Polizei

Ein neuer „Dorfsheriff“ bewacht nun Essen-Rüttenscheid

Marcus Robusch, links, ist ab sofort der zweite „Dorfsheriff“ in Essen-Rüttenscheid. Von nun an wird er Rüdiger Buers bei der Arbeit auf der Straße unterstützen.

Marcus Robusch, links, ist ab sofort der zweite „Dorfsheriff“ in Essen-Rüttenscheid. Von nun an wird er Rüdiger Buers bei der Arbeit auf der Straße unterstützen.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Essen-Rüttenscheid.  Polizeioberkommissar Markus Robusch übernimmt das Amt des Bezirkspolizisten in Rüttenscheid. Damit löst er Werner Schroeter nach 16 Jahren ab.

Bis zu sechs Stunden am Tag sind sie auf der Straße – 14.000 Schritte legen sie dabei teilweise zurück: Die „Dorfsheriffs“ sorgen in Rüttenscheid für Recht und Ordnung. Ganz frisch dabei ist Polizeioberkommissar Markus Robusch. Der 42-jährige Essener kommt aus dem Wach- und Wechseldienst als Unterstützung ins Team der Bezirkspolizisten. Ab sofort begleitet er nun Rüdiger Buers auf seinen Streifen durch den Stadtteil.

Er folgt auf Werner Schroeter, der 16 Jahre lang gemeinsam an Buers Seite die großen und kleinen Probleme der Rüttenscheider gelöst hat. „Im Bezirksdienst ist man einfach viel näher an den Bürgern dran“, sagt Buers während eines Rundgangs durch Rüttenscheid. Kaum hat er diesen Satz ausgesprochen, winkt er einem Bürger auf der anderen Straßenseite zu. „Die Leute kennen mich einfach.“

Bezirkspolizisten kümmern sich auch nach einem Vorfall um die Opfer

Genau darauf freut sich auch Markus Robusch. „Wenn ich auch in zehn Jahren von den Schülern erkannt werde, die bei mir den Fahrradführerschein machen, dann würde mich das schon sehr glücklich machen“, sagt er. Auch mal kleine Dinge auf dem kurzen Dienstweg zu klären und sich um sie Sorgen der Menschen kümmern: Das ist das Ziel des frischen „Dorfsheriffs“ Robusch. „Die Bürger sollen sehen, dass sie sich auf uns verlassen können.“

Denn anders als im Wach- und Wechseldienst können sich die Beamten aus dem Bezirksdienst wesentlich mehr Zeit für die jeweiligen Fälle nehmen. „Da geht es auch viel um Nachsorge“, sagt Robusch. Denn Bezirkspolizisten können sich auch nach einem Fall um die Betroffenen kümmern, beruhigen und versuchen, die Lage einzuordnen. „Die meisten Opfer oder Betroffenen brauchen meistens eine gewisse Zeit, um sich von Vorfällen zu erholen und wieder klare Gedanken zu fassen“, weiß Robusch.

Höherer Schuhverbrauch als die Kollegen im Streifenwagen

Dass er mit Rüttenscheid ein gutes und ruhiges Viertel erwischt hat, ist ihm bewusst. „Mit dem Stadtteil habe ich schon echt Glück gehabt.“ Aber nicht nur das: Auch die Strecken, die die beiden jeden Tag zurücklegen, sind wesentlich kürzer als die der Kollegen beispielsweise aus Werden oder Fischlaken. „Hier in Rüttenscheid liegt alles schön kompakt zusammen.“ Und nichtsdestotrotz: Der Schuhverbrauch der laufenden Polizisten ist wesentlich höher, als der ihrer fahrenden Kollegen aus dem Wach- und Wechseldienst. „Zwei Mal im Jahr gibt es neue Schuhe für uns“, sagt Buers.

Der Rundgang auf der Rü geht weiter: Immer wieder bleibt Buers stehen, schüttelt Hände, begrüßt Passanten und winkt ihnen zu. Beim Fotostopp an der Siechenhauskapelle kommt Sabine Kleine auf ihn zugelaufen. „Sehr schade“ sei es, dass er nun nicht mehr im Dienst ist, sagt sie und verwechselt ihn wohl kurzzeitig mit seinem ausgeschiedenen Kollegen Schroeter. „Nein, da kann ich Sie beruhigen“, sagt Buers lachend. „Zwei Jahre habe ich zum Glück noch.“

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