Flüchtlingshilfe

Flüchtlingshilfe Holsterhausen sucht weiterhin Ehrenamtliche

Bernd Langer-Seemann, Hildegard Posern, Marita Ingenfeld-Hanster und Thomas Hanster (v.l.) engagieren sich für die Flüchtlingshilfe in Essen-Holsterhausen. Sie suchen weiterhin Ehrenamtliche für die verschiedenen Angebote des Runden Tisches Holsterhausen.

Bernd Langer-Seemann, Hildegard Posern, Marita Ingenfeld-Hanster und Thomas Hanster (v.l.) engagieren sich für die Flüchtlingshilfe in Essen-Holsterhausen. Sie suchen weiterhin Ehrenamtliche für die verschiedenen Angebote des Runden Tisches Holsterhausen.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen-Holsterhausen.  Von mehreren 100 Ehrenamtlichen sind noch 40 in der Flüchtlingshilfe Essen-Holsterhausen übrig geblieben. Ihre Motivation ist jedoch ungebrochen.

Die große „Flüchtlingswelle“ ist zwar vorüber, die Flüchtlingshilfe in Essen-Holsterhausen ist jedoch immer noch aktiv. „Zwar nicht mehr so stark wie am Anfang“, sagt Marita Ingenfeld-Hanster vom Runden Tisch Holsterhausen. „Aber die, die mitmachen, sind weiterhin sehr motiviert.“ Trotzdem ist klar: An vielen Ecken fehlen helfende Hände.

Von anfangs mehreren 100 Ehrenamtlichen sind noch etwa 40 übrig geblieben. Sie alle engagieren sich in unterschiedlichen Angeboten des Runden Tisches Holsterhausen. Eines davon ist die „Klamotte“ im Fachgeschäft für Stadtwandel – der Second-Hand-Shop, der aus der ehemaligen Kleiderkammer entstanden ist. „Es war ein Geschenk, dass letztes Jahr alles so schnell mit dem Laden hier geklappt hat“, so Ingenfeld-Hanster.

Die „Klamotte“ in Essen-Holsterhausen ist ein Treffpunkt für den ganzen Stadtteil

Noch immer bringen viele Menschen aus dem Stadtteil ihre alte Kleidung zum Weiterverkauf in den Laden. „Wir haben schon fast zu viel“, sagt Hildegard Posern, die sich ehrenamtlich in der „Klamotte“ engagiert. Die Kleidung, die gebracht wird, muss kontrolliert und sortiert werden. „Einige bringen leider auch Kleidungsstücke, die schon seit Jahren im Keller liegen.“ Doch es werden auch hochwertige Teile abgegeben. „Die verkaufen wir dann für wenig Geld. Das sind richtige Schnäppchen.“

Um die Arbeit zu meistern, werden weitere Helfer gesucht. Die „Klamotte“ ist längst nicht mehr nur eine Anlaufstelle für Geflüchtete, sondern hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt. „Hier trifft sich der Stadtteil“, sagt Posern.

Weitere Arbeitskreise des Runden Tisches Holsterhausen suchen Ehrenamtliche

Auch in dem Projekt „Deutsch als Fremdsprache“ werden weitere Ehrenamtliche gesucht. „Viele halten leider nicht durch oder sind selbst zeitlich eingebunden“, so Posern. Dabei sei es wichtig, dass sich eine Regelmäßigkeit einstellt. „Man muss manchmal einen langen Atem haben.“

Im Wichernhaus, das ein Treffpunkt für junge Menschen aller Nationalitäten im Stadtteil ist, wird ebenfalls Hilfe benötigt. „Dort ist ein Hauptamtlicher gegangen – alleine können das die Ehrenamtlichen, die jetzt vor Ort sind, nicht leisten“, weiß Ingendfeld-Hanster.

Die Fahrradwerkstatt, die bereits seit Ende 2015 aktiv ist, ist noch immer ein wichtiger Anlaufpunkt für Geflüchtete. Gerade die Kinder seien besonders interessiert, sagt Bernd Langer-Seemann. Einmal in der Woche trifft er sich mit weiteren Ehrenamtlichen und repariert Fahrräder. „400 haben wir schon geschafft“, sagt er. Hier werden die Flüchtlinge aktiv miteinbezogen. Die Abwechslung sei wichtig in ihrem oft öden Alltag, so Langer-Seemann.

240 Flüchtlinge leben in Essen-Holsterhausen

Zur Zeit leben 240 Flüchtlinge in Holsterhausen. Die meisten von ihnen im „Dorf“ an der Papestraße. „Gerade für die Frauen dort ist es sehr wichtig, dass sie mal rauskommen“, sagt Ingenfeld-Hanster. Denn nur durch den Kontakt mit anderen Menschen aus dem Stadtteil könne sich ihre Sprache verbessern. Vor allem die „Klamotte“ sei deswegen gerade für die Frauen ein wichtiger Ort. „Sie zieht sie wie ein Magnet an.“

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