Kunst im öffentlichen Raum

Neue Kunst im Grugapark: „Zwei Pferde“ von Johannes Brus

Johannes Brus vor seinen Betonpferden im Grugapark in Essen.     

Johannes Brus vor seinen Betonpferden im Grugapark in Essen.     

Foto: Ursula Kaufmann

Essen-Rüttenscheid.  Johannes Brus, der international bekannte Bildhauer aus Essen, ist nun im Grugapark vertreten. „Zwei Pferde“ aus Beton stehen an der Tummelwiese.

Gerade erst hat das San Francisco Museum of Modern Art Johannes Brus eine Einzelausstellung gewidmet. Und in der Biblioteca Nazionale Marciana in Venedig konnte man Arbeiten des inzwischen weltberühmten Essener Künstlers in diesem Sommer parallel zur 58. Biennale di Venezia sehen. Aber auch in Essen begegnet man dem Bildhauer immer wieder.

Da ist zum Beispiel der „Nashorn-Tempel“ an der B 224 oder die farbigen Skulpturen am Frohnhauser Markt. Nun können sich auch Besucher des Essener Grugaparks über eine Begegnung mit Johannes Brus freuen, der nicht nur als Schöpfer von Tierplastiken berühmt ist – von Nashorn, Pferd bis Adler. Auch die beschwingten Tänzerinnen und die Kontrollerin gehören zum bekannten Formen-Repertoire des renommierten Fotografen und Bildhauers.

„Zwei Pferde“ von Johannes Brus fügen sich ins „Gesamtkunstwerk Grugapark“ ein

Seit ein paar Tagen haben seine „Zwei Pferde“ in der Nähe der Tummelwiese Aufstellung genommen. Für Julia Rüther, im Grugapark zuständig für Marketing, Kunst und Kultur, ist die Leihgabe ein echter Glücksfall. Denn für Rüther, die das „Gesamtkunstwerk Grugapark“ durch die Aufstellung weiterer Werke renommierter Künstler sukzessiv erweitern will, stand schon lange fest: „Johannes Brus fehlt!“

Nun sind sie da, zwei stattliche Tiere aus Beton, die einen spannenden Kontrast zu der Pferdegruppe aus Bronze bilden, die der Künstler Philipp Harth in den 1930ern geschaffen hat. Sie werden am Haupteingang vor dem Gradierwerk präsentiert. Mit Brus, der auf seine Weise doch auch „konsequent figürlich“ arbeite, könne man nun vergleichen, wie unterschiedlich der Blick auf ein Motiv ausfallen kann, freut sich Rüther.

Leihvertrag für das Kunstwerk im Grugapark läuft zwei Jahre

Den Transport des Kunstwerkes hat der Freundeskreis Grugapark übernommen, für die Versicherung des Kunstwerkes kommt ein „anonym bleibender Sponsor“ auf, erklärt Rüther. Zwei Jahre läuft der Leihvertrag, aber sollte sich ein großzügiger Kunstmäzen finden, der die gewichtigen Tiere auf Dauer im Grugabad halten möchte, habe man natürlich nichts einzuwenden.

Mit Brus, bei dem das Pariser Centre Pompidou zuletzt wegen des Ankaufs einer Foto-Serie angefragt hat, bekommt der Park im 90. Jahr seines Bestehens einen neuen Anziehungspunkt. .„Ich freue mich sehr, dass Johannes Brus nun auch im Grugapark vertreten ist – gerade auch, weil er aus dem Ruhrgebiet stammt und in Essen lebt und arbeitet. Mit den ‘Zwei Pferden’ wird die Skulpturensammlung des Grugaparks um einen weiteren Höhepunkt reicher“, sagt Oberbürgermeister Thomas Kufen.

Künstler ist trotz des internationalen Erfolges dem Ruhrgebiet treu geblieben

Insgesamt zählt der Grugapark 44 Skulpturen und Plastiken namhafter nationaler und internationale Künstler. ,,In beinahe allen Bereichen des Grugaparks kann man Kunst entdecken und das immer wieder in anderen Rahmen und mit anderen Hintergründen, je nach Jahreszeit. Der Grugapark bietet die perfekte Kulisse und Bühne für Kunst im öffentlichen Raum“, sagt Melanie lhlenfeld, Fachbereichsleiterin von Grün und Gruga.

Auch der Künstler selber zeigt sich mit dem neuen Standort in Essen zufrieden. Der gebürtige Gelsenkirchener Brus ist dem Ruhrgebiet trotz seines internationalen Erfolges treu geblieben. Sein Atelier, das ehemalige Wasserwerk der Villa Hügel unmittelbar an der Ruhr, ist für den experimentierfreudigen Fotografen und Bildhauer seit vielen Jahren Ausgangspunkt seiner künstlerischen Expeditionen in die Tier- und Kunstwelt.

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