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Nach Leerstand und Sanierung: Magna Tower ist voll vermietet

Der Magna Tower am Limbecker Platz wurde für rund 30 Millionen Euro saniert.

Der Magna Tower am Limbecker Platz wurde für rund 30 Millionen Euro saniert.

Foto: Kai Kitschenberg / FFS FUNKE Foto Services

Essen.  Dem markanten Hochhaus in der Essener Innenstadt, dem Magna Tower, drohte einst der Abriss. Doch es wurde saniert und erfolgreich vermietet.

Der Magna-Tower am Limbecker Platz – in Essen besser bekannt unter dem alten Namen Iduna-Hochhaus – ist nach jahrelangem Leerstand und millionenschwerer Sanierung nun voll vermietet. Das gab das mit der Vermietung beauftragte Essener Maklerunternehmen Brockhoff bekannt. Damit ist das markante Hochhaus aus den 1960er Jahren ein gutes Beispiel dafür, dass sich solche Gebäude durchaus erfolgreich revitalisieren lassen. Zwischenzeitlich nämlich drohte gar der Abriss des Hauses.

Nur zwei Jahre hat es mit Start der Sanierung gedauert, bis die 15-stöckige Immobilie wieder komplett vermietet war. Brockhoff spricht von einer zügigen Entwicklung. „Das Hochhaus zeigt, dass es sich für Eigentümer und Investoren lohnt, in Bestandsobjekte zu investieren. Viele von ihnen, so auch der Magna Tower, sind echte Rohdiamanten, die man mit etwas Schliff wieder zum Funkeln bringen kann,“ erklärte Tobias Altenbeck, Mitglied der Brockhoff-Geschäftsleitung.

Dabei kam dem Eigentümer der Immobilie, der Hamburger Magna Immobilien AG, auch die sehr hohe Nachfrage nach Büroflächen zu gute. So könnte dieses Jahr der Essener Büromarkt bei den Vermietungen insgesamt einen Rekord schreiben. „Die Nachfrage ist super. Und wir suchen weiter solche Flächen“, sagte Altenbeck. Auch im ebenfalls sanierten Thyssen-Hochhaus an der Kruppstraße sind nunmehr fast alle Etagen besetzt. „Dort sind nur noch anderthalb frei“, so Altenbeck. Diesem Gebäude drohte nach dem Auszug von Thyssenkrupp ebenfalls der Abriss.

Fed Ex ist der größte Mieter im Magna Tower

Die beiden letzten verbliebenen Flächen im Magna Tower mieteten ein Softwareunternehmen, die IT Vision Technology, sowie das dänische Ingenieur- und Managementberatungsunternehmen Ramboll an. Hauptmieter ist das Logistikunternehmen Fed Ex. Es bezog im Juli vergangenen Jahres rund 4200 Quadratmeter und damit rund ein Viertel der Gesamtfläche. Weitere Mieter sind u.a. der Kesselbauer Oschatz, das Call-Center Mindpearl, der Klinik- und Pflegebetten-Spezialist Hill-Rom, das Fitnessstudio FitX und der Wellnessanbieter Wellnest.

Das 1963 fertiggestellte Hochhaus hat eine bewegte Geschichte. Der Architekt Friedrich Wilhelm Kraemer, Vater des bekannten Architekten Kaspar Kraemer, hatte das Haus 1961 für das Versicherungsunternehmen Iduna entworfen. Es zählt damit zu den ältesten Hochhäusern in der Stadt. Vorbild soll das Lever-House an Manhattans Park Avenue gewesen sein – ein Stahl-Beton-Skelettbau, dem eine fast gläserne Fassade vorgehängt ist. Später war rund 15 Jahre lang das Inkasso-Unternehmen GfKL Hauptmieter in dem Haus. Die GfKL zog allerdings 2014 aus, weil es mit den Räumlichkeiten nicht mehr zufrieden war. Das Iduna-Haus war zu diesem Zeitpunkt ein schwerer Sanierungsfall, der Eigentümer allerdings insolvent.

Versteigerung deutlich über Verkehrswert

Deshalb kam es im Oktober 2015 zur Versteigerung des leerstehenden Gebäudes. Diese endete mit einem Paukenschlag. Das Hochhaus hatte zu diesem Zeitpunkt gerade mal einen Verkehrswert von geschätzten 2,5 Millionen Euro. Ein Bochumer Geschäftsmann bekam den Zuschlag bei satten 8,2 Millionen Euro. Der mitbietende Essener Projektentwickler Kölbl Kruse, der einen Abriss und Neubau plante, war bei 5,1 Millionen Euro ausgestiegen.

Anschließend blieben Fragen über die Seriosität und Finanzkraft des neuen Eigentümers. Es bestanden Zweifel, ob dieser ein solches Projekt stemmen könne. Kurz darauf trat das Hamburger Immobilienunternehmen Magna auf die Bühne, erst als Finanzier und später auch als Eigentümer. Aus dem zwischenzeitlichen Namen City Tower wurde der Magna Tower. Die Hamburger steckten 30 Millionen Euro in die Sanierung. „Magna hat bewiesen, dass man mit einem stimmigen Gesamtkonzept ein solches Haus wieder gut am Markt platzieren kann“, zieht Altenbeck Resümee.

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