Elektromobilität

Ruhrbahn fährt ab 2020 mit Elektrobussen in Essen

Die Ruhrbahn stellt ihre Bus-Flotte (hier im Essener Betriebshof Stadtmitte) schrittweise auf Elektroantrieb um.

Die Ruhrbahn stellt ihre Bus-Flotte (hier im Essener Betriebshof Stadtmitte) schrittweise auf Elektroantrieb um.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Die Ruhrbahn wird 2020 ihre ersten Elektrobusse einsetzen. Die gute Nachricht für E-Auto-Besitzer: RWE-Tochter Innogy baut das Ladenetz aus.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Ruhrbahn will in drei Jahren in Essen ihre erste Linie mit Elektrobussen betreiben. Für den Großtest ist die Linie 144 zwischen Kray und Stadtwaldplatz auserkoren worden. Ab 2020, so hofft die Ruhrbahn, sind geeignete Serienbusse auf dem Markt. Bereits 2018 erfolge die Ausschreibung für fünf Essener E-Busse. Gegenüber dem Diesel ergibt sich ein Mehraufwand von mehr als 1,3 Millionen Euro für diese fünf Busse.

Ohne eine etwa 80-prozentige Förderung ist eine Umstellung auf abgasfreie Busse finanziell nicht zu leisten, betont Projektleiter Arnd Kemmesat. Vor diesem Hintergrund begrüßt Ruhrbahn-Vorstand Uwe Bonan die Berliner Pläne, die Abgasminderung bei Nahverkehrsflotten mit bis zu einer Milliarde Euro zu fördern.

Brennstoffzellenbusse sind zu teuer für die Ruhrbahn

Die Ruhrbahn will in Zukunft emissionsfrei fahren und hat sich vom Büro „ebusplan“ eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Die empfehlen der Ruhrbahn die „schrittweise Einführung“ von E-Bussen. So sollen Erfahrungen bei Tests gesammelt und der Fahrzeugmarkt weiter beobachtet werden. Der Brennstoffzellenbus kommt als Alternative wegen weitaus höherer Kosten nicht in Frage.

Bis 2024 könnten für Essen und Mülheim 47 Elektrobusse und bis 2026 nochmals 69 E-Busse beschafft werden. Dann würde etwa jeder zweite Bus elektrisch betrieben. Dafür seien insgesamt 38 Millionen Euro zusätzlich nötig.

Essen baut Ladenetz für E-Autos aus

Für die Elektroautos baut Essen sein Ladenetz deutlich aus. Wie die RWE-Tochter „Innogy“ gegenüber dieser Zeitung erklärte, wird sie in den nächsten Jahren zusätzlich 50 oder mehr Ladesäulen im Stadtgebiet errichten. „Dann stehen mindestens 100 Ladesäulen in Essen zur Verfügung, die überwiegend öffentlich zugänglich sind“, versichert Innogy-Sprecher Klaus Schultebraucks. „Wir werden unsere Kapazität verdoppeln oder gar verdreifachen.“ Schon jetzt kann jeder E-Wagen-Besitzer hier an 30 Stationen des Essener Ladenetzbetreibers Strom tanken.

An den neuen 22 KW-Ladesäulen können gleichzeitig die Batterien von zwei Elektrowagen in einer Stunde aufgeladen werden. 1245 Stationen wird Innogy bundesweit errichten, in NRW hat das Unternehmen die Stadt Essen zu einem seiner Schwerpunkte erklärt. Möglich werden die Investitionen durch eine Förderzusage des Bundes in Höhe von 3,1 Millionen Euro.

Umweltdezernentin Simone Raskob will auch mit weiteren Partnern über zusätzliche Ladestationen verhandeln. Der Ausbau der Infrastruktur in Essen ist ein wesentlicher Eckpfeiler des Zielprogrammes zur Elektromobilität, das das Rathaus mit Autobauer Nissan, einem der Hauptsponsoren der Grünen Hauptstadt, aufgegriffen und entwickelt hat. Bei der Vorstellung des Zwischenberichtes erklärte Oberbürgermeister Thomas Kufen, ab Januar 2018 bei der Neuanschaffung von städtischen Fahrzeugen möglichst Elektromodellen den Vorrang zu geben. Das Ziel: 30 Prozent der städtischen Fahrzeuge sollen E-Autos sein. Inzwischen ist auch die erste Busspur für E-Wagen freigegeben – auf 300 Metern Länge auf der Marie-Juchacz-Straße in Überruhr. „Weitere Busspuren werden von uns geprüft“, so Raskob. Auch lasse das Ordnungsamt konsequent Falschparker an E-Ladesäulen abschleppen.

Thomas Hausch, Geschäftsführer der Nissan Center Europe GmbH, schlägt für Essen des weiteren u.a. ein Park-and Ride-Konzept mit Ladesäulen für E-Autos, Schnell-Ladestationen für Taxifahrer und für Neubau-Projekte Lademöglichkeiten an Stellplätzen vor. Dies könne auch in Bebauungsplänen und städtebaulichen Verträgen festgezurrt werden. „Wir haben noch viel zu wenige Elektroautos“, fordert Hausch zum Handeln auf.

In Essen sind es gerade mal 267.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (12) Kommentar schreiben