Philharmonie

„Philharmonie Club“ Essen wirbt um Kunden ohne Konzertkarte

Die Chefs im Philharmonie-Club: Spitzenkoch Henri Bach ist Küchendirektor, Julia Siebert leitet das Restaurant.

Die Chefs im Philharmonie-Club: Spitzenkoch Henri Bach ist Küchendirektor, Julia Siebert leitet das Restaurant.

Foto: KERSTIN_KOKOSKA / Funke Foto Service

Essen.  Einst Wallberg, jetzt „Club“: Die modernisierte Gastronomie der Philharmonie Essen hat sich nach Ansicht der RGE-Geschäftsführung gut entwickelt.

Gut ein halbes Jahr nach der Neueröffnung hat sich die Philharmonie-Gastronomie unter dem neuen Label „Club“ etabliert. Dieses positive Fazit zieht Wolfgang Fröhlich, Geschäftsführer der Stadttochter RGE, unter deren Regie der Betrieb geführt wird. Mit der erfahrenen Gastronomin Julia Siebert hat der „Club“ eine neue Restaurantleiterin gefunden. An ihrer Seite steht Spitzenkoch Henri Bach als Küchendirektor.

Feste Öffnungszeiten hat der „Club“ nicht. Damit unterscheidet sich der Betrieb klar von seinem Vorgänger „Wallberg“, das abends geöffnet hatte und obendrein einen Mittagstisch im Angebot hatte. Doch wirtschaftlich erfolgreich war das „Wallberg“ nicht. Nachdem es auch Sternekoch Nelson Müller nicht geschafft hatte, das schon lange kriselnde Restaurant zu beleben, stand es dreieinhalb Jahre lang leer.

An Konzertabenden ist der „Club“ zwei Stunden vorher und nachher geöffnet

Um die Öffnungszeiten-Regelung des „Clubs“ zu begreifen, lohnt sich ein Blick in den Veranstaltungskalender der Philharmonie. Es gilt der Grundsatz: Wird dort ein Konzert gegeben, hat die Gastronomie jeweils zwei Stunden vorher und nachher geöffnet – und selbstverständlich auch während einer Veranstaltung. Genau diese kritische Zeit, in der die meisten Sitzplätze leer bleiben, möchte das Team um Julia Siebert und Henri Bach einem größeren Kreis bekannt und schmackhaft machen. „Wir freuen uns auch auf Gäste, die nicht ins Konzert gehen, unser Lokal kann auch ohne Eintrittskarten betreten werden“, betonen sie. Leider habe sich das in der Stadt noch nicht genug herumgesprochen.

Die beiden Chefs stehen dafür ein, dass den Gästen eine kulinarisch anspruchsvolle Küche geboten wird. Henri Bach wirkte lange Zeit an der Seite von Zwei-Sterne-Koch Berthold Bühler („Résidence Kettwig) und Julia Siebert war vor ihrem Wechsel in den „Club“ Restaurantleiterin im „Müllers auf der Rü“, das Nelson Müller am Rüttenscheider Stern kürzlich mit seinem Sterne-Restaurant „Schote“ zusammenführte. Mit Balazs Ver, einem gebürtigen Budapester, beschäftigt der „Club“ einen Barkeeper, der sich als klassischer Barmann der alten Schule versteht und Cocktails ohne bunten Firlefanz serviert.

Das gastronomische Angebot reicht von Currywurst bis Hummer

Die kulinarische Linie des „Clubs“ bringt Henri Bach schnell auf den Punkt: „Im Club wird gut gekocht, aber einfach.“ Zwei Beispiele für einfach: Die Currywurst vom Ruhrtaler Landschwein gibt’s für 9,50 Euro und das „Bergmannsgedeck“ (Roggen-Malzbrötchen, Schweinemett, Rote Zwiebeln, Samtkragen und ein 0,3-Stauder-Pils) kostet gar nur 6,60 Euro. Wer’s feiner mag, wählt den Hummer.

Regelmäßige Besucher der Philharmonie-Konzerte berichten davon, dass der „Club“ gut angenommen und frequentiert wird. Aber kaum ist der letzte Gong ertönt, herrscht in dem von Grund auf modernisierten Speisesaal samt Lounge meist eine gähnende Leere. Ein Stillstand, den das Team beenden möchte. „Wir überlegen deshalb, in dieser Zeit Vergünstigungen ähnlich wie bei der Happy Hour anzubieten“, sagt Wolfgang Fröhlich.

„Das ist einer der schönsten Biergärten in Essen“

Mit Beginn der neuen Konzertsaison steht den Gästen des „Clubs“ eine weitere Neuerung zur Verfügung: die renovierte Terrasse mit Blick auf den Stadtgarten. „Das ist einer der schönsten Biergärten in Essen“, findet Henri Bach. 60 Gäste finden dort Platz, hinzu kommen 80 Sitzplätze im Restaurant sowie 30 in der Lounge. „Eine Event-Location, die an konzertfreien Tagen auch für Veranstaltungen wie Geburtstage oder Jubiläen gebucht werden kann“, so Wolfgang Fröhlich.

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