Konzertkritik

Philharmonie Essen startete ins Beethoven-Jahr

Die Philharmonie Essen startete vorab schon einmal ins Beethoven-Jahr - mit einem hörenswerten Gastspiel des Sinfonieorchesters Basel.

Die Philharmonie Essen startete vorab schon einmal ins Beethoven-Jahr - mit einem hörenswerten Gastspiel des Sinfonieorchesters Basel.

Foto: Hans Blossey

Essen.  Geiger Daniel Hope und Dirigent Ivor Bolton würdigten den Klassiker mit Intensität und Suggestivkraft in der Essener Philharmonie.

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Das Gedenkjahr zum 250. Geburtstag mag noch nicht begonnen haben, doch landauf landab hat man sich längst auf Jubilar Beethoven fokussiert. So auch zwei Residenzkünstler der Philharmonie: Geiger Daniel Hope (der ehemalige) und Dirigent Ivor Bolton (der aktuelle) würdigten den Wiener Klassiker in einer beispielhaften Wiedergabe mit dessen Violinkonzert.

Nicht den elegantesten Dirigierstil, aber ein sattes sinfonisches Klangbild

Bolton hat am Pult vielleicht nicht den elegantesten Dirigierstil, aber die Intensität und Suggestivkraft seiner Interpretation spürt der Zuhörer in jedem Takt und das Sinfonieorchester Basel ist auf seinen Chef eingeschworen. Der Brite nimmt sich in maßvollen Tempi Zeit, auch die kleinste Phrase liebevoll auszumodellieren und kommt zu einem satten sinfonischen Klangbild.

Vor diesem Hintergrund zeigt uns Daniel Hope („Schön, wieder hier zu sein!“) einen Beethoven zwischen filigranem Strich und Leidenschaft. Tief ausgelotet wirken die Kadenzen (von Fritz Kreisler), konzentriert wie ein Konzert im Konzert, und bei den pianissimo gezogenen Silberfäden des Larghetto war es mucksmäuschenstill im vollbesetzten Alfried-Krupp-Saal. Und wenn der Rondo-Satz neben aller Bravour so tänzerisch und elfenhaft daherkam, deutete das schon auf das andere Werk des langen Abends mit der Opuszahl 61.

Theaterzauber mit Johanna Wokalek als Sprecherin

Bolton spielte nämlich Mendelssohns „Sommernachtstraum“ nicht als Ouvertüre oder Suite, sondern gab die komplette Bühnenmusik mit Johanna Wokalek als Sprecherin. Die renommierte Schauspielerin, die schon mit so unterschiedlichen Rollen wie Gudrun Ensslin und der „Päpstin“ hervortrat, wusste ihren Shakespeare charmant und facettenreich aufzufächern – Theaterzauber tat sich auf, mit dem die Musik nicht nur im Melodram nahtlos ineinandergriff.

Dazu die Damen des Vokalensembles La Cetra sowie Katja Stuber (Sopran) und Anne Bierwirth (Alt) als geschliffene Solisten sowie ein dramatisch beflügeltes und von Holzbläserwärme leuchtendes Orchester. Standing Ovations.

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