Missbrauch

Gewalt-Prävention: Dreharbeiten für TV-Spot in Essen-Kettwig

Dreharbeiten im Sengelmannshof in Essen-Kettwig (vl.): Kai Hunold (Donner TV), Thomas Heuser (Schauspieler), Astrid Korten (Organisatorin) und Uwe Donner (Donner-TV) mit Mathilde (10), Svea (8), Leni (12) sowie Noelia (6) und Zoe (10).

Dreharbeiten im Sengelmannshof in Essen-Kettwig (vl.): Kai Hunold (Donner TV), Thomas Heuser (Schauspieler), Astrid Korten (Organisatorin) und Uwe Donner (Donner-TV) mit Mathilde (10), Svea (8), Leni (12) sowie Noelia (6) und Zoe (10).

Foto: Vladimir Wegener

Essen-Kettwig.  Thriller-Autorin Astrid Korten hat in „Poppy“ das Thema Kindesmissbrauch angepackt. Jetzt hat sie einen TV-Spot zur Gewaltprävention produziert.

Kindesmissbrauch erschüttert, erzürnt, berührt auf vielfache Weise. Aber das Wissen um solche Gräueltaten mobilisiert auch. Astrid Korten, in Kettwig beheimatete Thriller-Autorin, hat in ihrem Buch „Poppy“ das Tabuthema nicht nur anhand einer wahren Geschichte angepackt, sondern auch einen TV-Spot zur Gewaltprävention produziert. In diesem treten Kettwiger Kinder auf: Sie sagen aktiv „Nein“ und zeigen anderen, wie man in unklaren Situationen klare Worte findet.

Gedreht wurde im März im Hotel-Restaurant Sengelmannshof, aktuell ist der Spot in der Nachbearbeitung. „Ich freue mich, dass Uwe Donner von der gleichnamigen Produktionsgesellschaft sich der Sache angenommen hat“, erzählt Astrid Korten.

Donner, der u.a. bei Krimiserien wie „Soko Köln“ und „Die Rentnercops“ vor der Kamera gestanden hat, ist seit über 20 Jahren mit einer eigenen Produktionsfirma im Geschäft – in Sachen Imagefilme, Produktvideos, Spots für Fernsehsender. Vor einigen Jahren hatte Uwe Donner bereits mit Thriller-Autorin Astrid Korten die Produktion für ein Buch übernommen. „Er hat sofort für den Spot zusagt“, berichtet Korten.

Die fünf Darstellerinnen kommen aus Kettwig

„Die Mädchen, die wir vorher gecastet hatten, waren schon sehr professionell bei der Sache, einfach fantastisch“, erzählt die Kettwigerin weiter. Alle fünf Aktricen kommen übrigens aus dem Stadtteil. Dazu war noch Schauspieler Tom Heuser am Set. Er verkörperte den Lehrer Hoffmann. Hoffmann ist in Kortens Roman „Poppy“ eine Vertrauensperson für die Hauptfigur. Dennoch es fällt dem durch sexuellen Missbrauch gedemütigten Mädchen schwer, dem Lehrer die Wahrheit über ihre häuslichen Verhältnisse zu schildern.

„Das nächste Mal sage ich es Herrn Hoffmann!“: Diesen Satz spricht zum Beispiel Leni (12) im TV-Spot. Es ist eines der Zitate aus Astrid Kortens Roman, die die jungen Darstellerinnen äußern. „Zu den Zitaten haben wir dann bestimmte Mimiken eingeübt“, erklärt Leni. „Die Mimiken zeigen, wie wir uns gerade fühlen: gut, schlecht, ängstlich, unentschlossen.“

Der Spot soll im Fernsehen und im Internet laufen

Das Thema sexuelle Gewalt sei eine sehr ernste Sache, sagt die Kettwiger Schülerin. Sie findet es deshalb wichtig, mit Worten und Körpersprache klare Signale zu geben und Vertrauenspersonen anzusprechen. Und die Dreharbeiten? „Super. Das hat viel Spaß gemacht.“ Jens Lachmann, Lenis Vater, unterstützt die Zwölfjährige: „Ich finde es toll, dass sie mitmachen durfte. Jetzt sind wir gespannt auf den fertigen Spot.“

Astrid Korten hat unterdessen eine eigene „Poppy“-Facebookseite installiert. Und es gibt Aufkleber mit „Ein Herz für Poppy“. Der Präventions-Spot soll bald im Fernsehen und im Internet zu sehen sein. Das ZDF habe auch schon bei ihr angefragt, sagt Korten. Weitere Infos auf astrid-korten.com.

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