Kettwiger Kreisverkehr

Bald freie Fahrt an Kettwigs erstem Kreisverkehr

Fast fertig ist Kettwigs erster Kreisverkehr.

Fast fertig ist Kettwigs erster Kreisverkehr.

Foto: Vladimir Wegener

essen-Kettwig.   Jahrelang wurde diskutiert und geplant – jetzt ist der Kreisverkehr an der Kreuzung Ringstraße / August-Thyssen-Straße in Kettwig (fast) fertig.

Es war eine schier unendliche Geschichte. Doch jetzt ist vorsichtiger Optimismus angebracht. Schon in den nächsten Tag könnte er freigegeben werden, Kettwigs erster Kreisverkehr.

An der Kreuzung Ringstraße, August-Thyssen-Straße und Heiligenhauser Straße hatten im Mai die Bauarbeiten begonnen. Viel Geduld müssen die Autofahrer seither mitbringen, denn vor der Baustellenampel kommt es nicht nur in den Stoßzeiten zu erheblichen Staus.

Bund und Land fördern die Maßnahme

Bund und Land haben die Maßnahme mit rund einer Mio. Euro gefördert, der städtische Anteil beträgt voraussichtlich 610.000 Euro.

Noch ist allerdings nichts mit freier Fahrt, die Ampel regelt den Verkehr, der Kreisel ist von Baken umzäunt, im Zentrum des Rondells liegt die nackte Erde, ein Berg Pflastersteine muss verlegt werden.

BV IX forderte „Entschärfung der Verkehrssituation“

Auf ein paar Tage mehr oder weniger kommt es aber wohl auch nicht mehr an, denn „die Diskussion über Kettwigs Kreisverkehr dauert schon über 20 Jahre an“ – 2017 hatte CDU-Ratsherr Guntmar Kipphardt diese Rechnung aufgemacht. Und damit lag er richtig, denn Kettwigs erster Kreisel ist als kommunalpolitisches Thema ein wahrer Dauerbrenner.

Und das war er zum Beispiel auch im Jahr 2008, denn damals hatte die Bezirksvertretung im Rahmen eines Ortstermins, die „Entschärfung der Verkehrssituation“ gefordert. Das Tiefbauamt präsentierte Planungsvarianten und stellte schnell fest, dass ein kleiner Kreisverkehr das Verkehrsaufkommen nicht abwickeln könne und ein großer, der zweispurig wäre, nicht nötig sei.

1000 Unterschriften für den Kreisel

Dabei hatte der Wunsch nach einem Kreisel an dieser Stelle eine ganze Menge Anhänger – an einer Unterschriftensammlung zugunsten eines Kreisverkehrs beteiligten sich rund 1000 Kettwiger.

2011 dann einer weiterer Ortstermin. Einer von vielen – davor und auch noch danach. Vertreter von Politik und Verwaltung trafen sich mit Anwohnern – und mit Vertretern der Polizei. Die Einschätzung der Polizei zu dieser Zeit: „eine furchtbare Kreuzung mit haarsträubenden Verkehrsverstößen“. Und Anwohner Wilhelm Mühlenhoff bemängelte, dass der Weg zur Kita St. Josef in der Heiligenhauser Straße direkt an dieser Kreuzung vorbeigehe. „Müssen wir so lange warten, bis jemand zu Schaden kommt?“ Zumindest diese Situation vor der Kita wurde mittlerweile entschärft – dort herrscht jetzt Tempo 30.

Bewegung in die ganze Sache kam erst, als Michael Kneifel bereit war, auf 25 Quadratmeter seines Grundstücks zu verzichten. Er ist Inhaber eines Autohauses, das direkt an der Kreuzung steht. Durch den damit möglich gewordenen Zugewinn an Fläche für den Kreisverkehr konnten die Pläne dann doch noch angeschoben und letztendlich umgesetzt werden.

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