Wildgehege

Heissiwald: Verein rettete das Wildgehege vor 25 Jahren

Rot- und Damwild lebt im Wildgehege im Bredeneyer Heissiwald.

Rot- und Damwild lebt im Wildgehege im Bredeneyer Heissiwald.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Essen-Bredeney.  Jährlich besuchen 40.000 Bürger das Wildgatter im Heissiwald. Als die Stadt es aus Kostengründen aufgeben wollte, gründete sich der Förderverein.

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Doppelten Grund zum Feiern hat der Förderverein Wildgatter Heissiwald: Der Verein besteht 25 Jahre, das Wildgehege selbst 55 Jahre. Gefeiert wird mit Mitgliedern und Sponsoren am Sonntag, 6. Oktober. „Ohne den Förderverein wäre das Wildgatter längst Geschichte“, erklärt Hans-Peter Huch, CDU-Ratsherr und Vorsitzender des Fördervereins.

Und in der Tat: Mehr als einmal wollte die Stadt das Bredeneyer Wildgatter aus Kostengründen schon schließen. So kamen Michael Kallenberg und seine Mitstreiter, darunter später auch die ehemalige Bundesfamilienministerin Antje Huber (SPD), 1994 auf die Idee, das vor allem bei Familien beliebte Ausflugsziel auf eine breitere finanzielle Basis zu stellen. „Wir haben jetzt rund 300 Mitglieder, die sich mit rund zehn Euro im Monat am Erhalt des Wildgeheges beteiligen. Dazu kommen Spenden von Firmen oder Privatleuten“, erläutert der Vorsitzende.

Der Förderverein Wildgatter Heissiwald kommt zum Teil für die Personalkosten auf

So habe zum Beispiel die Sparkasse bereits 1982, also lange vor Gründung des Fördervereins, Geld für den Ankauf von Mufflons, einer Wildschafart, gegeben und so dazu beigetragen, dass die damaligen Schließungspläne der Stadt in Bezug auf das Wildgatter erst einmal vom Tisch waren. Der Förderverein hilft auch bei der Finanzierung der drei bis vier Mitarbeiter, die die Tiere pflegen. Ein Veterinär kümmere sich um deren Gesundheit. „Zur Blutauffrischung werden immer wieder Tiere abgegeben und neue gekauft“, erklärt Hans-Peter Huch.

Zum 25-jährigen Bestehen hat der Förderverein mit Hilfe von Spendengeldern den Förster und Holzkünstler Shapoor Engineer engagiert, der aus einem riesigen Eichenstamm Holzskulpturen aussägt. Nachdem er den Stamm von der Rinde befreit hat, sollen in den nächsten Tagen drei lebensgroße Wildschweine entstehen, die das Umfeld des Wildgatters verschönern sollen. Drei Wolfsskulpturen sollen noch folgen. „Die Holztiere sind robust, da können sich Kinder auch mal draufsetzen“, sagt der Vorsitzende. Im nächsten Frühjahr soll ein Insektenhotel folgen, so dass ein kleiner Erfahrungsweg im Umfeld des Geheges entsteht. Die rund 15 Schilder des Waldlehrpfades habe man bereits erneuern lassen.

Das Gelände ist sechs Hektar groß

Heute leben je sechs Wildschweine, Dam- und Rotwild, sowie Mufflons in dem sechs Hektar großen Gehege. Dazu kommt der Nachwuchs jeder Tierart. Für viele Familien ist das Wildgatter seit vielen Jahren ein Anlaufpunkt, um Kindern die Tiere nahe zu bringen, die auch in den heimischen Wäldern vorkommen. Angelegt worden sei er laut Förster Armin Wuttke, zweiter Vorsitzender des Fördervereins, um Tiere aus der Gruga im Vorfeld der Bundesgartenschau 1965 umzusiedeln.

Die Besucher – rund 40.000 kommen im Jahr – können das Wildgehege von Holzplattformen ansehen, die an verschiedenen Stellen einen guten Blick auf die Tiere ermöglichen. In Kooperation mit der Schule Natur finden Führungen für Kinder statt, so der Vorsitzende. Ausgebüxt sei bisher nur ein Hirsch, als durch Pfingststurm Ela 360 Meter Zaun beschädigt worden seien. „Die anderen Tiere sind trotz des defekten Zauns da geblieben, und den Hirsch konnten wir wieder einfangen“, erinnert sich Förster Wuttke.

Wildgehege haben in Deutschland eine lange Tradition, sagt Hans-Peter Huch. Es habe sie schon unter Karl dem Großen im achten Jahrhundert gegeben – allerdings seien die Tiere damals zum Jagen gehalten worden und auch in späteren Jahren dem Hochadel vorbehalten gewesen. Heute könnten sich zum Glück alle Spaziergänger daran erfreuen.

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