Bienenraub

"Ich kann nicht begreifen, warum man Bienen klaut"

Werner Küching ist Vorsitzender des Imkerverbandes in Essen. In Essen gibt es über 400 Imker, die rund 2600 Bienenvölker halten.

Werner Küching ist Vorsitzender des Imkerverbandes in Essen. In Essen gibt es über 400 Imker, die rund 2600 Bienenvölker halten.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen.  Aktuell gibt es mehrere Fälle bundesweit, in denen Täter ganze Bienenvölker abräumen. Werner Küching vom Kreis-Imkerverband Essen zu dem Phänomen

In Brandenburg werden aktuell immer wieder Bienenvölker gestohlen, im März in Bochum und erst jüngst, Anfang Mai, auch in Soest und Hemer. Wie sieht es in Essen aus?

Werner Küching, Vorsitzender des Kreis-Imkerverbandes Essen: Das kommt immer mal wieder vor. Ist aber zum Glück kein Massenphänomen. Der letzte Fall, der mir bekannt ist, liegt zwei Jahre zurück. Da wurden einem Imker sechs Völker am Flughafen Mülheim/Essen geklaut.

Wer macht so etwas?

Die Spuren deuten auf andere Imker hin. Die räumen dann sechs bis acht Völker auf einmal ab. In dem genannten Fall am Flughafen gab es Spuren eines Lieferwagens. Das war also alles gut organisiert.

Was haben die Diebe davon?

Wenn ein Imker über den Winter Bienenvölker verloren hat, dann ist es natürlich teurer und möglicherweise auch umständlicher, ein Bienenvolk auf legalem Weg zu erwerben. Denn wer ein Bienenvolk nach Essen umsiedeln will, braucht dafür ein Gesundheitszeugnis. Das brauchen die Diebe dann natürlich nicht, aber sie riskieren eine Ordnungsstrafe, wenn es auffliegt. So richtig begreifen, kann ich es aber nicht, warum man das tut.

Was kostet so ein Bienenvolk eigentlich?

Zwischen 120 und 180 Euro. Zu dem Schaden kommen dann noch Ernteausfälle dazu. Ein Bienenvolk bringt im Jahr zwischen 30 und 50 Kilogramm Honig.

Wie versuchen sich die Imker zu schützen?

Meistens sind die Imker versichert und erhalten bei einem Diebstahlschaden 80 Euro pro Volk zurück. Manche statten ihre Bienenstöcke auch mit GPS aus, so dass man sie orten kann. Mir ist aber noch kein Fall bekannt, wo das zu einem Fahndungserfolg geführt hat. Aber vielleicht schrecken schon die Schilder an den Bienenstöcken die Täter ab.

Gibt es eigentlich eine Zeit, in der vermehrt geklaut wird?

Eher im Frühjahr, wenn die Völker gut über den Winter gekommen sind.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben