwehr meldete am Sonntagmorgen 66 Rettungseinsätze, die allein durch Stürze auf spiegelglatten Straßen und Gehwegen verursacht wurden. Die Polizei musste zu 79 Verkehrsunfällen ausrücken, bei denen meistens nur Blechschäden zu beklagen waren. In Essen und Mülheim seien vier Menschen leicht verletzt worden, sagte Polizeisprecher Peter Elke.

Besondere Unfallschwerpunkte habe es in Essen nicht gegeben, „es war überall gefährlich glatt“, so Elke. Allerdings sei Essen im Vergleich zum Umland besonders stark betroffen gewesen, nirgends sonst in den Nachbarstädte hätten sich die Unfälle derart gehäuft. „Das Gefährliche am Blitzeis ist, dass man es zunächst nicht sieht. In Verbindung mit Schnee fahren die Menschen ohnehin vorsichtiger. So aber wurden viele Autofahrer und Fußgänger trotz Warnung durch den Deutschen Wetterdienst oft überrascht“, vermutet Peter Elke.

Patienten kamen im Zwei-Minuten-Takt in die Notaufnahme in der Uni-Klinik

Auch die Feuerwehr blickt auf einsatzreiche Stunden zurück. Besonders viele Unfälle hätten sich in der Zeit zwischen 18 und 1 Uhr ereignet, sagte Feuerwehrsprecher Mike Filzen. Fünf Mal rückte die Feuerwehr aus, um quergestellte Fahrzeuge zu bergen. Zudem war der Rettungsdienst 66 Mal im Einsatz, um gestürzten Menschen zu helfen. Viele hätten sich durch die Stürze Prellungen, Brüche und Hämatome zugezogen, berichtet Mike Filzen.

Das bestätigen auch die Notfallaufnahmen in der Stadt: Im Uni-Klinikum wurden bis zum Sonntagmorgen 40 Menschen nach Stürzen auf spiegelglatter Straße behandelt, weiß Arzthelferin Sabine Grau: „Die Patienten kamen hier am Samstagabend im Zwei-Minuten-Takt rein. Die meisten mussten wegen Frakturen und Kopfwunden behandelt werden, konnten nach ambulanter Behandlung aber wieder nach Hause.“ Thomas Kalhöfer, Sprecher des Elisabeth-Krankenhauses, weiß von fünf stationären Fällen zu berichten: „Die durch Glatteis verursachten Stürze waren so schwer, dass die Menschen weiter behandelt werden müssen.“ Grundsätzlich sei nach dem ersten Glatteis des Winters immer eine Zunahme der Unfälle zu beobachten: „Viele Menschen sind dann noch nicht darauf eingestellt“, so Kalhöfer.

Feuerwehrfahrzeuge verursachten Unfälle in Kettwig und Haarzopf

Dabei hatten auch die Rettungskräfte selbst Probleme bei ihren Einsätzen: In den Stadtteilen Haarzopf und Kettwig kam es jeweils zu einem Verkehrsunfall mit einem Rettungsfahrzeug. In der Straße Auf’m Bögel in Haarzopf rutschte ein Löschrettungsfahrzeug in vier parkende Pkw und verursachte hohen Sachschaden. Dort mussten die beteiligten Fahrzeuge mit Hilfe eines hinzugerufenen Streuwagens der Essener Entsorgungsbetriebe und mehreren Einsatzkräften aufwendig geborgen werden.

In Deutschland seien laut Straßenverkehrsordnung keine Spikes erlaubt, weiß Filzen: „Am Samstag hätten wir sie allerdings gut gebrauchen können.“ Bei extremer Glätte wie am Wochenende empfiehlt er Fußgängern entweder, den Weg mit Sand abzustreuen oder aber Kunststoff-Spikes für die Schuhe, die es im Einzelhandel gibt. „Grundsätzlich aber“, so Filzen, „sollte man bei solchen Bedingungen am besten zu Hause bleiben.“

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