Bürgerdialog

Müll, Drogen, Autorennen verärgern Bürger in Katernberg

Bürgerdialog mit Oberbürgermeister Thomas Kufen: Der hatte bei diesem Mal Anwohner aus Katernberg eingeladen.

Bürgerdialog mit Oberbürgermeister Thomas Kufen: Der hatte bei diesem Mal Anwohner aus Katernberg eingeladen.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Katernberg.  Katernberger diskutieren mit Oberbürgermeister über Missstände wie Problemhäuser und Vermüllung. OB verspricht Hilfe und fordert Eigeninitiative.

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Müllecken, nächtlicher Lärm, Drogenhandel, illegale Straßenrennen, Schlaglöcher oder auch eine gewisse Respektlosigkeit, die manche Menschen ihren Mitbürgern entgegenbringen, erregen in Katernberg Unmut. Vor Ort hatte sich Oberbürgermeister Thomas Kufen wie immer im Rahmen seiner Bürgerdialog-Reihe zunächst ein Bild vom Quartier gemacht. Dazu lief er in Begleitung von Lokalpolitikern, Ordnungsamt und Mitarbeitern der Stadtverwaltung eine Stunde zu Fuß durch Katernberg. „Dies ist der achte Stadtteil, den ich besuche“, so Kufen zu Beginn der 90-minütigen Veranstaltung im Saal der sozialen Begegnungsstätte am Markt.

Wo in Katernberg der Schuh drückt, wird dann schnell benannt. „Hier redet man nicht lang herum“, meint Kufen dazu. Eine Anwohnerin der Katernberger Straße bringt gleich mehreres zur Sprache. Vor 20 Jahren habe sie ein Haus in Katernberg gekauft. „Das würde ich heute nicht mehr tun“, ergänzt sie. An der Ecke Katernberger- /Hanielstraße sei offensichtlich ein „Treffpunkt für Besitzer teuer Autos“. Die großen, dort geparkten Wagen versperrten Fußgängern oder anderen Autofahrern die Sicht. Die Ecke sei zudem häufig von einer Männerclique belagert: Die unterhalte sich lautstark und rauche Shishas auf der Straße. Dass am Markplatz und weiteren Orten im Quartier mit Drogen gehandelt werde, ist auch ein Thema, doch für Kufen und die anwesenden Polizeibeamten nichts Neues.

Problemhaus Katernberger Straße kennen viele Teilnehmer

Das „Problemhaus“ mit der Nummer 41 an der Katernberger Straße kennen viele Teilnehmer des Bürgerdialogs. Hier ärgert das extensive Grillen. Dazu benutze man nicht etwa Grillkohle, sondern behandeltes Kistenholz. Das werde für ein Feuer in Stücke gebrochen. Im Innenhof der von Südosteuropäern bewohnten Immobilie türme sich Müll. „Was nicht mehr in die zu kleine Tonne passt, bleibt einfach stehen“, so ein Anwohner. Ein Fest für Raben und Ratten. Nun soll sich das Ordnungsamt um die Missstände kümmern. Das regelwidrige Parken an der Ecke ist der Behörde bereits bekannt. Ausgestellte Knöllchen seien bezahlt worden, weiß ein Mitarbeiter. Nun will OB Kufen mehr unternehmen: Bei einem Ortstermin soll geprüft werden, ob Poller Abhilfe schaffen könnten.

Über Risse in den Bodenfliesen ihrer Einfamilienhäuser beschweren sich Anwohner der ruhigen Nebenstraße Im Langenbusch, wie der Katernberger Klaus-Dieter Krause. Er führt die Schäden auf die vielen Lastwagen zurück, die voll beladen mit „zügigem“ Tempo über die Stauder- und Emscherstraße zur Spedition Helf fahren. Mit der hat die Stadt bereits nach Lösungen gesucht, weil Lastwagen häufig die Straßen im Quartier blockieren. „Ein regelmäßig wiederkehrendes Problem“, so Kufen. Krause erwähnt noch den Lärm: „Die Autotransporter verursachen leer einen Riesenradau.“

Jetzt will die Stadt handeln und erneut mit dem Eigentümer des Frachtunternehmens sprechen. Ferner gibt es Überlegungen, die Spedition auf einer Fläche am Kanal anzusiedeln. Die Anwohner plädieren für Tempo 30 in der Stauderstraße, die als Nebenstrecke nach Gelsenkirchen beliebt ist.

WC-Schüsseln, Teile einer Dusche und anderer Sperrmüll werden einfach abgestellt

Auch um Müllsäcke, die bei den Containern an der Zollvereinstraße in Höhe der Tankstelle abgestellt werden, geht es: WC-Schüsseln, Teile einer Dusche und anderer Sperrmüll würden dort entsorgt. Kein schöner Anblick seien die kaputten Rattenköder, die dort schon länger liegen. „Die müssen weggeräumt werden“, räumt Kufen ein. Gefährlich für Fußgänger und Autofahrer: An der Kreuzung Farrenbroich / Viktoriastraße / Meerkamp werde frei in alle Richtungen gefahren. „Und dann stehen auf der Ecke noch parkende Autos“, sagt einer. Eine Gefahrenquelle für Senioren mit Rollator oder Mütter mit Kinderwagen, aber auch für Autofahrer, die wegen der zugestellten Ecken quasi „blind“ abbiegen müssen.

Die Katernberger dürfen hoffen: Alle Punkte sind notiert. Baldige Hilfe verspricht der OB bei der Grünflächenpflege. Die Beete vor dem Aldi-Markt und an der Polizeiwache sehen ungepflegt aus, meint ein Anwohner. „Da wünscht man sich etwas fürs Auge.“ Kufen legt den Bürgern Eigeninitiative nah und trifft auf spontanen Anklang: Ein Bürgerkreis will die Bepflanzung vornehmen. „Solidarität ist unter Bergleuten selbstverständlich“, lobt der OB die zupackenden Katernberger. Als Starthilfe fürs Blühendes will er 500 Euro spendieren. Ein erster Erfolg für beide Seiten.

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