Diskussion

Gegenwind für OB Thomas Kufen beim Bürgerdialog in Kettwig

Ooller Saal im Rathaus Kettwig: Oberbürgermeister Thomas Kufen bat am Montag zu einem Bürgerdialog. Zuvor hatte sich das Stadtoberhaupt bei einem Rundgang über die anliegenden Probleme informiert.

Ooller Saal im Rathaus Kettwig: Oberbürgermeister Thomas Kufen bat am Montag zu einem Bürgerdialog. Zuvor hatte sich das Stadtoberhaupt bei einem Rundgang über die anliegenden Probleme informiert.

Foto: Alexandra Roth

Essen-Kettwig.  Thomas Kufen kam zum Bürgerdialog ins Kettwiger Rathaus: Bürger empören sich über Baugebiete und Gefahren auf dem Radweg. So war der Abend.

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Ob Ruhrtalradweg, Mühlengraben, Bauvorhaben in Ickten und am Bögelsknappen oder die Sanierung der Schultoiletten und der Bedarf an schnellem Internet – an Diskussionsstoff bestand beim Bürgerdialog mit Oberbürgermeister Thomas Kufen im Kettwiger Ratssaal kein Mangel. Den Bürgern brannte es unter den Nägeln, das bekam Kufen am Montag bei der eineinhalbstündigen Veranstaltung zu spüren.

IG Ickten fühlt sich von der Verwaltung übergangen

Die Atmosphäre war nicht unfreundlich, aber die Bürger trugen ihre Anliegen mit Nachdruck vor. Zum Beispiel Martin Gropp von der Interessengemeinchaft (IG) Ickten. Nicht Landschaftsschutzgebiete, sondern lieber Industriebrachen sollte die Stadt für eine Wohnbebauung vorsehen oder Baulücken im Stadtgebiet besser nutzen. Das Areal des ehemaligen Tennisplatzes sei jedenfalls nicht geeignet, so Gropp. Doch mit der Verwaltung ins Gespräch zu kommen, sei seitens der IG Ickten gescheitert: „Unser Anliegen wird ignoriert.“

Kufen attestierte den Bürgern in Ickten ein großes Engagement, doch schützenswert sei dieses Gelände eben aufgrund der Vornutzung nicht. Die eingegangenen Bürgerbedenken würden nun abgearbeitet, mangels Personal im Rathaus brauche dies aber seine Zeit: „So schnell wird dort also nicht gebaut.“

Ob und wie das Grundstück hinter der Villa Ruhnau am Bögelsknappen bebaut wird, darum geht es einer Nachbarschaftsinitiative. Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung (ASP) steht der Verkauf des dahinter liegenden Grundstücks auf der Tagesordnung – bevorzugt an den Eigentümer der Villa.

Es gibt einen Runden Tisch für den Bögelsknappen

280 Unterschriften hat die Initiative in den Anliegerstraßen gesammelt, um auf die Problematiken aufmerksam zu machen, die am Bögelsknappen drohen: ein Verkehrschaos bei gut 40 Wohneinheiten mehr in der Straße, eine halbierte Villa, die allenfalls zehn Jahre Bestandsschutz habe, und ein gerupfter Baumbestand mit Habitaten u.a. von Fledermäusen zugunsten einer Tiefgarage – Anwohnerin Susanne Gilbert forderte eine Planung mit Augenmaß.

Immerhin: Einen zeitlichen Aufschub gibt es. Bevor das Ratsgremium über den Verkauf entscheidet, werde es einen Runden Tisch geben, kündigte Kufen an: Am 19. November wolle man sich mit den Anwohnern zusammensetzen, schließlich liege den Kettwigern das Haus am Herzen und habe einen ortsbildprägenden Charakter. Kufen: „Denkmalschutz gibt es nicht. Aber wir versuchen, einen guten Weg zu finden.“

Einen guten, sprich vor allem sicheren Weg für Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer am Promenadenweg zu finden, bereitet der Verwaltung aber einiges Kopfzerbrechen. Thomas Kufen, der vor der Veranstaltung auch den Ruhrtalradweg in Augenschein nahm, kann die auch von der Polizei geäußerten Sicherheitsbedenken nachvollziehen. Im Begegnungsverkehr mit Autos wird es für Radler gefährlich. „Vielleicht ist hier ein halbhüftiges Parken die Lösung. Breit genug wäre der Bürgersteig.“

Ursache der Wasserlinsen im Mühlengraben ist bekannt

Noch einmal im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes zu landen, wie aktuell mit den Aussichtsplattformen auf der Brehminsel, daran liege ihm bestimmt nicht, versicherte das Essener Stadtoberhaupt, der häufig für alles zuständig gehalten wird.

„Einige glauben, ich verteile selbst die Knöllchen, weil da oben auf der Karte ,Der Oberbürgermeister’ steht“, sagte er lachend. Aber in der Tat könne er nicht alles wissen und selbst bereinigen. Wie etwa die Wasserlinsen aus dem Mühlengraben zu entfernen. Die kann auch Joachim Jahn als Bereichsleiter von Grün und Gruga nicht wegzaubern, aber man kenne die Ursache: „Seit der Bebauung des Scheidtschen Geländes fehlt der Wasserzulauf.“ Wie dieser wieder hergestellt werden kann, dafür werde eine Lösung gesucht.

Die Schultoiletten werden bis 2020 saniert

Mit guten Neuigkeiten kam der OB nach Kettwig: Im Rahmen des Landesprogramms „Gute Schule 2020“ werden die Schultoiletten saniert. Noch 2019 werden an der Schmachtenbergschule 16.500 Euro investiert, 25.000 Euro an der Realschule. Die WCs am Standort Brederbachstraße der Realschule werden dann in 2020 für 353.500 Euro renoviert. Im Theodor-Heuss-Gymnasium sind gleich mehrere Schultoiletten kaputt: 542.500 Euro sind für die Erneuerung veranschlagt. Thomas Kufen: „Bei einem Altbau kann man nie wissen, was einen erwartet, es kann also noch teurer werden.“

Für eine Reaktivierung des Lehrschwimmbeckens in der Schmachtenbergschule, die von einem Schülervater vorgeschlagen wurde, reicht es allerdings nicht. „Das Thema ist wichtig. Schwimmen ist eine Kulturtechnik.“ Die Lösung könne aber nicht die Schwimmhalle sein.

Auch keine Lösung hatte der OB für die fehlende Internetanbindung in Laupendahl. „150 Meter weiter in Heiligenhaus liegen Glasfaserleitungen“, sagte ein Anlieger. Mehr als auf den Breitbandkoordinator der EWG, Uwe Breder, verweisen, konnte Kufen hier jedoch nicht.

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