Verkehr

Essen: Radfahrer (38) kracht vor Hauswand - Lebensgefahr

Vor diese Hauswand fuhr der 38-Jährige ungebremst und flog anschließend sechs Meter weit. Die Polizei markierte die Unfall-Spuren mit bunter Farbe.

Vor diese Hauswand fuhr der 38-Jährige ungebremst und flog anschließend sechs Meter weit. Die Polizei markierte die Unfall-Spuren mit bunter Farbe.

Foto: Martin Spletter

Essen.  Ein Fahrradfahrer hat in Essen die Kontrolle über sein Rad verloren und krachte vor eine Wand. Das geschah in der Nähe des Baldeneysees.

Ein Radfahrer (38) schwebt nach einem Unfall im Essener Süden in Lebensgefahr. Das meldet die Essener Polizei am Freitagmorgen. Der Radler verunglückte am Donnerstagabend im Stadtteil Fischlaken in der Nähe des Motorradtreffs Haus Scheppen. Auf der Margrefstraße verlor er offenbar die Kontrolle über sein Rad und krachte vor eine Hauswand. Der Radler wurde notärztlich versorgt und kam ins Krankenhaus.

Die Margrefstraße fällt in steilen, engen Kurven von den Feldern Fischlakens hinab zum Baldeneysee. Die Straße ist eng, und die Kurven sind unübersichtlich. Hier, vor dem Haus Nummer 74, einem kleinen Kotten aus der letzten Jahrhundertwende, verlor an Christi Himmelfahrt gegen halb neun Uhr abends der Radler die Kontrolle über sein Mountainbike. Er trug keinen Helm, knallte - vermutlich auch mit dem Kopf - vor die Hauswand und flog dann etwa sechs Meter weiter die Straße hinunter.

Schäden in der Hauswand

"Ich hörte nur den Knall und sah sofort nach, was los ist", sagt der Hausbesitzer am nächsten Morgen. Der Einsatz von Polizei und Notarzt vor seinem Haus dauerte bis zum frühen Morgen, "wir haben vor Aufregung kaum geschlafen."

Die Polizisten haben die Spuren des Unfalls mit bunter Farbe markiert: Löcher im Putz der Hauswand, Stellen auf dem Asphalt. Gerade an dieser Stelle macht die Margrefstraße einen scharfen Knick, ist kaum einsehbar, und ausweichen können weder Radler noch Autofahrer, wenn jemand entgegenkommt.

"Eine Frage der Zeit"

"Eigentlich", sagt der Hausbesitzer, der fast sein ganzes Leben an der Margrefstraße verbracht hat, "war es nur eine Frage der Zeit, bis hier mal was passiert." Vor Jahren sei ihm schon mal ein Auto ins Haus gekracht, da war es Winter und die Straße eisig glatt, und jetzt hat er festgestellt: "Der Verkehr nimmt zu. Viele Motorradfahrer nutzen die Strecke." Denn sie verbindet den regionalweit bekannten Treff Haus Scheppen mit der Hammer Straße, die wegen ihrer Serpentinen als eine der beliebtesten Motorrad-Routen in der Region gilt.

Radler haben vorher offenbar "Vatertag gefeiert"

Auch eine Nachbarin eilte dem verunglückten Fahrradfahrer zur Hilfe, sie ist zufälligerweise Notärztin von Beruf und konnte entsprechende Hilfestellungen leisten. Der Rettungswagen kam relativ schnell, und der Radfahrer war nicht allein unterwegs gewesen: Sondern mit einem Bekannten, der voraus gefahren war - als er merkte, dass sein Mitfahrer fehlte, drehte er um, radelte ein Stück der Margrefstraße wieder herauf und half dem Verletzten.

Der Polizei gegenüber gab der Begleiter an, dass man zuvor "Vatertag gefeiert" habe - was bedeutet: Es ist nicht auszuschließen, dass der Unfallfahrer vorher Alkohol getrunken hatte. Die Behörde spricht von "erheblichen Kopf- und Körperverletzungen", die sich der 38-Jährige zugezogen habe. Er liegt auf der Intensivstation eines Krankenhauses.

Die Polizei sucht noch Zeugen des Unfalls, unter anderem den Begleiter des Unfallfahrers. Hinweise an 0201 8290.

Obwohl die Zahl der Fahrräder auf Essens Straßen stark ansteigt - unter anderem wegen des anhaltenden E-Bike-Booms -, geht derzeit die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radler-Beteiligung zurück. So zählte die Essener Polizei rund ein Drittel weniger Rad-Unfälle zwischen Januar und April 2020 als im Vorjahres-Zeitraum. Auch das verstärkte Aufkommen von Fahrradfahrern durch die Corona-Krise schlägt sich derzeit offenbar noch nicht in der Unfallstatistik nieder.

Der letzte Radler, der bei einem Unfall auf Essens Straßen ums Leben kam, war eine Lehrerin, die in Borbeck an der Schloßstraße im Mai 2019 tödlich verunglückte.

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