Anwohnerärger

Partylärm im Lokal: Essener klagen über laute Hochzeitsgäste

Anwohner fühlen sich durch die Partys am Wochenende im Restaurant Nesrina in Essen-Huttrop gestört: (v.l.) Sabine Blank, Peter Möller, Guido Nachtigall, und Anne Neumann.

Anwohner fühlen sich durch die Partys am Wochenende im Restaurant Nesrina in Essen-Huttrop gestört: (v.l.) Sabine Blank, Peter Möller, Guido Nachtigall, und Anne Neumann.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Essen-Huttrop.  An Wochenenden werde in einem Restaurant in Essen laut gefeiert, klagen Anwohner. Die Stadt konnte noch keine rechtswidrige Nutzung feststellen.

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Anwohner in Essen-Huttrop fühlen sich durch Partys am Wochenende in einem Restaurant an der Hilgenbornstraße gestört. Schon wiederholt hätten sie sich hilfesuchend an die Stadt gewandt. Die Reaktion ist für die Bürger enttäuschend: Man könne nichts machen, bevor nicht eine rechtswidrige Nutzung der Räumlichkeiten durch die Stadt tatsächlich festgestellt werde.

„Die Feiern mit vielen Leuten finden dort von freitags bis sonntags statt, manchmal auch donnerstags. Vor allem an den Wochenenden wird dort bis in die Nacht sehr lautstark gefeiert, mit Hupen, Trommeln und Gesang“, beklagt sich Sabine Blank (55), die in der Pflege arbeitet. Besonders für ihren Lebensgefährten Guido Nachtigall (54) sei der nächtliche Lärm schlimm. Er ist Berufskraftfahrer und müsse manchmal um 3 Uhr aufstehen.

Schon früher gab es an der Stelle in Essen-Huttrop ein Restaurant

Das Paar wohnt an der Hilgenbornstraße unmittelbar neben dem Haus, in dem sich das Restaurant Nesrina befindet. Dort habe sich in der Vergangenheit bereits ein Restaurant befunden, das aber wohl schon länger geschlossen sei, hat Sabine Blank gehört, die seit sechs Jahren dort wohnt. Irgendwann habe dort wieder ein Restaurant eröffnet, sei aber dann wieder geschlossen worden. Damals hätten die Probleme begonnen, so Sabine Blank. Auch andere Nachbarn ärgerten sich über die Zustände, so die Anwohnerin.

Der heutige Gastronomiebetrieb Nesrina sei baurechtlich als Restaurant/Bar Lounge mit 38 Gastplätzen genehmigt, heißt es in einem Antwortschreiben des Ordnungsamtes an die Anwohner. „An den Wochenenden feiern da oft 70, 80 Leute Hochzeiten und ähnliches, die Gäste halten sich auch draußen auf, zum Beispiel zum Rauchen. Wir empfinden das als regelrechtes Eventlokal“, sagt Guido Nachtigall.

Im Sommer werde auch schon mal gegrillt. Nicht nur der nächtliche Lärm am Wochenende sei unerträglich, es liege zudem viel Müll herum, und es herrsche teils Parkchaos. Manchmal werde auf dem Hof geparkt, die Feuerwehrzufahrt sei schon zugeparkt gewesen, so die Nachbarn.

Auch am vergangenen Wochenende sei wieder lang gefeiert worden, ein Stadtmitarbeiter sei vor Ort gewesen, berichtet Sabine Blank. Jetzt befürchten die Anwohner, dass es Silvester dort wieder eine große Party gebe, für die schon im Internet geworben werde.

Mehrere Stellen bei der Stadt sind mit dem Problem befasst

Jacqueline Schröder vom Presseamt der Stadt bestätigt, dass die zuständigen Fachdienststellen der Stadt mit der Bürgerbeschwerde beschäftigt seien, verweist aber auf das laufende Verfahren. Wie aus dem Schreiben der Bauordnungsamtes an die Nachbarn hervorgeht, hätten nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt „erhebliche Verunreinigungen des Grundstücks im Rahmen der von dort durchgeführten Ortskontrolle nicht festgestellt werden“ können. Weiter heißt es in dem Schreiben: „Angesichts der mit dem Restaurantbetrieb einhergehenden Ruhestörungen wurde der Betreiber durch das Ordnungsamt aufgefordert, die Gaststätte so zu führen, dass Nachbarn nicht gestört oder belästigt werden.“

Der Betreiber des Lokals sei außerdem darauf hingewiesen worden, dass eine gastronomische Nutzung lediglich bis 22 Uhr zugelassen und Live-Musik-Veranstaltungen mit Event-Charakter baurechtlich nicht genehmigt und daher unzulässig seien. Der Betreiber sei eindringlich aufgefordert worden, eine entsprechende Nutzung zu unterlassen.

Ein förmliches bauordnungsbehördliches Verfahren könne erst eingeleitet werden, wenn die Ordnungsbehörde selbst eine rechtswidrige Nutzung feststelle. Das sei aber bislang nicht der Fall gewesen. Informationen Dritter reichten dazu nicht aus. Die Behörde müsse die für das Verfahren relevanten Umstände selbst ermitteln.

Bislang gibt es kein ordnungsbehördliches Verfahren der Stadt

Die Bauaufsichtsbehörde kontrolliere aber weiter und werde gegebenenfalls die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, sichert die Stadt zu. Der Betreiber des Restaurants war für die Redaktion nicht zu kontaktieren. Das Restaurant ist im Internet ohne Rufnummer aufgeführt. Der Versuch der Kontaktaufnahme unter der Kartenreservierungsnummer für die Silvesterveranstaltung, für die im Internet zahlreiche arabische Künstler angekündigt werden, blieb bisher erfolglos.

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