Gastronomie

Ende Mai eröffnet Nelson Müller umgebaute Schote am Stern

Freut sich auf einen Neuanfang am Rüttenscheider Stern: Sternekoch Nelson Müller eröffnet am 29. Mai die Schote im Müllers.

Freut sich auf einen Neuanfang am Rüttenscheider Stern: Sternekoch Nelson Müller eröffnet am 29. Mai die Schote im Müllers.

Foto: Stefan Arend

Essen-Rüttenscheid.   Die Umbauarbeiten im „Müllers“ in Rüttenscheid starten am 20. Mai. Koch Nelson Müller bringt dort auch sein Sterne-Restaurant Schote unter.

Sterne-Küche am Rüttenscheider Stern: Bereits am 29. Mai soll die Fusion des „Müllers“ und der „Schote“ abgeschlossen sein, verrät Sterne-Koch Nelson Müller. Am Montag, 20. Mai, startet der Umbau, „Tag und Nacht“ werde dann gearbeitet, um beide Gastronomien miteinander zu verschmelzen.

Dass das funktionieren kann, habe sich bereits bei einem Testessen Ende April gezeigt, sagt Nelson Müller: „Unseren Stammgästen aus der Schote hat es gefallen: Wir haben gezeigt, dass sich die Sterne-Küche auch im Müllers sehr gut umsetzen lässt.“ Er glaube fest an eine neue Art der Individualgastronomie. Das hätten auch andere Sterne-Konzepte bereits vorgemacht. Zwanglose Restaurants jenseits eines „Gourmettempels“ seien die Zukunft, um auch Hemmschwellen abzubauen.

„Man kann die Kerze nicht von beiden Seiten anzünden“

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Nelson Müller begründet seine Konzentration am Rüttenscheider Stern auch mit einer größeren Wirtschaftlichkeit: Er könne seine Kräfte besser bündeln, wenn er nicht mehr zwischen zwei Läden, zahlreichen TV- und Werbeauftritten sowie seiner Kochschule in Bergerhausen pendeln müsse. „Man kann die Kerze nicht von beiden Seiten anzünden“, bringt der 40-Jährige auf den Punkt, dass er auch an seine eigenen Ressourcen denken müsse.

Rein gastronomisch gesehen böte die Öffnung des Müllers die Chance, der Sterne-Gastronomie mehr Bodenhaftung zu geben. „Wir müssen neue Wege finden, um uns von dem gastronomischen Überangebot abzuheben“, ist Nelson Müller überzeugt. Seine Antwort darauf seien auch mehr exklusive Veranstaltungen: Steak-Tastings, kleinere Verkostungen mit Weinbegleitung und ausgewählte Konzerte etwa.

Restaurant-Bereich soll sich deutlich abgrenzen

Dass einige Gäste aus der Schote der Öffnung am Stern zunächst kritisch gegenüber standen, verstehe er, räume die Befürchtungen aber im Gespräch meist schnell aus der Welt: „Der jetzige Restaurant-Bereich wird deutlich abgetrennt. Außerdem setzen wir ein Konzept zum Lärmschutz um, arbeiten mit schallschluckenden Materialien“, gibt Nelson Müller einen Ausblick.

Zwar bleibe es wie bislang im Müllers bei der offenen Küche, die Möbel allerdings würden komplett ausgetauscht. Dafür hat der Sternekoch Möbelhersteller Vitra mit ins Boot geholt. Auch die Außenterrasse wird erneuert, bis zu 70 Feinschmecker haben dort künftig Platz. „Das soll hier tagsüber weiter wie ein Marktplatz funktionieren“, sagt Nelson Müller. Während der gesamte Bereich tagsüber als Müllers öffnet, verwandelt sich der jetzige Restaurantbereich abends in die Schote. Der Eingangsbereich hingegen bleibt das Müllers und bietet rund 40 Sitzplätze.

Dass der Rüttenscheider Stern für dieses zweigleisige Konzept genau der richtige Ort ist, davon ist der Essener überzeugt: „Man ist hier mittendrin in einem urbanen Umfeld, das ist toll. Außerdem fühle ich mich hier zu Hause, da bleibe ich ja eine treue Seele.“

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