Geburtstagsfeier

Awo-Seniorenclub Holsterhausen: Viel mehr als Kaffeeklatsch

Vor 45 Jahren wurde in Essen-Holsterhausen der Awo-Seniorenclub gegründet. Von Erika Gatzke, die ihn bis heute leitet.

Vor 45 Jahren wurde in Essen-Holsterhausen der Awo-Seniorenclub gegründet. Von Erika Gatzke, die ihn bis heute leitet.

Foto: PETER MARNITZ

Essen-Holsterhausen.  Vor 45 Jahren hat Erika Gatzke den Awo-Seniorenclub Essen-Holsterhausen gegründet. Nun wurde die 87-jährige starke Frau geehrt.

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Erika Gatzke wollte damals vieles, aber auf gar keinen Fall einen reinen Kaffeeklatschkreis gründen. „Ich wollte programmorientierte Seniorenarbeit machen. Die Auswirkungen der 68er-Jahre auf Frauen und Senioren verlangten ein aktuelles, zeitnahes Angebot”, hat die aktive, engagierte Essenerin einmal rückblickend gesagt. Das ist ihr geglückt und sie hat in all den Jahrzehnten immer wieder Unterstützer an ihrer Seite gefunden, die das ähnlich sahen. Seit stolzen 45 Jahren leitet Erika Gatzke nun den Awo-Seniorenclub Holsterhausen. Sie selbst ist 87 Jahre.

Am 10. September 1974 wurde der Club im Otto-Hue-Heim gegründet – und an der selben Adresse feierte die Awo nun den 45. Geburtstag. „Es gibt viele Wege, die Awo-Grundwerte Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit mit Leben zu füllen. Hier in Holsterhausen wird das Tag für Tag unter Beweis gestellt“, sagte der Kreisvorsitzende Klaus Johannknecht in seiner Dankesrede für die Clubleiterin.

Das Programm konnte sich von Anfang an sehen lassen und sorgte bei den Senioren immer wieder dafür, sich keineswegs alt zu fühlen. Dass sich bis heute regelmäßig um die einhundert Menschen im Seniorenclub Holsterhausen treffen, hat viel mit dem Engagement der Clubleiterinund der Vielfalt der Veranstaltungen zu tun.

Awo-Senioren sind regelmäßig an der Uni Essen zu Gast

Schon kurz nach der Gründung ging es kraftvoll los: Auf Initiative des Seniorenclubs machte sich der Awo-Kreisverband für die Einrichtung eines Essener Seniorenbeirats stark. Es wurde viel gereist, geredet und gelacht. Nach Paris oder ins ehemalige Jugoslawien, über die Politik oder den Stadtteil, über Witze und Anekdoten. Seit Mitte der 80er-Jahre besuchen die Holsterhauser Senioren als Gasthörer Veranstaltungsreihen der Uni Essen. Sie pflegen eine enge Beziehung zu Theater und Philharmonie, regten die Einrichtung eines Wochenmarktes an und mischten sich bei der Sperrung der Gemarkenstraße ein.

Immer vorne mit dabei: Erika Gatzke. Im Jahr 1996 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet, im selben Jahr kam die Verdienstmedaille der Awo dazu. Ganz nebenbei hatte Gatzke im Jahr 1975 nämlich auch noch den Awo-Ortsverein aus der Taufe gehoben und bis 2016 geleitet.

Awo-Geschäftsführer Oliver Kern: „Erika Gatzke ist der Beweis dafür, dass Alter nur eine Zahl ist“

Awo-Geschäftsführer Oliver Kern stellte nun bei der kleinen Feier in Holsterhausen die Lebensleistung einer Frau in den Vordergrund, die sich seit 45 Jahren ehrenamtlich engagiert: „Bei diesen Aktivitäten hatte Erika Gatzke gar keine Zeit, älter zu werden. Sie ist der beste Beweis dafür, dass Alter nur eine Zahl ist, so lange man im Kopf und im Gefühl jung bleibt.“

Dafür gab es viel Applaus. Und jede Menge Zustimmung.

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