Metal-Festival

Metal-Urgesteine Queensrÿche heizen beim Turock Open Air ein

"Queensrÿche"-Sänger Todd La Torre. 

"Queensrÿche"-Sänger Todd La Torre. 

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen.  „Queensrÿche“ haben im Laufe ihrer Karriere Millionen von Alben verkauft. Am Samstag war die Metal-Band der Headliner beim "Turock Open Air".

Samstagabend, kurz vor 20 Uhr: Die hohe Stimme von Todd Michael Hall, Sänger der Heavy-Metal-Band „Riot V“, schallt durch den Nieselregen über den Viehofer Platz. Vier Polizisten in Uniform bahnen sich den Weg durch die feiernde Menge und schauen ziemlich finster. Ein Metal-Fan lässt sich über die Köpfe der anderen hinweg zur Bühne tragen. Es ist der zweite Tag des Metal-Festivals „Turock Open Air“.

Auf der Bühne stimmt die US-Band einen Song von ihrem Album „Rock City“ an – das ist im Jahr 1977 erschienen. Ungefähr so lange gibt es „Riot“, in unterschiedlicher Besetzung, die römische Fünf steht dafür, dass es sich mittlerweile um die fünfte Formation handelt. Rund 20 ehemalige und aktuelle Mitglieder hat die Band. In Fachkreisen gelten „Riot“ als Vorreiter des US-amerikanischen Power-Metal.

Fans feiern „Queensrÿche“ beim „Turock Open Air“

Dieser Samstagabend beim „Turock Open Air“, dem Festival der Kult-Diskothek „Turock“, kommt in Sachen Metal klassischer daher als der Freitagabend. Das Publikum ist älter als am Vorabend, einige haben ihre Kinder mitgebracht, die Atmosphäre ist entspannt. Auch als die niederländische Band „Legion of the Damned“ auftritt. Die Stimme von Sänger Maurice Swinkels erinnert irgendwie an einen Ork in den Tiefen von Mordor. Die Legion der Verdammten macht ihrem Ruf alle Ehre, schließlich spielen sie Death- und Trash-Metal.

Höhepunkt des Abends ist der Auftritt von „Queensrÿche“. „Die sind genial. Ich habe die Ende der 80er auf ihrer ‚Operation Mindcrime‘-Tour das erste Mal live gesehen. Seitdem bin ich ein Fan“, schwärmt ein älterer Besucher. Auch wenn die Metal-Band karrieretechnisch schon bessere Zeiten erlebt hat, sind sie dennoch ein großer Name, den die Veranstalter nach Essen geholt haben. „Queensrÿche“ verkauften in ihrer Hochphase Millionen von Alben. Sie liefern am Samstag eine gute Show ab, das Publikum feiert die Band nach jedem Song.

Wichtiger kulturelle Beitrag in der nördlichen Innenstadt

„Woanders würde man für so ein Line-up 50 bis 70 Euro zahlen“, sagt Peter Siewert, Festival-Veranstalter und Inhaber der Diskothek Turock. Das Umsonst-und-draußen-Festival finanziert sich über den Getränkeverkauf.

Rund 10.000 Fans kommen erfahrungsgemäß pro Tag zum „Turock Open Air“, das seit der Loslösung von „Essen Original“ vor drei Jahren ein eigenständiges Festival ist und einen wichtigen Kultur-Beitrag in der nördlichen Innenstadt leistet – wie auch das „Nord Open Air".

Lesen Sie auch: Metal-Fans rocken am ersten Tag des "Turock Open Air".

Weitere Nachrichten aus Essen.