Kinderkino

Kinderfilmtage: Was große und kleine Juroren gerne sehen

Erwachsenen-Juror Axel Holst und Kinderjury-Mitglied Theresa sprechen in der  Essener Lichtburg übers Kinderkino-Programm.

Erwachsenen-Juror Axel Holst und Kinderjury-Mitglied Theresa sprechen in der Essener Lichtburg übers Kinderkino-Programm.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Essen.  Bei den Kinderfilmtagen entscheiden zwei Jurys über Preise. Kinderjurorin Theresa und Schauspieler Axel Holst verraten, was das Publikum erwartet

Groß und Klein in der Lichtburg: Bei den Kinderfilmtagen im Ruhrgebiet werden die Preise traditionell von einer Erwachsenen- und einer Kinderjury vergeben. Zwischen Filmvorführung und Jurydebatte traf Martina Schürmann die Kinderjurorin Theresa (10) und Schauspieler Axel Holst (52), der viele Jahre am Schauspiel Essen gearbeitet hat und seit 2017 als „Roland Landmann“ zum Team der Lindenstraße gehört. Ein Gespräch über Lieblingsfilme und Tränen im dunklen Kinosaal.

Warum seid ihr in der Kinderfilm-Jury dabei?

Theresa: Ich möchte später selber mal Schauspielerin werden und geh natürlich unheimlich gerne ins Kino.

Axel Holst: Ich hab zwei Jungs, mit denen ich oft ins Kino gehen und auch viele Kinderfilme geschaut haben. Es macht mir Spaß, über die Auswahl zu beraten und durchaus auch meine Meinung über Film und Schauspielerei einfließen zu lassen.

Was schaut ihr am liebsten?

Theresa: Am liebsten mag ich Action- oder Detektivfilme. Und Komödien schaue ich mir auch gerne an.

Axel: Eigentlich bin ich Western-Fan. Aber wenn die Jungs und ich ins Kino gehen, können wir uns gut auf Marvel-Filme einigen.

Was ist euer absoluter Lieblingsfilm?

Theresa: Ich mag die drei Ausrufezeichen. Ich hab schon die Hörbücher gerne gehört und freu mich, dass Kim, Franziska und Marie jetzt auch im Kino ihre Fälle lösen.

Axel Holst: Erst gestern hab ich noch mit Freunden drüber geredet, wie schwer das zu entscheiden ist. Aber ich habe tatsächlich einen echten Lieblingsfilm: Sergio Leones „Es war einmal in Amerika“. Der läuft bald wieder in der Lichtburg in restaurierter Fassung und ich werde alles daran setzen, mir den auch anzugucken.

Habt ihr schon mal im Kino geweint?

Theresa: Ja, zuletzt in „Dumbo“, als der kleine Elefant von seiner Mutter getrennt werden soll. Und in „König der Löwen“ auch ein bisschen.

Axel Holst: Als junger Mann hab konnte ich das nicht, aber je älter ich werde, desto leichter wird das. Bei „Avangers: Endgame“ habe ich geweint, als Captain America ganz alt war.

Was wäre eure Lieblingsrolle in einem Kinderfilm?

Theresa: Auf jeden Fall müsste es ein Film mit Tieren sein. Ich hab auch selber einen Mischlingshund, aber ist schon ziemlich alt. Ich weiß nicht, ob ich dem noch Tricks vor der Kamera beibringen könnte.

Axel Holst: Ich würde mich als Papa besetzen. Ich find’s als Schauspieler immer gut, wenn man Erfahrungen umsetzen kann, die man auch wirklich gemacht hat. Das würde mich wirklich interessieren.

Was ist das Beste am gemeinsamen Kinogucken?

Theresa: Ich mag’s, danach mit meiner Freundin oder meiner Mutter über den Film zu sprechen und zu lachen. Und wenn man etwas nicht verstanden hat, kann man hinterher auch mal fragen.

Axel Holst: Gemeinsames Kinogucken ist eine tolle Mischung: einerseits sitzt man doch ganz intim gebannt im Dunkeln, ist aber nicht wirklich alleine. Mal abgesehen davon, dass das Kino-Format ganz anders ist als Fernsehen. Und natürlich ist es super, wenn man hinterher noch drüber quatschen kann.

Was wünscht ihr euch vom Kinderkino?

Theresa: Ich finde, es könnten ruhig noch mehr Kinderbücher verfilmt werden. So wie die drei Ausrufezeichen. Die drei Fragezeichen sind ja auch ziemlich gut..

Axel Holst: Mir sparen die Kinderfilme aus Deutschland manchmal zu sehr die Welt in ihren Widersprüchen und Härten aus. Für mich ist das ein bisschen zu viel Fun. Man darf Kindern ruhig was zutrauen

Zum Schluss noch ein ganz persönlicher Film-Tipp aus dem Kinderfilmtage-Programm.

Theresa: Die drei Ausrufezeichen und „Rocca verändert die Welt“ fand ich toll.

Axel Holst: „Unheimlich perfekte Freunde“, den fand ich gut gespielt und auch inhaltlich ganz interessant.

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