Kontrollen

Großeinsatz im Gewerbesumpf: Stadt Essen deckt Verstöße auf

Stadt und Polizei waren nicht zum ersten Mal im wilden Gewerbegebiet an der Ripshorster Straße in Essen-Dellwig im Einsatz.

Stadt und Polizei waren nicht zum ersten Mal im wilden Gewerbegebiet an der Ripshorster Straße in Essen-Dellwig im Einsatz.

Foto: Klaus Micke / FUNKE Foto Services

Essen.  Politik der Nadelstiche im wilden Dellwiger Gewerbegebiet geht weiter. Stadt ahndet Verstöße. Für Kontrollen wurde der Bahnverkehr eingestellt.

In ihrem Bemühen, den wilden Gewerbesumpf an der Ripshorster Straße in Essen-Dellwig nach und nach trocken zu legen, hat die Stadt am Donnerstag ihre Politik der Nadelstiche fortgesetzt: Mehrere Ämter waren nach Hinweisen vor Ort und gingen Beschwerden von Anwohnern nach, die nicht abreißen, sagte Stadtsprecherin Silke Lenz am Freitag. Für die Dauer des Großeinsatzes stellte die Bahn ihren Zugverkehr zwischen Essen-Altenessen und Essen-Bergeborbeck aus Sicherheitsgründen ein. So sollte verhindert werden, dass sich Menschen, die vor den Behörden flüchten könnten, in Lebensgefahr bringen. Die Gleise verlaufen direkt hinter dem kontrollierten Gelände. Die Polizei war ebenfalls mit einem Aufgebot vor Ort, um die Arbeit der Stadtmitarbeiter abzusichern. Betroffen von den zwangsläufigen Verspätungen waren die Züge RE 1, RE 42 und S 2 bis etwa 13.30 Uhr.

Der Einsatz war einmal mehr mit der Bahn abgesprochen, sagt Lenz, und auch diesmal nicht unbegründet, zeigt die Bilanz am Tag danach: Ein illegaler Beherbergungsbetrieb ganz in der Nähe des Gewerbegebiets wurde nach wiederholten Verstößen gegen die Bauordnung komplett dicht gemacht. Dort übernachteten offensichtlich zu viele Menschen in zahlreichen Betten und Stockbetten auf zu wenige Räumlichkeiten verteilt, um tagsüber Autos zu zerlegen oder Kühlschränke auszuschlachten. Für das Gewerbegebiet typische Arbeiten, denen oftmals nachgegangen wird, ohne die dafür geltenden Vorschriften zu beachten, wie die Behörden einmal mehr bei dem Ortstermin feststellen mussten.

Eine Umweltstraftat wird mit 5000 Euro Bußgeld geahndet

Wegen eines wasserrechtlichen Verstoßes wurde ein 5000 Euro schweres Bußgeldverfahren eingeleitet. Das aufgedeckte Umweltdelikt sei ein Straftatbestand, sagte Lenz. Es werde jetzt gegen den Verursacher ermittelt. Auch in der Vergangenheit hatten die Kontrolleure immer wieder festgestellt, dass man es mit der korrekten Entsorgung von Altölen oder Kühlmitteln an der Ripshorster Straße wohl nicht allzu genau nimmt.

Die Ausländerbehörde überprüfte zwei Fälle eines mutmaßlich illegalen Aufenthalts, einer davon wurde an die Polizei weitergegeben, um weitere rechtliche Fragen zu klären. Zudem holte das Ordnungsamt einige Fahrzeuge von der Straße, da die Halter der Aufforderung, sie zu beseitigen, nicht nachgekommen sind. Das selbe Schicksal könnte 35 weitere Autos ereilen, die abgemeldet und damit widerrechtlich am Straßenrand geparkt waren. Sind sie nicht innerhalb von drei Tagen verschwunden, nimmt sie ein Abschleppwagen an den Haken.

Stadt will an der Ripshorster Straße sauberes Gewerbe etablieren

Es wird wohl noch einige Zeit ins Land ziehen, bis die Stadt ihr Ziel an der Ripshorster Straße erreicht: Dort nach dem Kauf eines rund 26.000 Quadratmeter großen Grundstücks den Schandfleck zu beseitigen, um für die Zukunft sauberes Gewerbe zu etablieren. Doch der Wandel in Dellwig braucht Zeit – nicht zuletzt wegen mietrechtlicher Hürden sind die ansässigen Gewerke nicht so einfach vom Hof zu jagen.

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