Baustelle

Nächste Baustelle auf der Henri-Dunant-Straße startet bald

Holger Ackermann, Carla Staudemeyer und Nicole Staudemeyer ärgern sich nicht nur über die aktuelle „Parc Dunant“-Baustelle an der Henri-Dunant-Straße. Eine zusätzliche Baumaßnahme, die im Herbst starten soll, bereitet ihnen Sorgen.

Holger Ackermann, Carla Staudemeyer und Nicole Staudemeyer ärgern sich nicht nur über die aktuelle „Parc Dunant“-Baustelle an der Henri-Dunant-Straße. Eine zusätzliche Baumaßnahme, die im Herbst starten soll, bereitet ihnen Sorgen.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Essen-Rüttenscheid.  Anwohner der Henri-Dunant-Straße in Essen-Rüttenscheid sind sauer: Neben der „Parc Dunant“-Baustelle sollen nun neue Leitungen verlegt werden.

Dreck, Gestank und kaputte Straßen: Die Baustelle auf der Henri-Dunant-Straße kostet die Anwohner seit Monaten viele Nerven. Eine zusätzliche Baumaßnahme, die bald entstehen soll, hat nun das „Fass zum Überlaufen gebracht“, ärgern sich die Anwohner.

Auf der Henri-Dunant-Straße sollen im Herbst neue Gas-und Wasserleitungen verlegt werden. Dafür wird auf der Straße eine Einbahnstraßenregelung eingerichtet. „Jetzt reicht es“, ist der Tenor der Anwohner, die bereits durch die Baustelle des Wohnquartiers „Parc Dunant“ entnervt sind.

„Das größte Problem ist, dass uns niemand informiert“, sagt Holger Ackermann von der Bürgerinitiative „Henri 2020“. „Dass gebaut wird, ist nicht das Problem – die Art, wie mit uns Anwohnern umgegangen wird, hingegen schon.“ Ackermann wisse nicht, warum plötzlich neue Leitungen verlegt werden müssen. „Hat es was mit der Baustelle gegenüber zu tun?“ Zudem sei der angesetzte Zeitraum von acht Monaten für eine Baustellenlänge von etwa 600 Metern enorm lang, so der Sprecher der Initiative.

Neue Leitungen auf der Henri-Dunant-Straße

Der lange Zeitraum ergebe sich dadurch, dass es sich bei der Maßnahme um eine Wanderbaustelle handele, teilt Dirk Pomplun, Sprecher der Stadtwerke, auf Nachfrage dieser Zeitung mit. 35 Gas-und Wasserleitungen werden umgelegt. „Die neue Leitung wird über die alte gelegt. Kurze Zeit sind dann beide Leitungen in Betrieb. Erst dann wird die alte abgestellt“, erklärt Pomplun.

Die Stadtwerke haben diese Methode gewählt, damit die Anwohner nicht länger als einen Tag ohne Gas und Wasser auskommen müssen. Da das Prozedere für jeden der 35 Anschlüsse einzeln durchgeführt wird und danach die Straßenoberfläche wieder hergestellt werden muss, dauere es so lange. „Unsere Maßnahme hat nichts mit der Baustelle des Wohnquartiers zu tun“, betont der Sprecher. Die betroffenen Leitungen seien über 60 Jahre alt und müssten auf Grund dessen erneuert werden.

14 Tage vor Beginn der Baustelle wird die Stadt die Anwohner informieren. „Wenn wir die Informationen zu weit im Voraus geben, ist es bei einigen vielleicht schon wieder aus dem Sinn“, erklärt Pomplun die Informationslücke.

Stadt bestätigt: Es gibt kein konkretes Parkraumkonzept

Um während der Zeit zur Wittenbergstraße gelangen zu können, müssen Anlieger über den Vöcklinger Hang fahren. Damit die Ein- und Ausfahrt von Fahrzeugen gewährleistet werden kann, wird es dort temporäre Halteverbote geben. Auch das sorgt für viel Diskussion unter den Anwohnern. „Wo sollen denn die Autos dann hin?“, fragt Andreas Rothe, ebenfalls Mitglied der Bürgerinitiative. Ein alternatives Parkraumkonzept für die Anwohner sei von der Stadt nie erwähnt worden.

Dass es kein konkretes Parkkonzept gibt, bestätigt eine Sprecherin der Stadt. Allerdings habe die Verkehrsbehörde der Stadt von Beginn an geprüft, dass trotz der Baustelle möglichst viel Parkraum erhalten bleibt. „Erst wenn diese Bedingung erfüllt ist, wird eine Baustelle überhaupt von der Verkehrsbehörde genehmigt“, so die Sprecherin.

Anwohner fordern mehr Informationen seitens der Stadt

„Auf die Anwohner wird einfach keine Rücksicht genommen“, sagt Nicole Staudemeyer, die ebenfalls direkt an der Baustelle wohnt. „Die erste Baustelle zerrt schon so an unseren Nerven.“ Auch ihre elfjährige Tochter Clara ist sauer – nicht nur über die bereits bestehende Baustelle, direkt vor dem Fenster ihres Kinderzimmers. „Ich traue mich schon jetzt nicht mehr über die Henri-Dunant-Straße zum Bus zu laufen.“ Die abgestellten Bagger versperrten ihr den Weg. Wenn noch eine Einbahnstraße hinzukomme, sei ihr der Weg zu gefährlich.

Die Anwohner fordern mehr Informationen vor allem seitens der Stadt. „Ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister wäre sehr wünschenswert“, sagt Andreas Rothe. „Wir wollen einfach wahrgenommen werden.“

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