Nahverkehr

Hunderte Kunden fahren kostenlos mit Bahn und Bus

Jan C. Lubitzsch ist Mitinitiator der App „karmaticket“, mit der kostenloses Mitfahren in Bahn und Bus vermittelt wird.

Jan C. Lubitzsch ist Mitinitiator der App „karmaticket“, mit der kostenloses Mitfahren in Bahn und Bus vermittelt wird.

Foto: Klaus Pollkläsener

Essen.   Die App, die Mitfahren in Bahn und Bus zum Nulltarif ermöglicht, wird immer öfter genutzt. Der Service soll auch weiterhin nichts kosten.

Seit wenigen Monaten können Essener noch leichter zum Nulltarif auf dem Ticket eines anderen Fahrgastes mitfahren. Die beiden Start-Up-Gründer Jan C. Lubitzsch und Jörg Bellrich haben das mit der App „karmaticket“ möglich gemacht. Jetzt kündigt der Initiator Jan C.Lubitzsch an: Der Service wird auch künftig kostenlos angeboten.

Das Unternehmen verzichtet auf die zuerst geplante Monatspauschale von bis zu sechs Euro für Mitfahrende, die die App benutzen. Die Kosten sollen künftig durch Werbung abgedeckt werden. Auch will man mit Hilfe einer Agentur die App noch bekannter machen.“Wir machen weiter. Wir wachsen langsam, aber stetig“, betont Lubitzsch gegenüber dieser Zeitung.

Hunderte Ticket-Besitzer bieten kostenlose Mitfahrt an

Die Idee, wie Bus- und Bahnfahren zum Nulltarif funktioniert, ist eigentlich ganz einfach: Die meisten Monatstickets haben eine kostenlose Mitnahmeoption, die Fahrgemeinschaften zu bestimmten Zeiten in und mitunter auch außerhalb von Essen ermöglicht. Die App bringt Ticket-Besitzer und Mitfahrende zusammen. Der Ticket-Besitzer gibt seine Fahrten an, der potenzielle Mitfahrende sein Wunschziel. Mit wenigen Klicks kann man sich an einer Haltestelle zu einer bestimmten Uhrzeit verabreden.

Über tausend mal ist die Karmaticket-App bisher runtergeladen worden. 800 Nutzer aus dem Ruhrgebiet haben sich registrieren lassen, die meisten darunter aus Essen, Duisburg und Dortmund. Das Erstaunliche: Jeder zweite App- Nutzer ist selbst Ticket-Besitzer. „Das hat uns wirklich überrascht“, erzählt Lubitzsch. „Die Bereitschaft, jemanden auf seinem Ticket mitzunehmen, ist größer als wir angenommen haben.“

Initiative will für den Nahverkehr werben

In einem nächsten Schritt will das Unternehmen Karmaticket sich an caritative Einrichtungen wenden, um über sein Angebot zu informieren. „Wir wollen einfach denjenigen, die kein Geld für ein Ticket haben, die Möglichkeit geben, mit Bus und Bahn mal in den Zoo zu fahren oder einen Ausflug zu machen“, unterstreicht Lubitzsch die soziale Komponente.

Dass die Ruhrbahn diese Mitfahrer-Initiative nicht ausdrücklich unterstützt, bedauert Lubitzsch: „Wir wollen doch Menschen auf die Schiene bringen und für den öffentlichen Nahverkehr werben. Das wird doch langfristig auch der Ruhrbahn mehr Kunden bringen.“ Für ihn ist das eine Win-win-Situation.

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