Diakoniewerk

Neues Gartenhaus soll Treffpunkt für psychisch Kranke werden

Auch der Blick aus dem Gartenhaus heraus lohnt sich. Das finden Stefan Dunkel, Regionalleiter der Sparda-Bank, und Susanne Richter, Leiterin von Haus Esmarchstraße.

Auch der Blick aus dem Gartenhaus heraus lohnt sich. Das finden Stefan Dunkel, Regionalleiter der Sparda-Bank, und Susanne Richter, Leiterin von Haus Esmarchstraße.

Foto: Simon

Essen-Holsterhausen.  Die Diakonie hat in Essen-Holsterhausen ein neues Gartenhaus eingeweiht. Es soll ein Treffpunkt für psychisch kranke Menschen sein.

Am Anfang waren es Hunderte Einzelteile. „Fast wie ein großes Überraschungsei“, sagt Frank Dellenbusch. Einige Monate später ist aus dem XXL-Bausatz ein prächtiges Gartenhaus entstanden. Es steht an einem Ort, an dem etliche Menschen betreut werden. Es ergänzt nämlich das Angebot der Diakonie rund um das Haus Esmarchstraße. 34 psychisch erkrankte Erwachsene können hier leben.

„Das Gartenhaus sollte so groß wie möglich sein, weil wir hier so viele Menschen sind. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen“, sagt Einrichtungsleiterin Susanne Richter. Ab sofort soll die rustikal und professionell erscheinende Holzhütte ein Treffpunkt zum Spielen und Reden sein. Es gibt an der Esmarchstraße, im Schatten der Uniklinik, Sport- und Kunst-, Video- und Kochangebote – gut möglich, dass einiges demnächst in dem gemütlichen neuen Häuschen stattfindet und Bewohnern und Gästen so noch mehr Geborgenheit vermittelt.

Ziel der Diakonie: Dass psychisch erkrankte Menschen ein selbstständigeres Leben führen können

„Wir möchten erreichen, dass die Menschen eines Tages ein selbstständigeres Leben führen können“, sagt Volker Schöler, Geschäftsbereichsleiter beim Essener Diakoniewerk. Dazu bekommen sie an der Esmarchstraße etliche Hilfestellungen. Einrichtungsleiterin Susanne Richter ergänzt, dass rund 80 Prozent der Bewohner eines Tages in eine eigene Wohnung ziehen können.

Oft bleibt die Anbindung an die Einrichtung aber nach einem Auszug erhalten. Einige psychisch Kranke schaffen den Sprung in eine Wohnung, werden aber dort weiter unterstützt und nutzen regelmäßig die Angebote der stationären Einrichtung. 320 Plätze im betreuten Wohnen bietet allein das Diakoniewerk stadtweit an. „Angefangen haben wir im Jahr 2000 mit sechs Plätzen“, sagt Volker Schöler.

Großer Bedarf an Unterstützung für psychisch Kranke

Der Bedarf an Unterstützung für psychisch erkrankte Menschen sei groß, sagt Susanne Richter, „die Nachfrage nach stationären Plätzen steigt“. Das habe auch mit Veränderungen in der Gesellschaft im Umgang mit psychischen Problemen zu tun. „Zum einen ist die Diagnostik besser geworden, zum anderen ist der Umgang mit dieser Art von Erkrankung offener geworden.“

Im Falle des neuen Gartenhäuschens an der Esmarchstraße haben viele Bewohner mitgeholfen, dass aus den vielen Paketen mit Einzelteilen ein hübsches Ganzes geworden ist – unter der Regie des Arbeitstherapeuten und Handwerkers Frank Dellenbusch. Dellenbusch hat das Holzhaus mit einem besonders beständigen und strapazierfähigen Dach und einem Schieferbündchen unterhalb des Flachdachs versehen. „Jetzt sieht es fast ein bisschen aus wie im Schwarzwald“, sagt er. Möglich wurde das Großprojekt durch eine Spende der Sparda-Bank. „Wir unterstützen die Diakonie schon seit längerer Zeit über unser Gewinnsparen“, sagt Regionalleiter Stefan Dunkel. Es werden Lose zum Preis von fünf Euro verkauft und Teile des Erlöses gespendet. Im besten Fall gibt es hier also zwei Gewinner. Die Bewohner der Esmarchstraße gehören auf jeden Fall dazu.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben