Shisha

Essens Polizei stellt Shisha-Bar an der Rü gutes Zeugnis aus

Die Shisha-Bar „The Pipe“ eröffnete im April am Standort der ehemaligen Spielhalle in Essen-Rüttenscheid.

Die Shisha-Bar „The Pipe“ eröffnete im April am Standort der ehemaligen Spielhalle in Essen-Rüttenscheid.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Essen-Rüttenscheid.  Im April öffnete die Bar in Rüttenscheid. Die AfD fürchtete eine „Altendorfer Straße 2.0“, auch Anwohner waren skeptisch. Kritik ist verstummt.

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Die im April eröffnete Shisha-Bar „The Pipe“ am Rüttenscheider Stern erregte zu Zeiten ihrer Eröffnung die Gemüter im Stadtteil. Die Kritik mündete damals in einem Flyer der AfD, in dem der Essener Kreisverband die Bar anfeindete und mit Fragen wie „Wird die Rü zur Altendorfer Straße 2.0?“ öffentlich Stimmung gegen das neue Lokal machte. Ein halbes Jahr nach der Eröffnung stellt die Polizei der Bar ein einwandfreies Zeugnis aus.

Dafür, dass das Lokal nun schon seit einem halben Jahr an der Rüttenscheider Straße ansässig ist, habe es seitdem nur wenig Einsätze gegeben, erklärte eine Sprecherin der Essener Polizei. Die Gastronomie sei „sehr ruhig“. Vier Einsätze wegen Ruhestörung und zwei Randalierer verzeichnet die Behörde in der Zeit. „Die waren aber nicht in der Bar, sondern nur davor.“ Zudem habe es eine Durchsuchung gegeben, bei der aber nichts Auffälliges festgestellt wurde, so die Sprecherin. „Uns ist die Bar in der Zeit seit der Eröffnung nicht negativ aufgefallen.“

„The Pipe“ ist die einzige Shisha-Bar in Essen-Rüttenscheid

Ein „Freispruch“ erster Klasse gegen Vorurteile, die sich wohl aus dem Bild speisten, das manche Wasserpfeifen-Bar in der Innenstadt abgibt. Dort stellt die Polizei bei Razzien immer wieder Straftaten fest. Nachrichten von erhöhten Kohlenmonoxid-Werten, bewusstlosen Gästen und Schmuggel-Tabak hatten die Bars zusätzlich in Verruf gebracht.

Aber Shisha-Bar ist eben nicht gleich Shisha-Bar. Die Kritiker hätten sich mittlerweile beruhigt, sagt „The Pipe“-Betreiber Daniel Taschlizkij. „Die Leute merken, dass sie nicht besorgt sein müssen. Das Publikum der Shisha-Bar ist hauptsächlich deutsch und weiblich.“ Womit Taschlitzkij ziemlich offen benennt, was zumindest aus seiner Sicht andernorts Probleme bereitet.

Er und sein Inhaber-Kollege Daniel Gottschalk hätten bewusst auf ein freundliches Design in der Bar geachtet. „Wir wollten uns damit von anderen Shisha-Bars abheben“, sagt Taschlizkij, der zuvor am gleichen Standort eine Spielhalle betrieb. Die Rüttenscheider hätten sich mittlerweile daran gewöhnt und würden sehen, dass es läuft. Der Standort sei für seine Bar ideal, so der Geschäftsführer. Dadurch, dass „The Pipe“ die einzige Shisha-Bar auf der Rüttenscheider Straße ist, gäbe es keine Konkurrenz. „Es war die beste Entscheidung, hier hinzugehen.“

Interessengemeinschaft Rüttenscheid hält die Aufregung im Rückblick für übertrieben

Gerade weil sie die erste ihrer Art in Rüttenscheid war und ist, waren viele Anwohner besorgt und fürchteten, dass das gute Image der Straße Schaden nehmen könnte. Auch die Interessengemeinschaft Rüttenscheid (IGR) sah die Ansiedlung damals kritisch. „Das Thema verführt natürlich zu Vorurteilen“, sagt IGR-Vorsitzender Rolf Krane heute. Die IGR hatte sich damals etwas anderes für den Standort gewünscht, räumt Krane ein, etliche Mitglieder hätten aber nicht verurteilen wollen, was sie noch gar nicht kannten.

Mittlerweile sieht auch der Vorsitzende ein: Es gab mehr Aufregung um das Thema als nötig. Doch alleine der Name hätte damals eine negative Erwartung geschürt. „Hätte sich das Lokal nur Bar und nicht Shisha-Bar genannt, hätte wahrscheinlich niemand etwas gesagt.“

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