Winzerfest

Das Glas Wein gibt’s beim Essener Stadtparkfest ab 2,50 Euro

Seit Freitag sind die zehn Winzer und drei Gastronomen beim Stadtparkfest in Essen im Einsatz.

Seit Freitag sind die zehn Winzer und drei Gastronomen beim Stadtparkfest in Essen im Einsatz.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Südviertel.  Zehn Winzer verwöhnen seit Freitag die Besucher des Stadtparkfestes in Essen. Sie wollen sich bewusst von Billigwein vom Discounter abheben.

Der Durchschnittsdeutsche trinkt gerne günstigen Wein. 2,92 Euro lässt er sich den Liter kosten, hat das Deutsche Weininstitut vor einiger Zeit bekanntgegeben. Damit ist ihm der Liter Wein ungefähr so viel wert wie eine Currywurst. „50 Prozent des Weinumsatzes laufen über die Discounter“, sagt Rainer Bierwirth. Bis Sonntag haben der Organisationschef des Stadtparkfestes und zehn Winzer nun Zeit, die Besucher des Stadtgartens von den Qualitätsunterschieden zwischen Billiganbietern und ausgesuchten Tropfen zu überzeugen.

Wobei diese Freiluft-Weinprobe natürlich etliche Gäste anzieht, die genau wissen, was guter Geschmack bedeutet. „Ich war die vielen Weinfeste mit den einfachen Winzerbetrieben leid. Hier im Stadtgarten soll es die Möglichkeit geben, auch die großen Gewächse zu vernünftigen Preisen zu testen“, sagt Bierwirth.

Die jüngste Winzerin in Essen ist 24 Jahre alt

Zehn Winzer sind dabei. Seit Freitagnachmittag werden die Flaschen geöffnet und Gläser gefüllt, kommen Näschen dem Duft feiner Aromen auf die Spur und wird diskutiert über das, was da getrunken wird. Denn es ist ja so: „Hier soll mit den Experten auch geredet werden“, sagt Bierwirth. Beispielsweise mit Martina Bernhard, gerade mal 24 Jahre alt, aber schon eine erfahrene Winzerin, die auf dem elterlichen Weingut in Rheinhessen zwischen den Trauben aufgewachsen ist. „Wir bieten Bioweine an. Das heißt: Bei uns ist immer jemand draußen bei den Reben und beobachtet das Wetter.“

Schwerpunkt bilden deutsche Weine, aber auch ein Gast aus Südtirol ist dabei

Den Schwerpunkt beim Stadtparkfest bilden wieder die deutschen Weine. Die Preise für das kleine Glas beginnen bei 2,50 Euro. Premiere feiert ein Anbieter aus Südtirol, die Kellerei Bozen nämlich mit ihren Spezialitäten vom Pinot Grigio über den Weißburgunder bis zum Lagrein und Gewürztraminer. Was die Gäste aus den Südalpen nicht wussten, aber gerne im Stadtgarten erfahren haben: Sie können so etwas wie eine Gourmet-Partnerschaft mit dem Ristorante Da Vinci aus Steele eingehen, das ebenfalls zum ersten Mal dabei ist und für den Geschmack Italiens stehen. Allerdings auf den Tellern und weniger im Glas. Denn das ist Organisator Rainer Bierwirth wichtig: Die Winzer dürfen gerne von weither kommen, die Gastronomen aber sollten schon Essener sein.

Die kürzeste Anreise, nämlich rund 50 Meter, hat dieses Mal das Küchenteam des Sheraton-Hotels. Ebenfalls nicht weit entfernt liegt das Rüttenscheider La Turka, das einen Stand aufgebaut hat. Es gibt mediterrane, deutsche und italienische Speisen, von der Dattel-Currywurst über das Schweinenackensteak bis zu Antipasti. Die Preise starten hier bei vier Euro.

Die Zelte und Stände sind etwas größer

Rainer Bierwirth hat wie jedes Jahr zur Stadtparkfest-Zeit ganz genau die Wetterprognosen beobachtet. Denn er weiß auch: Die Vorgängerveranstaltung, das Sheraton-Fest, ist irgendwann vom Regen geärgert und vom Winde verweht worden. Er ist optimistisch, dass alles gut wird: „Sonntag wird es super und am Samstag bestimmt auch. Es ist nur von örtlichen Schauern die Rede und die dürfen gerne im Sauerland herunterkommen.“

Außerdem sind die Zelte und Stände dieses Mal etwas größer und weiter auseinandergezogen. Sie bieten Platz zum Unterstellen – damit aus dem feinen Wein im Regen keine Schorle wird.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben